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Fußball - Palästinenser bleiben hart: "Israel raus aus der FIFA"

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Fußball  

Palästinenser bleiben hart: "Israel raus aus der FIFA"

20.05.2015, 14:20 Uhr | dpa

Fußball - Palästinenser bleiben hart: "Israel raus aus der FIFA". Joseph Blatter (l) traf sich in Ramallah mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas.

Joseph Blatter (l) traf sich in Ramallah mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Foto: Mohamad Torokman. (Quelle: dpa)

Ramallah (dpa) - Eines Morgens im Februar hatte das Fußballteam von Beit Umar im Westjordanland nicht mehr elf, sondern nur noch vier Spieler. Die Männer waren nach und nach von israelischen Sicherheitskräften festgenommen worden: Erst der Torwart, dann ein Verteidiger und ein Mittelfeldspieler.

Immer mehr Fußballer aus der Mannschaft wurden verhaftet - bis nur noch vier Spieler übrig waren. So schreiben es palästinensische Medien, so erzählt es Bader Mekki, ein hochrangiges Mitglied des Palästinensischen Fußballverbandes (PFA). Warum die Männer verhaftet wurden, sei nicht bekannt. Die israelische Armee war für eine Stellungnahme zu dem Fall zunächst nicht zu erreichen.

Zwei Tage nach der letzten Verhaftung stand für die Mannschaft aus Beit Umar ein wichtiges Spiel an. Doch wie sollte ein Fußballteam antreten, das plötzlich nur noch aus vier Spielern bestand? Unter den Bedingungen der Besatzung könne sich der Sport in Gaza und dem Westjordanland nicht entwickeln, findet der Palästinensische Fußballverband. Er fordert deshalb, Israel aus der FIFA auszuschließen. Am 29. Mai könnte in Zürich darüber abgestimmt werden. Die fußballpolitisch brisante Causa steht auf der Tagesordnung beim Kongress des Fußball-Weltverbandes.

Die Liste der Vorwürfe gegen Israel ist lang. Fußballfelder im Westjordanland und Gaza würden zerstört oder beschädigt, Sportler an der Reise ins oder aus dem Westjordanland gehindert. So habe beispielsweise der Torwart eines irakischen Fußballteams nicht einreisen dürfen - die Mannschaft musste mit einem Ersatztorwart spielen und verlor. Im November sei außerdem das Hauptquartier des Palästinensischen Fußballverbandes durchsucht worden, sagen die Palästinenser.

FIFA-Präsident Joseph Blatter will die Abstimmung über einen Ausschluss Israels verhindern. Sie würde einen Imageschaden für den Weltverband bedeuten und ein schlechtes Licht auf den Wahlkongress mit dem wahrscheinlichem Votum für eine fünfte Amtszeit von Blatter werfen. Politik und Fußball gehören nicht zusammen, findet Blatter, der in der Rolle als Pendeldiplomat schon immer aufgeht und sich immer gerne von Präsidenten und Regierungschefs empfangen lässt. Dieser Tage ist er auf "Friedensmission" in Jerusalem und Ramallah, um mit beiden Seiten zu verhandeln. Er wolle keinen "gefährlichen Präzedenzfall" schaffen, sagte Blatter am Mittwoch in Ramallah.

Dass Blatter als Friedensstifter auftritt, beeindruckte die Palästinenser nicht. Israel müsse "seine Sanktionen gegen den palästinensischen Sport stoppen, Bewegungsfreiheit erlauben und sich an die Regeln der FIFA halten", fordert Bader Mekki vom Palästinensischen Fußballverband. "Dann haben wir keine Probleme, unseren Aufruf zu stoppen".

Um Israel aus der FIFA auszuschließen, müssten mindestens drei Viertel der 209 Mitglieder dafür stimmen. Dass der Antrag diese Zustimmung bekommt, ist äußerst unwahrscheinlich. Für die FIFA und Israel ist der Fall dennoch unangenehm. Erstere will nicht zum Schauplatz politischer Scharmützel werden. Und auch der Israelische Fußballverband (IFA) hat kein Interesse an einer Politisierung.

Israels Fußballverband habe keinen Einfluss auf Reisebeschränkungen, sagte Geschäftsführer Rotem Kemer. Ohnehin würden die meisten Anträge von Sportlern genehmigt. Israel hat Blatter zufolge vorgeschlagen, den palästinensischen Spielern mehr Reisemöglichkeiten zu erlauben. Andere Probleme bleiben ungelöst: Beispielsweise dass jüdische Fußballclubs aus Siedlungsgebieten in der israelischen Liga spielen dürfen. Diesen Punkt will Blatter nun erneut mit der Führung in Jerusalem besprechen. Seine "Friedensmission" ist noch nicht zu Ende und die Zeit bis zum Kongress drängt.

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