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2. Liga: KSC-Chaoten belagern Leipzigs Teamhotel

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"Reisewarnung" für Gästefans  

KSC-Chaoten belagern Leipzigs Teamhotel

09.03.2015, 21:09 Uhr | sid

2. Liga: KSC-Chaoten belagern Leipzigs Teamhotel . Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick: "Gott sei dank waren die Spieler zu der Zeit auf den Zimmern." (Quelle: imago/Picture Point)

Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick: "Gott sei dank waren die Spieler zu der Zeit auf den Zimmern." (Quelle: Picture Point/imago)

Erst Drohungen gegen ein geplantes Jugendcamp, dann ein anonymer Brief mit einer Reisewarnung für das Auswärtsspiel in Karlsruhe, und nun auch noch Ärger vorm Teamhotel: Der Widerstand gegen den Zweitligisten RB Leipzig als angebliches Symbol für die Kommerzialisierung im Profifußball nimmt immer größere Ausmaße an.

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick verriet kurz vor Anpfiff des Ligaspiels beim Karlsruher SC, dass etwa 20 "völlig wahnsinnige" KSC-Chaoten ins Teamhotel gestürmt seien und dort den Essensraum besetzt hätten. "Gott sei dank waren die Spieler zu der Zeit auf den Zimmern", sagte Rangnick bei Sport1: "Der Hotelier hat die Polizei gerufen. Unter Absingen übelster Lieder und Stinkefingerzeigen haben sie dann das Hotel wieder verlassen."

Die zuständige Polizeiinspektion Landau relativierte diese Darstellung allerdings. Die Personen konnten nach Polizeiangaben von den Hotelangestellten am Haupteingang zurückgewiesen werden. Es wird gegen Unbekannt ermittelt.

DFB-Vize: "Das Kesseltreiben muss ein Ende haben"

Rangnick forderte den gesamten Fußball zum Handeln auf: "Momentan habe ich das Gefühl, dass es manchen nur darum geht, irgendein Feindbild zu haben. Es ist ein Zeitpunkt gekommen, an dem wir alle Miteinander über entsprechende Maßnahmen nachdenken müssen."

Die forderte auch DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit. "Das Kesseltreiben muss irgendwann einmal ein Ende haben", sagte Milkoreit: "Wenn die Stimmung gegen RB in Anfeindungen oder Drohungen ausartet, dann ist das eindeutig ein Schritt zu viel."

Drohung als Reisewarnung verpackt

Im Vorfeld der Partie beim KSC sorgte auch ein anonymer Brief für Aufregung. Die Karlsruher Polizei nahm deswegen Ermittlungen auf, sie ging dann aber von keinem erhöhten Gefährdungspotenzial für das Ligaspiel aus. Etwa 150 Gäste-Fans wurden erwartet.

In dem Brief, der nach Polizeiangaben an RB, an Fan-Organisationen und an eine Leipziger Zeitung verschickt wurde, werden die "Fußballfreunde aus Leipzig" vor einer Reise nach Karlsruhe gewarnt. "Aus sicherer Quelle haben wir erfahren, dass die aktiven Fans des Karlsruher Sport-Clubs diverse Aktionen gegen die "Fans" und das Konstrukt RB Leipzig planen", heißt es in dem Schreiben.

Polizei sieht keinen Tatbestand der Bedrohung

Unterschrieben ist der Brief mit "besorgte Fußballfans aus Karlsruhe". Eine gute Tat darf aber bezweifelt werden. Die Verfasser nennen die RB-Anhänger "reine Werbeträger des Marketingkonstrukts" und fragen provokativ: "Ist es wert, seine Seele zu verkaufen, nur um attraktiven Fußball zu sehen?"

Die Leipziger Polizei sieht in dem Brief nicht den Tatbestand der Bedrohung gegeben. Die Polizei Karlsruhe versucht dennoch, die Verfasser ausfindig zu machen. "Wir haben Möglichkeiten, zum Beispiel über szenekundige Beamte, die Sache abzuklopfen", sagte Polizeisprecherin Sabine Doll.

Jugendcamp aus Angst vor Chaoten abgesagt

Erst vor wenigen Tagen hatte die Absage eines RB-Trainingscamps für Jugendliche in Halle/Saale für Aufsehen gesorgt. Nachdem auf sozialen Netzwerken unter anderem dazu aufgerufen wurde, das Sportgelände zu zerstören, hatten der von einem österreichischen Brausekonzern gegründete Zweitligist und der ortsansässige Verein SG Motor Halle die Veranstaltung abgesagt.

DFB-Vizepräsident Milkoreit hatte danach von einem "extremen Auswuchs" gesprochen. Andreas Silbersack, Chef des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, bezeichnete die Absage als "Kapitulation vor Chaoten". Die Entscheidung sei dennoch richtig gewesen: "Die Gesundheit der Vereinsmitglieder und Talente hat absoluten Vorrang."

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