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Hamilton-Drama in Monaco: Mercedes-Team hat es "vermasselt"

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Reue nach Hamilton-Drama  

Mercedes: "Wir haben es vermasselt"

24.05.2015, 20:26 Uhr | sid, t-online.de

Hamilton-Drama in Monaco: Mercedes-Team hat es "vermasselt". Lewis Hamilton ist nach dem Rennen sichtlich bedient. (Quelle: Reuters)

Lewis Hamilton ist nach dem Rennen sichtlich bedient. (Quelle: Reuters)

Lewis Hamilton irrte verloren mit seiner Champagner-Flasche über die Strecke, Toto Wolff trat den bitteren Gang nach Canossa an, und Nico Rosberg feiert mit dem "glücklichsten Sieg" seiner Karriere den Heimspiel-Hattrick: Der über weite Strecken langweilige Große Preis von Monaco entwickelte sich wegen eines kapitalen Taktik-Fehlers von Mercedes zu einem echten Drama, in dem ausgerechnet Weltmeister Hamilton die tragische Figur gab.

"Ich kann nicht ausdrücken, wie ich mich gerade fühle, also werde ich es auch nicht versuchen", sagte der sichtlich angeschlagene Hamilton nach dem Rennen, in dem er bis zur Safety-Car-Phase in der Schlussphase wie der sichere Sieger ausgesehen hatte. Schuldzuweisungen ersparte sich der Brite aber: "Wir gewinnen zusammen als Team, und wir verlieren zusammen als Team."

Zumal Mercedes gar nicht verloren hatte, es stand nur der falsche Silberpfeil am Ende vorn. Mercedes hatte Hamilton nach einem bösen Crash von Youngster Max Verstappen in der anschließenden Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel an die Box geholt. "Wir dachten, wir haben einen Vorsprung, den wir nicht hatten. Wir haben uns verrechnet", gab Motorsportchef Wolff anschließend zu. "Es war eine komplette Fehleinschätzung, es tut mir so leid. Wir haben es vermasselt."

"Wenn ich es könnte, würde ich es rückgängig machen."

Die Entscheidung sei 50 Meter vor der Boxeneinfahrt gefallen, "wir sind alle Menschen, Fehler passieren" sagte Wolff. Weil aber der letztlich zweitplatzierte Ferrari-Star Sebastian Vettel entgegen der Erwartungen nicht stoppte, und auch Rosberg draußen blieb, fand sich Polesetter Hamilton auf einmal hinter dem deutschen Duo wieder - und verstand die Welt nicht mehr.

Laut Sky hatte Hamilton genug Vorsprung, um den Stopp zu absolvieren und trotzdem vorne zu bleiben. Doch auf dem Weg in die Box lief der Engländer auf das Safety Car auf und verlor wertvolle Zeit, die Zeit, die ihm den Sieg kostete. "Wir müssen uns bei Lewis entschuldigen", sagte Wolff: "Wenn ich es könnte, würde ich es rückgängig machen." Der Österreicher lobte aber auch Hamilton für dessen sehr gefasste Reaktion auf den Fauxpas, "Lewis hat sich als Mensch weiterentwickelt seit dem letzten Jahr".

Lauda fordert Konsequenzen

Stinksauer war dagegen der dreimalige Weltmeister Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams. "Ich freue mich natürlich sehr für Nico, aber um ehrlich zu sein, überwiegt gerade bei mir der Ärger über den Fehler unserer Strategie-Menschen", sagte Lauda am Sky-Mikrofon: "Alle haben diskutiert, keiner hat eine Entscheidung getroffen, dann haben sie eine getroffen, und die war falsch." Man müsse jetzt "analysieren und dann Konsequenzen ziehen".

Dem widersprach Wolff ebenfalls bei Sky: "Es wird keine Konsequenzen geben, wir sind ein Team, wir haben die Plätze eins und drei belegt, Konsequenzen gibt es keine." Auch die Kritik von Lauda, es hätten zu viele Leute bei der Entscheidung mitgemischt, wollte Wolff nicht gelten lassen: "Es waren zu wenige."

Vettel war "sehr überrascht"

In dem Drama um Hamilton ging ein wenig unter, dass Rosberg nach Barcelona seinen zweiten Sieg in Folge feierte, nach 2013 und 2014 zum dritten Mal in seiner Wahlheimat triumphierte und den Rückstand in der WM-Wertung auf zehn Punkte verkürzte. Noch führt Hamilton mit 126 Punkten, aber Rosberg hat jetzt bereits 116 Zähler auf dem Konto. Vettel folgt als Dritter mit 98 Punkten. Für Hamilton, der vor dem Rennen einen neuen mit rund 100 Millionen Euro dotierten Dreijahresvertrag unterschrieben hatte, war es dagegen ein herber Rückschlag auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung.

"Ich hatte natürlich sehr, sehr viel Glück", sagte Rosberg, "Lewis hätte heute mit Sicherheit den Sieg verdient. Aber so laufen halt die Dinge in einem Rennen manchmal." Hamilton sei das ganze Wochenende "sehr stark gefahren, stärker als ich, deshalb bin ich ein bisschen zwiegespalten." Vettel freute sich über ein "Super-Ergebnis". Er sei auf einem sicheren dritten Platz unterwegs gewesen, "bis es zu der dubiosen Szene kam. Ich war ehrlich gesagt natürlich sehr überrascht, aber ich war plötzlich vor Lewis und habe die Chance genutzt."

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Verstappen-Crash löst das Drama aus

Hamilton erwischte keinen perfekten Start, doch es reichte, um Rosberg in Schach zu halten, der sich eines heftigen Angriffs von Vettel erwehren musste. Der Ferrari-Pilot war kurzzeitig innen ein bisschen vorn, doch Rosberg hielt dagegen und verteidigte seinen zweiten Rang.

Nachdem das Rennen lange komplett ereignislos verlaufen war und wie so oft in Monaco einer Prozession glich, an deren Spitze Silber dominierte, brachte ein Duell im Mittelfeld das Drama ins Rollen. Der 17 Jahre alte Niederländer Max Verstappen kollidierte im Kampf um Platz zehn mit seinem Toro Rosso mit dem Lotus des Franzosen Romain Grosjean und krachte in die Streckenbegrenzung. Während Verstappen unverletzt aus dem Wrack kletterte, ratterten bei Mercedes die Computer - und warfen zum Leidwesen von Lewis Hamilton das falsche Ergebnis aus.

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