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Hecking knackt den FC Bayern: De Bruyne zaubert für Wolfsburg

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De Bruyne zaubert für seinen Freund Malanda  

So hat Wolfsburg die Super-Bayern geknackt

31.01.2015, 10:33 Uhr | t-online.de

Hecking knackt den FC Bayern: De Bruyne zaubert für  Wolfsburg. Nicht aufzuhalten: Kevin de Bruyne spielt gegen die Bayern groß auf. (Quelle: dpa)

Nicht aufzuhalten: Kevin de Bruyne spielt gegen die Bayern groß auf. (Quelle: dpa)

von Mark Weidenfeller

Der Abend in Wolfsburg begann und endete mit tosendem Applaus von den Rängen. Während die Standing Ovations vor der Partie allerdings einzig dem bei einem Autounfall verstorbenen Junior Malanda galten, und dem ein oder anderen Spieler Tränen in die Augen trieben, feierten nach Schlusspfiff nur noch die Wölfe-Fans. Ihr Team, der VfL Wolfsburg, hatte zuvor Rekordmeister Bayern München – angeführt von einem überragenden Kevin de Bruyne – in einer furiosen Partie mit 4:1 (2:0) aus dem Stadion geschossen und es so geschafft, die Trauer über den Tod Malandas zumindest für einen Abend zu vergessen.  

"Die Spieler haben bei der Beerdigung Abschied von Junior genommen", hatte VfL-Trainer Dieter Hecking vor dem Anpfiff gesagt - aber gleichzeitig gefordert: "Der Fokus liegt jetzt auf der Bundesliga, wir müssen den Schalter umlegen." Und diese Anweisung setzte die Mannschaft, in der Vieirinha etwas überraschend als Rechtsverteidiger auflief, mit Bravour in die Tat um.

"Unser Plan ist voll aufgegangen"

Nach einer bewegenden Gedenkminute wischten sich die Spieler einmal durch die feuchten Augen und zeigten dann eindrucksvoll, wie man den Rekordmeister schlagen kann. "Wir haben heute ein Riesen-Spiel gemacht", sagte Hecking nach Schlusspfiff in der ARD: "Unser Plan ist voll aufgegangen."

Applaus vor dem Spitzenspiel 
Bewegende Gedenk-minute für Junior Malanda

Spieler und Verantwortliche beider Klubs gedenken vor der Partie dem verstorbenen... mehr

Sein Team, das in der ersten Hälfte in einem eher ungewohnten 4-4-2-System agierte, befolgte Heckings Vorgaben perfekt. "Wir wollten nicht zu tief stehen, aber auch nicht zu hoch", erklärte der Coach: "Wir wollten das Zentrum dicht halten und nach Ballgewinnen schnell umschalten. Das ist uns heute in Perfektion gelungen", lobte er. Und das musste auch Pep Guardiola neidlos anerkennen: "Sie waren besser im richtigen Moment. Nach unseren Ballverlusten konnten wir die Wolfsburger Konter nicht kontrollieren."

Aufbauspiel der Bayern kommt nicht ins Rollen

Die Idee des Wolfsburger Trainers war recht simpel: Die Bayern in Ballverluste drängen und schnelle Konter fahren. Die Umsetzung, die dafür theoretisch umso komplizierter war, klappte in der Praxis perfekt. Die beiden zentralen Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso wurden von Gustavo und Maximilian Arnold, aber auch den geschickt zurückrückenden Bas Dost und Ivan Perisic früh attackiert und so aus dem Spiel genommen. Das Aufbauspiel der Gäste kam deshalb nie ins Rollen und musste vermehrt von den beiden Außenverteidigern Juan Bernat oder Sebastian Rode übernommen werden. Die Folge: weniger Ballsicherheit beim FC Bayern, viel mehr lange Bälle – und immer wieder Ballgewinne des VfL.

Das 1:0 - "ein perfekter Angriff"

Die erste eindrucksvolle Vorstellung ihres Vorhabens lieferten die Wölfe bereits in der vierten Minute. Nach einem von Luiz Gustavo am eigenen Strafraum abgefangenen Ball brauchten die Wolfsburger ganze vier Ballkontakte, um Manuel Neuer zu überwinden. Gustavo schickte den starteten Daniel Caligiuri auf dem rechten Flügel auf die Reise. Dieser leitete den Ball perfekt in die Spitze zu de Bruyne weiter, der Belgier bediente Bas Dost – und schon stand es 1:0.  "Das war ein perfekter Angriff", so Hecking: "Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass wir genau die Räume bekommen werden, die wir brauchen."

De Bruyne dreht richtig auf

Die Wölfe starteten in der Folge immer wieder gefährliche Konter und hätten das Ergebnis schon Mitte der ersten Hälfte weiter nach oben treiben können. Das 2:0 von Dost nach einem Freistoß in der Nachspielzeit (45.+2) war dann von der Entstehung her zwar glücklich, aber hochverdient. Denn von den Bayern, bei denen David Alaba sein Comeback feierte, war in der Offensive so gut wie nichts zu sehen. "Wir hatten auch unsere Ideen, diese konnten wir heute aber einfach nicht umsetzen. Wolfsburg hat uns nicht ins Spiel kommen lassen", sagte Bastian Schweinsteiger. "Wir haben uns viel zu einfach auskontern lassen. Und das darf vor allem bei einem Topspieler wie de Bruyne nicht passieren."

Der Bayern-Kapitän ernannte den jungen Belgier mit dieser Aussage völlig zu Recht zum inoffiziellen Man of the Match. De Bruyne, der in der ersten Hälfte vermehrt über den linken Flügel kam und Bayerns Rode vor unlösbare Probleme stellte, war der mit Abstand beste Spieler auf dem Platz. Während er im ersten Durchgang noch einige Male Pech im Abschluss hatte, drehte er nach dem Seitenwechsel richtig auf. Da Hecking die Grundformation in ein 4-2-3-1 änderte, in dem sich die beiden äußeren Mittelfeldspieler in der Defensive weit zurückfallen ließen und so die Bayern lockten, spielte de Bruyne in der zweiten Hälfte in der Zentrale – und nutzte die dort entstehenden Freiheiten nach Belieben.

Fröhliches Ende eines traurigen Tages

Zunächst tauchte er nach einem starken Pass von Arnold in die Tiefe völlig frei vor Neuer auf und sorgte überlegt für das 3:0 (53. Minute). Erneut waren die Gedanken ganz bei seinem Freund Malanda: De Bruyne streifte den Trauerflor ab und hielt ihn mit einer emotionalen Geste Richtung Himmel.

Im Anschluss machte er nach einem wieder von Arnold eingeleiteten Konter und einem Tänzchen gegen den völlig überforderten Dante mit seinem Treffer zum 4:1 (73.) alles klar. Der zwischenzeitliche Gegentreffer Bernats (55.) fiel nicht weiter ins Gewicht. De Bruyne alleine reichte, um die nach der Pause mit einer Dreierkette spielenden Bayern zu überrumpeln.

Und so stand nach 90 Minuten dann tatsächlich die erste Saisonniederlage des – auch weiterhin – unangefochtenen Spitzenreiters fest. Dank der Taktik von Hecking, der Qualität von de Bruyne und einer geschlossen Mannschaftsleistung fand der an sich traurige Tag für den VfL Wolfsburg ein fröhliches Ende. "Wir haben heute auch für Junior gewonnen", sagte Hecking: "Vielleicht hat er ja von oben zugeschaut."

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