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Hooligans des 1. FC Köln stürmen Platz bei Borussia Mönchengladbach

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Jagdszenen im Borussia-Park  

Kölner Hooligans stürmen Platz in Mönchengladbach

15.02.2015, 14:50 Uhr | dpa, sid

Hooligans des 1. FC Köln stürmen Platz bei Borussia Mönchengladbach. Kölner Störenfriede (re.) sind auf der Flucht vor den Sicherheitskräften. (Quelle: dpa)

Kölner Störenfriede (re.) sind auf der Flucht vor den Sicherheitskräften. (Quelle: dpa)

Nach dem Gegentor in letzter Minute im rheinischen Bundesliga-Derby bei Borussia Mönchengladbach haben vermummte Hooligans des 1. FC Köln den Platz im Borussia-Park gestürmt. Gladbach hatte das Spiel knapp mit 1:0 (0:0) gewonnen.

Etwa 30 Randalierer, alle in weiße Overalls gekleidet, durchbrachen die Absperrung vor dem Kölner Fan-Block und gelangten zunächst ungehindert auf den Rasen. Dort kam es zu Jagdszenen und Handgreiflichkeiten mit der Polizei und Ordnungskräften.

Nach dem Platzsturm drohen dem 1. FC Köln nun drastische Strafen bis hin zu einem Geisterspiel. Nicht nur FC-Manager Jörg Schmadtke war regelrecht angewidert: "Das ärgert mich extrem." Sein Freund und Kollege Max Eberl, Sportdirektor der Borussia, verglich die Hooligans im ZDF mit "wilden Tieren".

"Was soll ich dazu sagen? Jeder, der Fußball liebt, kann mit so etwas nichts anfangen. Das kann man logischerweise nicht gutheißen", sagte der Kölner Trainer Peter Stöger: "Das ist bitter. Mindestens so bitter wie die 0:1-Niederlage." Auch sein Gladbacher Amtskollege Lucien Favre sagte: "So etwas gehört nicht zum Fußball."

FC verurteilt Verhalten den Fans

Wenige Stunden nach dem 82. Bundesliga-Rheinderby distanzierte sich der FC "ohne Wenn und Aber" von den unrühmlichen Vorfällen. Dem Verein und seinen ansonsten "großartigen Fans" sei "massiv" geschadet worden. In einer Phase, in der die Kölner mit dem DFB in einem Austausch über angemessene Strafen und die richtige Bewertung von Fan-Arbeit sind, seien die Vorkommnisse "ein schwerer Rückschlag, der den Klub enttäuscht und ärgert".

Schmadtke ließ schon wenige Minuten nach der Niederlage und dem hässlichen Ende wissen, dass der FC - nicht zum ersten Mal - mit harten Strafen rechnen muss: "Die wird schon deutlich werden." Auch die Borussia muss wegen mangelnder Platzaufsicht mit einer Bestrafung rechnen, obwohl die Aktion der rund 30 Vermummten nur aus dem Kölner Block resultierte. "Das ist der bitterste Tag seit ich hier bin", sagte Kölns fassungsloser Trainer Stöger dem "Express".

Der FC, dem möglicherweise sogar ein sogenanntes Geisterspiel droht, will nun bei der Täterermittlung aktiv werden und die Verursacher "konsequent sanktionieren". Zudem behalte sich der Verein "weitere, harte Schritte gegen die beteiligten Gruppierungen vor".

Empört reagierten auch die Spieler. "Es kann nicht sein, das geht einfach nicht. Das sind keine Fans - die schaden nur dem Verein", verurteilte Kölns Torhüter Timo Horn das Geschehen vor den 54.010 Besuchern im ausverkauften Stadion. Granit Xhaka, der in der Nachspielzeit (90.+1 Minute) mit seinem ersten Kopfballtor im Fohlen-Dress die Partie entschied, sagte, es sei "bitter für den Fußball, dass so etwas passieren kann".

Ein Polizist und mehrere Ordner verletzt

Der Schweizer und seine Mitspieler eilten in die Kabine, als die Vermummten, bekleidet mit weißen Overalls, praktisch mit dem Schlusspfiff ein Fluchttor stürmten und unbegreiflicherweise auf das Feld rennen konnten. Es gab heftige Rangeleien, Fußtritte und Faustschläge. Bei den Ausschreitungen wurden ein Polizist und mehrere Ordner verletzt. Zwei der Krawallmacher wurden nach Angaben eines Polizeisprechers vorübergehend festgenommen, von mehreren anderen FC-Fans hätten die Beamten die Personalien festgestellt.

Schon während des Spiels waren die Anhänger der Gäste negativ aufgefallen: Wegen massiven Einsatzes von Pyrotechnik im Kölner Block wurde verzögert angepfiffen, in der zweiten Halbzeit musste Schiedsrichter Deniz Aytekin das Spiel für zwei Minuten unterbrechen. Die Abreise der Anhänger sei ohne Zwischenfälle verlaufen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kölner Hooligans dem Verein extrem schaden. Im März 2014 war der damalige Zweitligist wegen ähnlicher Dinge vom DFB-Sportgericht zu einer 50.000-Euro-Strafe und einem für neun Monate zur Bewährung ausgesetzten Zuschauer-Teilausschluss verurteilt worden. Dem FC war seinerzeit vom Sportgericht kein Verschulden zugesprochen worden.

Spieler flüchten in die Katakomben

Beim letzten Abstieg der Kölner am 5. Mai 2012 hatte es nach dem 1:4 gegen Bayern München ähnliche Vorkommnisse gegeben. Damals hatte Schiedsrichter Florian Mayer die Partie einige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit beendet, damit die Profis beider Teams, die vor einer schwarzen Rauchwolke und einem Fan-Mob flüchteten, sicher in die Kabinen kommen konnten.

Die Jagdszenen von Mönchengladbach haben noch ein anderes Kaliber. Xhaka bekannte zwar, nicht unbedingt Angst gehabt zu haben: "Aber man muss natürlich aufpassen." Der Schweizer und seine Kollegen rannten in die Katakomben und kamen erst Minuten später wieder raus, um sich von den Borussia-Anhängern für den Sieg, mit dem die Elf von Lucien Favre ihre Champions-League-Ansprüche untermauerte, feiern zu lassen.

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