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Fußball  

Valcke: Ein Zeremonienmeister mit Hang zum Patzer

03.06.2015, 19:05 Uhr | dpa

Fußball - Valcke: Ein Zeremonienmeister mit Hang zum Patzer. Jérôme Valcke macht als FIFA-Generalsekretär nicht immer eine glückliche Figur.

Jérôme Valcke macht als FIFA-Generalsekretär nicht immer eine glückliche Figur. Foto: Steffen Schmidt. (Quelle: dpa)

Zürich (dpa) - Fußball-Fans ist Jérôme Valcke vor allem aus seiner Rolle als Zeremonienmeister bei Auslosungen von großen Turnieren bekannt. Und schon dabei stellte der FIFA-Generalsekretär sein Talent für peinliche Auftritte unter Beweis.

Als der brasilianische Starkoch Alex Atala vor dem Confederations Cup 2013 in Brasilien in den falschen Lostopf griff, bemerkte Valcke den Fauxpas zunächst nicht, versuchte ihn danach zu überspielen und agierte recht hilflos. "Herr Präsident, jetzt brauche ich Ihre Hilfe", rief er FIFA-Boss Joseph Blatter im Saal zu.

Ließe sich diese Episode noch als Schmonzette abtun, ist die Situation für Valcke als Mann neben dem scheidenden FIFA-Präsidenten derzeit deutlich ernster. Im aktuellen Korruptionsskandal spielt seine mögliche Verwicklung in eine Zehn-Millionen-Dollar-Zahlung eine wichtige Rolle. Er selbst sieht sich in der Korruptionsaffäre nicht belastet. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sagte Valcke dem Sender France Info. Aus seiner Sicht gebe es keinen Grund, warum er nicht auf dem Posten des Generalsekretärs bleiben sollte. "Ich fühle mich ganz sicher nicht schuldig."

Die "New York Times" hatte berichtet, dass US-Ermittler der Ansicht seien, Valcke sei "der hochrangige FIFA-Offizielle", der 2008 die Zahlung im Zuge von möglicher Korruption um die WM-Vergabe an Südafrika von einem FIFA-Konto auf ein US-Konto überwiesen habe.

Während seiner Laufbahn im Fußball-Weltverband stolperte der 54 Jahre alte Franzose von einem Managementfehler zum nächsten: Im Dezember 2006 trennte sich die FIFA von seinem Marketingdirektor Valcke, nachdem er hinter dem Rücken des damaligen WM-Sponsors MasterCard einen neuen Deal mit Visa ausgehandelt hatte. Die Beilegung des Falls kostete die FIFA mehr als 90 Millionen US-Dollar - doch nur wenige Tage später wurde Valcke überraschenderweise als neuer Generalsekretär berufen.

Auch bei der umstrittenen WM-Vergabe an Katar hatte der ehemalige Journalist eine unrühmliche Rolle. In einer privaten E-Mail an den früheren Weltverbands-Vize Jack Warner deutete Valcke an, dass Katar die Weltmeisterschaft gekauft haben könnte. Warner, der jüngst vorübergehend festgenommen worden war, machte dies öffentlich - Valcke redete sich heraus. Dies sei ein privater Schriftverkehr gewesen.

Auf diplomatischer Ebene handelte Valcke ebenso ungeschickt. Den WM-Gastgeber Brasilien brüskierte er 2012 zwei Jahre vor dem Turnier mit unfeiner Kritik. Die Organisatoren benötigten wohl einen "Tritt in den Hintern", argwöhnte Valcke angesichts schleppender Vorbereitungen.

Nach dem bevorstehenden Abgang von Blatter ist sein FIFA-Abschied vor der nächsten WM sehr wahrscheinlich. Kein neuer FIFA-Chef wird einen Neuanfang mit einem Gesicht des alten Regimes wagen. Die FIFA-Statuten schreiben vor, dass der Generalsekretär vom Präsidenten ernannt wird, nur er kann den Top-Angestellten auch entlassen.

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