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Sportpolitik: Was für und gegen Hamburgs Olympia-Bewerbung spricht

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Sportpolitik  

Was für und gegen Hamburgs Olympia-Bewerbung spricht

25.02.2015, 05:11 Uhr | dpa

Sportpolitik: Was für und gegen Hamburgs Olympia-Bewerbung spricht. Hamburgs Innensenator Michael Neumann macht Werbung für "Olympia 2024 in Hamburg".

Hamburgs Innensenator Michael Neumann macht Werbung für "Olympia 2024 in Hamburg". Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird im März entscheiden, ob er mit Hamburg oder Berlin in den Wettbewerb um die Austragung Olympischer Spiele 2014 gehen wird. Was sind die wichtigsten Argumente der Befürworter und der Gegner von Olympia in Hamburg:

Pro Hamburg:

DAS KONZEPT: Die Stadt plant kompakte Spiele der kurzen Wege mit den Olympia-Stätten und dem Athletendorf auf einer Elbinsel. Weitere Trainings- und Wettkampfstätten sollen von hier nur zehn Kilometer entfernt liegen. Auch die benötigten Segelreviere auf der Ost- oder Nordsee sind nah.

BREITENSPORT: Nur wenige Wettkampf- und Trainingsstätten müssten neu gebaut werden, heißt es bei den Planern. Zur Freude der Sportvereine sollen bestehende Anlagen modernisiert werden, was auch dem Schulsport zugutekommt.

DIE NACHNUTZUNG: Die neue Olympia-Anlage soll nach den Spielen in einen neuen Stadtteil integriert werden. Das Stadion wird von 70 000 auf 20 000 Plätze zurückgebaut, die Olympia-Halle zum Kreuzfahrtterminal. Die Sportlerquartiere werden mit zu 3000 Wohnungen umfunktioniert.

DIE EFFEKTE: "Wir könnten das, was wir ohnehin planen, beschleunigen", betont Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Die Investitionen, auch in Verkehrsanlagen, werden als "riesiges Konjunkturprogramm" gesehen. Für die Bürger soll es Transparenz von der Planung bis zur möglichen Olympia-Durchführung geben.

DAS ANSEHEN: Die Hansestadt erhofft sich einen Imagegewinn - vor allem im Ausland. In Europa liegt sie mit jährlich 12 Millionen Übernachtungen an zehnter Stelle. Die Hotelbranche will bis Ende 2016 über mehr als 62 000 Betten verfügen.

Kontra Hamburg:

DIE KOSTEN: Sie stehen für das Großprojekt noch nicht fest. Für den Sportstättenbau und Modernisierung werden bislang rund 2,1 Milliarden Euro (2024) genannt. Genauer soll erst gerechnet werden, wenn Hamburg den DOSB-Zuschlag erhält. Für die Spiele dürfen schon wegen der von 2020 an geltenden Schuldenbremse keine neuen Schulden gemacht werden.

DIE POLITISCHEN GEGNER: Die Grünen - derzeit mit der SPD in Verhandlungen zur Regierungskoalition - sagen zur Bewerbung "Ja, aber". Für sie darf es nicht zu einer Kostenexplosion wie beim Bau der Elbphilharmonie (knapp 800 Mio Euro) kommen. Die oppositionelle Linke ist gegen das Projekt ("Finanzielles Abenteuer"). Hinzu kommen die (N)Olympia-Aktivisten, die voraussichtlich erst nach einem Zuschlag für Hamburg prominenter in Erscheinung treten dürften.

STEUERZAHLER: Der Bund der Steuerzahler verlangt Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz. "Ein millionen- oder gar milliardenschweres Verlustgeschäft kann sich die Stadt nicht leisten."

HAFENWIRTSCHAFT: Für den Bau der Olympia-Stätten müssen auf der Elbinsel noch ansässige Hafenbetriebe (2500 Mitarbeiter) umgesiedelt werden. Die Stadt will die Kosten übernehmen. Die Grünen warnten daher vor einem "Blankocheck". Der Unternehmensverband Hafen Hamburg bezweifelt, dass die Verlegung bis 2024 zu schaffen ist.

UMWELT: Naturschutzverbände befürchten bei dieser Verlagerung die Ausweitung des Hafengebietes in Naturräume. Für Nabu und BUND ist der Umweltschutz bei der Olympia-Planung und Bewerbung ohnehin nicht genügend berücksichtigt worden.

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