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BVB gegen FC Bayern: Der Rekordmeister kann es auch dreckig

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Schluss mit Tiki-Taka  

Sieg beim BVB zeigt: FCB kann’s auch dreckig

05.04.2015, 07:57 Uhr | t-online.de

BVB gegen FC Bayern: Der Rekordmeister kann es auch dreckig. Klare Ansagen: Bayern-Trainer Pep Guardiola gibt Landsmann Juan Bernat die Taktik mit auf den Weg. (Quelle: imago)

Klare Ansagen: Bayern-Trainer Pep Guardiola gibt Landsmann Juan Bernat die Taktik mit auf den Weg. (Quelle: imago)

Von Mark Weidenfeller

In der Mannschaftssitzung des FC Bayern vor dem Spiel bei Borussia Dortmund dürfte sich der ein oder andere Profi verwundert die Augen gerieben haben. Insgesamt neun defensiv eingestellte Spieler hatte Trainer Pep Guardiola auf die Taktiktafel gemalt. Ergebnisfußball statt Angriffs-Spektakel lautete die Devise, die sich beim 1:0 (1:0) des Bundesliga-Tabellenführers beim BVB letztlich als Erfolgsformel erwies. "Das war heute ein reiner Arbeitssieg", beschrieb Kapitän Philipp Lahm den unspektakulären, aber für die Münchner höchst erfreulichen Abend treffend.

Denn der FC Bayern – und allen voran Coach Guardiola – bewiesen, dass sie mehr draufhaben als den gewöhnlichen Tiki-Taka-Ballbesitz-Fußball. Die Münchner machten aus der Verletzungsnot eine Tugend und fanden den in der Vergangenheit oft vermissten Plan B. Vereinfacht gesagt: Sie gewannen, ohne zu glänzen. "Wir sind heute mit einer völlig anderen Mannschaft aufgelaufenen", sagte Lahm: "Hinten eine Fünferkette, davor ein Dreieck und vorne zwei Stürmer. Es ist etwas Besonderes, so zu gewinnen."

Drei Innenverteidiger, Weltmeister-Dreieck

Nach den verletzungsbedingten Absagen von Arjen Robben, Franck Ribéry und David Alaba hatte Guardiola mit Jerome Boateng, Medhi Benatia und Dante gleich drei Innenverteidiger aufgeboten. Davor agierte mit Lahm, Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger das bereits angesprochene Dreieck der Weltmeister. Und zu den fast ausschließlich mit Abwehrarbeit beauftragten Außenbahnspielern Rafinha und Juan Bernat gesellten sich mit Thomas Müller und Robert Lewandowski lediglich zwei Spieler mit angeborenem Drang zum Tor. Letzterer nutzte bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte eine der wenigen Chancen zum 1:0 (36. Minute) und machte damit den Sieg perfekt.

Ein Sieg, der nach einem Blick auf die Statistik als das Ergebnis herausragender Effizienz bezeichnet werden muss. Die Bayern verbuchten nämlich mit gerade einmal 52 Prozent Ballbesitz ihren mit Abstand schlechtesten Wert in dieser Saison. Die Passquote von 78,1 Prozent wurde letztmals im Mai 2011 bei einem Spiel gegen den FC St. Pauli unterboten. Und die mickrigen sieben abgegebenen Torschüsse sind – Sie ahnen es – ebenfalls Tiefpunkt in dieser Spielzeit. "Die Bayern waren heute nicht das bessere Team", sagte Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels nach Abpfiff: "Aber die waren einfach effizienter."

Ehrliches Handwerk statt Kunst

Der Rekordmeister beschränkte sich nach dem Ausfall der Künstler auf ehrliches Handwerk, zog sich von Beginn an auffällig weit zurück und verdichtete geschickt die Räume. Das Triumvirat Alonso-Schweinsteiger-Lahm erstickte die BVB-Angriffe oft schon auf den ersten Metern. Die wenigen Bälle, die es in die Nähe des Bayern-Strafraums schafften, wurden von der Abwehrkette humorlos geklärt. Echte Torraum-Szenen blieben so auf beiden Seiten Mangelware, das Eckballverhältnis von 2:1 spricht für sich.

"Ich habe mir vor dem Spiel viele Gedanken gemacht, wie wir das angehen", verriet Guardiola, der im 61. Bundesligaspiel zum 50. Mal als Sieger den Heimweg antrat: "Ich hätte gerne anders gespielt, aber wir mussten heute so spielen."

Diese destruktive Spielweise der Bayern hatte zur Folge, dass sich beide Teams über die gesamten 90 Minuten jeweils exakt eine Torchance erspielten. Die eine auf Seiten der Dortmunder vergab Marco Reus, der aus spitzem Winkel knapp verzog (65.). Die eine auf Seiten der Münchner nutzte Lewandowski, der mit seinem Tor des Tages für die Entscheidung sorgte.

"Eine tolle Nachricht für uns"

"Wir haben nicht gut gespielt, wir haben aber gut dagegengehalten", sagte Guardiola. "Wir hatten sehr wenig Ballbesitz, haben aber sehr gut verteidigt", ergänzte Lahm nach seinem 69-minütigen Startelf-Comeback.

Der Bayern-Kapitän, der die Mannschaft erstmals seit über fünf Monaten wieder aufs Feld geführt hatte, erlebte noch auf dem Rasen einen weiteren bayrischen Glückmoment. Denn der für ihn eingewechselte Thiago feierte nach über einem Jahr Zwangspause sein Comeback auf dem Platz und brachte prompt so etwas wie Ästhetik ins ansonsten graue Bayern-Spiel.

"Er hat unheimlich viel Pech gehabt, aber jetzt ist er wieder da. Das ist eine tolle Nachricht für uns", sagte Guardiola, der am Ende des Abends für seine Taktik sogar ein Lob von seinem Dortmunder Gegenüber erhielt. "Wir können uns leider nicht wünschen, wie die spielen", sagte Jürgen Klopp. "Es hat keinen Sinn, uns Räume zu geben. Deswegen haben die Bayern schon alles richtig gemacht."

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