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Formel 1 2015: Enttäuschender und wenig spannender Saisonstart

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Enttäuschender F1-Start  

Saisonauftakt wird zur Formel Schnarch

16.03.2015, 14:54 Uhr | t-online.de

Formel 1 2015: Enttäuschender und wenig spannender Saisonstart. Der Saisonstart in Australien war so langweilig, dass einem die Augen zu fallen konnten. (Quelle: imago/Thomas Melzer)

Der Saisonstart in Australien war so langweilig, dass einem die Augen zu fallen konnten. (Quelle: imago/Thomas Melzer)

Bei allen Ferrari-Fans herrscht nach dem Auftakt in die Formel-1-Saison 2015 Aufbruchsstimmung, bei Mercedes Zufriedenheit. Alle anderen dürften nach dem Großen Preis von Australien eher ernüchtert sein.

UMFRAGE
Sollte die Formel 1 für mehr Chancengleichheit sorgen?

Denn das Einschalten hat sich kaum gelohnt, spannenende Motorsport-Action war in Melbourne Mangelware, Überholmanöver so gut wie nicht vorhanden und man muss kein Prophet sein, um den Ausgang der WM vorauszusagen.

Kein Geld, Krankheiten, Pannen - nur 15 Autos am Start

Schon bevor die Startampeln auf dem Albert Park Circuit erloschen, war das Feld übersichtlich. Nur 15 Autos traten beim Auftakt-Grand-Prix an, so wenige wie seit 1963 mehr. Das Pleite-Team Manor-Marussia war zwar vor Ort, hatte seine Boliden jedoch nicht rechtzeitig fahrtüchtig bekommen. Williams-Pilot Valtteri Bottas war kurzfristig aufgrund einer Rückenverletzung ausgefallen und Daniil Kvyats Red Bull und Kevin Magnussens McLaren-Honda hatten auf der Einrollrunde schlapp gemacht.

Nach der ersten Rennrunde waren gar nur noch 13 Autos im Rennen. Lotus verlor Pastor Maldonado aufgrund eines Crashs und Romain Grosjeans Auto blieb einfach liegen.

Gähnende Langweile statt Motorsportspektakel

Als Zuschauer hätte man sich nach der ersten Runde wieder hinlegen können, denn viel passierte nicht mehr. Auf den ersten vier Positionen bekamen die Fans auf den ausverkauften Rängen nicht ein einziges Überholmanöver zu sehen. Sebastian Vettel kassierte Felipe Massa durch einen taktisch guten Boxenstopp. Selbst die überlegenen Silberpfeile lieferten sich keinen Kampf. Lewis Hamilton hatte Nico Rosberg genauso locker im Griff wie Mercedes die Konkurrenz.

Nach 58 Runden erreichten elf Autos das Ziel. Damit wurden alle mit WM-Punkten belohnt, die die Distanz überhaupt bewältigten - bis auf Jenson Button als Elften.

"Mercules"

Mercedes erreichte das Ziel 30 Sekunden vor dem ersten Verfolger Vettel. Doch das spiegelt nicht im Ansatz die wahren Kräfteverhältnisse wieder. "Ich habe gerade mit zwei Leuten von Mercedes gescherzt, die ich noch aus meiner Zeit von dort kenne: 'Könnt ihr überhaupt noch weniger Leistung aufdrehen?' Da haben sie etwa gesagt: 'In die Richtung weniger Leistung gibts weniger Klicks als noch mehr Leistung'", erzählte Ex-F1-Pilot Alexander Wurz beim ORF. "Ich frag mich die ganze Zeit, wie stark die Handbremse bei den beiden Silberpfeilen angezogen ist, wie viel Luft lassen sie sich nach oben?"

Das bedeutet, es scheint nahezu sicher, dass Mercedes die WM gewinnt. Und von den Sternfahrern ist Hamilton der klare Favorit. Der Weltmeister wirkt noch stärker als im vergangenen Jahr und zeigte eine beeindruckende Leistung in Melbourne. "Mercules" schrieb die australische Zeitung "Herold Sun" angesichts dieser erdrückenden Überlegenheit.

Die Verlierer fordern Änderungen, Mercedes protestiert

Ferrari und Williams streiten sich nur um den Platz des besten Verfolgers. Bei Red Bull ist der Renault-Motor einfach zu schwach, um mitzuhalten und das mit riesigen Ambitionen angetretene McLaren-Honda-Team ist noch Lichtjahre von der Spitze entfernt. Der letzte Platz in Melbourne war sicher nicht der Einstand, den sich das einst großartige Team um Ayrton Senna und Alain Prost vorgestellt hatte.

Red Bull drohte angesichts seiner Chancenlosigkeit wieder einmal mit Ausstieg aus der Königsklasse. Ferrari forderte bereits zuvor Änderungen am Reglement, wogegen Mercedes selbstverständlich prompt protestierte.

Rückgängige Zuschauerzahlen

Bei den Fans kommt die Formel 1 schon länger nicht mehr so gut an wie früher. Die Zuschauerzahlen sind seit Jahren rückläufig, vor allem in Deutschland. Zu Zeiten eines Michael Schumacher schalteten über zehn Millionen bei RTL ein, 2014 waren es weniger als halb so viel. Das Rennen in Australien schauten sich am Sonntag um sechs Uhr früh 1,72 Millionen Zuschauer an (Markanteil 38,6 Prozent), im Vorjahr waren es noch drei Millionen (Marktanteil 43,2 Prozent). Allerdings war das Rennen 2014 eine Stunde später gestartet worden.

RTL hat seine Übertragungszeit bereits verkürzt und will künftig deutlich weniger für die Rechte bezahlen. Der Große Preis in der Heimat von Vettel und Rosberg droht 2015 sogar auszufallen, erstmals seit 55 Jahren.

Es wird viel geredet, aber passieren tut nichts

Wie immer melden sich nun die Kritiker mit Verbesserungsvorschlägen: "Die Autos müssen aggressiver werden, die Fahrer wieder richtige Persönlichkeiten. Wir brauchen mehr Kampf Mann gegen Mann auf höchstem Niveau", wiederholte Niki Lauda mantra-artig.

Ein anderes Argument für den Zuschauerschwund ist die zu hohe Komplexität oder eine schlechte Vermarktung dieser. Die Fans könnten die komplexen Regeln nicht verstehen, TV-Kommentatoren benötigen ein dickes Buch, um sich zurechtzufinden und bei ihren Erklärungen nicht allzu viel Unsinn zu erzählen. In der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" bei ServusTV meinte Simulationsexperte Dr. Peter Schöggl, man müsse die komplizierten Namen der Technik-Details einfach in coolere umwandeln. Dann würde man auch den Zuschauer mitnehmen.

Diskutiert wird seit Jahren, doch passiert ist bisher nichts. So wird es auch in diesem Jahr eine Saison geben, die an der Spitze uninteressant ist.

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