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Sportpolitik: DOSB-Präsidium uneins über Olympia-Bewerbung

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Sportpolitik  

DOSB-Präsidium uneins über Olympia-Bewerbung

11.03.2015, 16:31 Uhr | dpa

Sportpolitik: DOSB-Präsidium uneins über Olympia-Bewerbung. DOSB-Präsident Alfons Hörmann bleibt dabei: Die Olympischen Spiele 20124 sollen nach Deutschland.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann bleibt dabei: Die Olympischen Spiele 20124 sollen nach Deutschland. Foto: Christoph Schmidt. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - DOSB-Chef Alfons Hörmann ließ sich in seinem Optimismus auch durch einen unerwarteten Seitenhieb seines "Vize" nicht erschüttern.

Am Tag nach der Veröffentlichung der Forsa-Umfrage zur Olympia-Stimmung in Hamburg und Berlin hat Walter Schneeloch mit seinen Bemerkungen über den Sinn einer deutschen Bewerbung für die Sommerspiele 2024 im deutschen Sport für Turbulenzen gesorgt.

"Es könnte sein, dass wir zu dem Schluss kommen, keine Bewerbung für die Spiele 2024 abzugeben, weil uns die Zustimmung vielleicht nicht hoch genug erscheint", sagte Schneeloch, der im DOSB-Präsidium für den Breitsport zuständig ist, der "Rheinischen Post". "Bevor wir auf die Nase fallen, könnten wir einer neuen Bewerbung etwas mehr Zeit geben", ergänzte der Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen und stellte damit längst gefallene Entscheidungen des Dachverbandes überraschend infrage.

Hörmann sah sich genötigt, Schneeloch umgehend zurückzupfeifen. "Für uns völlig klar: Wir wollen die Spiele 24", sagte er bei n-tv in Berlin. Deshalb werde es "klar und deutlich zu einer Bewerbung wie vorgesehen und vorbereitet kommen". Hörmann stellte klar: "Wenn mehr als 80 Prozent der Bürger sagen: Holt die Spiele nach Deutschland (...), dann wäre es völlig falsch, dem Arbeitsauftrag nicht nachzukommen."

Laut einer Forsa-Meinungsumfrage unterstützen 64 Prozent der Hamburger Bevölkerung und 55 Prozent der Berliner eine Olympia-Kandidatur ihrer Stadt. Jeweils mehr als 80 Prozent würden es begrüßen, "wenn wieder einmal Olympische Spiele in Deutschland stattfänden". Am kommenden Montag will das DOSB-Präsidium seine Empfehlung aussprechen, am 21. März entscheiden die Mitglieder, ob sich Berlin oder Hamburg um die Spiele 2024 und gegebenenfalls 2028 bewirbt. "Das Ziel muss sein, beim ersten Mal erfolgreich zu sein. Ich denke, wir haben beste Chancen."

Hintergrund für die Überlegungen Schneelochs könnte sein, dass Deutschland seine Bewerbung um die Fußball-Europameisterschaft 2024 beim Europäischen Fußball-Verband (UEFA) angekündigt hat. Zudem steht in Boston bereits ein Top-Favorit für die Spiele 2024 fest, der aufgrund seiner zu erwartenden Sponsoren- und TV-Einnahmen mit gewaltigem Rückenwind in die IOC-Entscheidung geht. "Ich denke, dass sich Deutschland daher vor allem auf Olympia 2028 einstellen sollte. Aber man weiß ja nicht, wie die Weltlage zum Zeitpunkt der Entscheidung ist", sagte Rainer Brechtken, der Präsident des Deutschen Turner-Bundes.

Hörmann erinnerte daran, dass der DOSB "ohne irgendwelche Scheuklappen oder Vorfestlegung - sowohl bezogen auf die Stadt als auch auf Konzepte oder Jahreszahlen - an das Projekt rangehen" wollte. Es gelte nun, den aus unserer Sicht "besten Bewerber auszuwählen, mit dem wir sowohl den nationalen Weg erfolgreich gehen als auch international gegen starke Wettbewerber durchsetzen können", sagte er am Rande eines Besuchs im Bundesinnenministerium in Berlin.

Auch der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper stellte klar, dass er Schneelochs Bedenken nicht teile. "Wir wollen uns für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024/28 bewerben", sagte Vesper der "Berliner Zeitung" (Donnerstag). "Von diesem Beschluss wieder abzurücken, ist eine theoretische, aber nach den jüngsten Umfrageergebnissen keine praktische Option", erklärte Vesper. In beiden Bewerberstädten wollte niemand Öl ins Feuer gießen. Der Hamburger Senat teilte mit, dass man sich nicht zu den Schneeloch-Ausführungen äußern wolle.

Schneeloch hatte zuletzt im September 2013 für Schlagzeilen gesorgt, als er mitgeteilte, er könne sich vorstellen, Nachfolger von Thomas Bach als Chef des DOSB zu werden. "Es wäre sicherlich ein ganz neues Signal an die überwiegende Anzahl von ehrenamtlichen Mitgliedern in unserem Verband. Bisher bin ich aber noch nicht gefragt worden", hatte er damals erklärt. Einen Monat später stellte er sich hinter die Kandidatur des späteren Präsidenten Hörmann.

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