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Der 1. FC Köln sucht Hooligans übers Internet

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Nach Derby-Krawallen in Gladbach  

1. FC Köln reagiert mit aller Schärfe - Gruppierung "Boyz" verliert Fanklub-Status

16.02.2015, 17:01 Uhr | sid, dpa

Der 1. FC Köln sucht Hooligans übers Internet. Randale beim Rheinderby: Chaoten stürmen das Spielfeld und liefern sich Jagdszenen. (Quelle: imago/Moritz Müller)

Randale beim Rheinderby: Chaoten stürmen das Spielfeld und liefern sich Jagdszenen. (Quelle: Moritz Müller/imago)

Der 1. FC Köln geht bei der Aufarbeitung der Krawalle nach dem Derby bei Borussia Mönchengladbach (0:1) ungewöhnliche Wege. "Der FC wertet derzeit Fotos aus Mönchengladbach aus, um die Verantwortlichen für die Vorfälle ermitteln zu können - und dokumentiert ganz bewusst die Bilder", schrieb der Verein auf seiner Homepage und zeigte dort Fotos vom Platzsturm, damit die Täter identifiziert werden. "Diese Leute schaden dem FC!", war unter der Stellungnahme zu lesen. Nun hat der Bundesligist eine erste Fan-Gruppe aus seiner AG Fankultur ausgeschlossen. Der Verein trennte sich vom Fan-Klub "Boyz".

"Der 1. FC Köln wird Personen, die gegen Stadionordnungen, die Regeln des Fairplay oder gar Gesetze vorsätzlich massiv verstoßen, nicht verteidigen", hieß es zur Begründung. "Und wir fordern alle Fans auf, den 1. FC Köln in dieser Haltung zu unterstützen. Wer wegsieht und solche Leute deckt, lebt eine falsche Solidarität und schadet dem Klub. Deshalb veröffentlichen wir diese Bilder."

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kündigte bereits Ermittlungen an und forderte sowohl die Kölner wie auch Borussia Mönchengladbach zu Stellungnahmen auf. Die Vereinsführung der Kölner hatte sich bereits klar von den Vorfällen distanziert.

DFB-Vizepräsident Koch nimmt FC in die Pflicht

Manager Jörg Schmadtke erklärte im "Express": "Es waren nicht nur eine Handvoll, es waren fast 100 Leute in Maleranzügen. Und wer diesen weißen Anzug anhat und anlässt, der ist für mich Mittäter. Punkt." Der Klub kündigte bereits an, "die Ermittlungen zeitnah voranzutreiben und weitere Maßnahmen zu ergreifen".

Auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch verurteilte die Ausschreitungen scharf. "Dieses Verhalten ist völlig inakzeptabel", sagte Koch dem "kicker". Gleichzeitig nahm er den Verein in die Pflicht: "Der FC ist am Zug, die Sache restlos aufzuklären." Den Kölnern, die wegen Fan-Randalen bereits mehrfach bestraft wurden, drohen nun erneut harte Sanktionen bis hin zum Geisterspiel.

Köln greift durch: Vereinsausschluss, Stadionverbot, Dauerkarten-Entzug

Mittlerweile hat der Bundesligist hart durchgegriffen. Der FC entzog der Gruppierung "Boyz" den Fanklub-Status und schloss sie aus der AG Fankultur aus. Allen etwa 40 bekannten Mitgliedern will der Verein noch vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 ein lokales, unbefristetes Stadionverbot erteilen und sämtliche Dauerkarten für Heim- und Auswärtsspiele kündigen. Zudem werden alle Vereinsmitglieder, die den "Boyz" angehören, aus dem Gesamtverein ausgeschlossen.

"Der FC begründet diese drastischen Maßnahmen mit dem wiederholten vorsätzlich vereinsschädigenden Verhalten aus den Reihen der "Boyz"", hieß es in einer Mitteilung: "Führende Mitglieder der Gruppierung waren beim Derby in Mönchengladbach sowohl am massiven, erkennbar verabredeten Einsatz von illegaler Pyrotechnik als auch am Platzsturm nach Spielende beteiligt."

"Mit Straftätern sitzen wir nicht an einem Tisch"

Auch über die Gruppe hinaus würden alle Verursacher der Vorfälle, die ermittelt werden können, mit denselben Sanktionen belegt: "Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen, gehört dazu explizit auch, die Täter für etwaige Verbandsstrafen des DFB und andere durch die Vorfälle verursachten Folgekosten in Regress zu nehmen." Der FC erklärte, er handele damit "im Sinne der überwältigenden Mehrheit seiner Mitglieder und Fans. Mit Straftätern sitzen wir nicht an einem Tisch."

Handgreiflichkeiten mit der Polizei

Kurz nach dem Schlusspfiff in Gladbach waren rund 30 vermummte Chaoten aus dem Kölner Block auf den Platz gestürmt und lieferten sich Jagdszenen und Handgreiflichkeiten mit der Polizei und den Ordnungskräften. Bereits während der Partie wurden zudem Pyrotechnik und Böller entzündet. Zwei Randalierer wurden festgenommen, ein Polizist verletzt.

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