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Sportpolitik: Favorit Peking wankt - Almaty holt auf

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Sportpolitik  

Favorit Peking wankt - Almaty holt auf

09.06.2015, 16:27 Uhr | dpa

Sportpolitik: Favorit Peking wankt - Almaty holt auf. Almaty und Peking machen sich Hoffnung auf die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022.

Almaty und Peking machen sich Hoffnung auf die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022. Foto: Jean-Christophe Bott. (Quelle: dpa)

Lausanne (dpa) - Der Favorit Peking wankt, Außenseiter Almaty holt auf. Mit einer starken Präsentation hat die kasachische Stadt am Dienstag in Lausanne im Endspurt um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 die 85 IOC-Mitglieder beeindruckt.

"Ich habe das Gefühl, dass Almaty viel stärker ist und eine bessere Bewerbung hat, als viele Leute das bisher geglaubt haben", sagte Craig Reedie, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nach dem technischen Briefing.

"Sie haben einen guten Job gemacht. Sie waren gut vorbereitet", meinte auch Ski-Weltverbandspräsident Gian Franco Kasper nach dem 45 Minuten langen Auftritt Almatys im Olympischen Museum mit Ministerpräsident Karim Massimow an der Spitze. "Es ist noch zu früh, mehr zu sagen, aber das Rennen wird eng werden." Gewählt wird die Winterspielestadt 2022 am 31. Juli vom IOC-Kongress in Kuala Lumpur/Malaysia.

Neutralität wahrte IOC-Präsident Bach bei der Bewertung der beiden Präsentationen. "Es war wirklich beeindruckend, wie beide Städte die Reformen der Agenda 2020 einbezogen haben", erklärte er. Man sehe den klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Kostenbewusstsein bei der Planung. "Es war eine exzellente Sitzung mit vielen Fragen der IOC-Mitglieder und der internationalen Verbände", sagte Bach.

"Wir sind absolut zufrieden und sicher, dass es ein absoluter Erfolg für uns wird", sagte Almatys Bürgermeister Achmetschan Jessimow. Auch der Vizepräsident des Bewerbungskomitees, Andrej Krjukow, ist nach dem gelungenen Schaulaufen optimistisch: "Wir konnten unsere Stadt und unser Konzept von der besten Seite zeigen. Es ist besser, man sieht sich einmal, als wenn man von etwas 100 Mal hört." Nach dem Bestechungsskandal Ende der 90er Jahre sind Visiten der IOC-Mitglieder in den Bewerberstädten untersagt.

Siegeszuversicht demonstrierte auch die chinesische Delegation. "Wir hatten eine sehr gute Kommunikation mit den IOC-Mitgliedern. Ich bin nun noch zuversichtlicher, was unsere Bewerbung angeht", urteilte Chinas Vizeministerpräsidentin Liu Yandong. Und Pekings Bürgermeister Wang Anshun erwartet nach dem Lausanner Dialog "einen großen Erfolg".

Viel Schnee oder Kunstschnee, Olympia der kurzen Wege oder der langen Distanzen zwischen den Sportarenen: Almaty und Peking sind mit höchst unterschiedlichen Olympia-Konzepten angetreten.

Das 1,6 Millionen Einwohner große Almaty liegt am Fuße des Thien-Shan-Gebirges. Die Stadt wirbt mit kompakten Spielen. 70 Prozent der Sportstätten sind höchstens 30 Kilometer vom Olympischen Dorf entfernt, jede Menge Schneefall im Winter und saubere Luft. 80 Prozent der Wettkampfanlagen sind bereits fertig und werden schon 2017 für die Winter-Universiade genutzt.

Bei Winterspiele in Peking, das bereits 2008 Schauplatz der Sommerspiele war, werden die Athleten mehr Transportzeiten und Wettbewerbe auf Kunstschnee in Kauf nehmen müssen. Die alpinen Veranstaltungen sollen in der 90 Kilometer entfernten Yanking Zone ausgetragen werden. Rund 160 Kilometer weit weg von Chinas Kapitale in der Zhangliakou Zone sind die Medaillenkämpfe der Biathleten, Langläufer, Skispringer, Snowboarder und Freestyler vorgesehen. Für die Eröffnungsfeier ist das bei Olympia 2008 schon für die Leichtathletik genutzte "Vogelnest" vorgesehen.

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