Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Sportereignisse - Kritik an Europaspiele-Ausrichter wächst: "Inakzeptabel"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportereignisse  

Kritik an Europaspiele-Ausrichter wächst: "Inakzeptabel"

10.06.2015, 14:26 Uhr | dpa

Sportereignisse - Kritik an Europaspiele-Ausrichter wächst: "Inakzeptabel". Die Europaspiele finden in Baku statt.

Die Europaspiele finden in Baku statt. Foto: Bernd Thissen. (Quelle: dpa)

Baku (dpa) - Schon vor Eröffnung liegt ein dunkler Schatten auf den Europaspielen. Je näher die Premiere der kontinentalen Wettkämpfe in Baku rückt, desto stärker wird die europaweite Kritik am Ausrichter Aserbaidschan.

Die Regierungsfraktionen wollen pünktlich zur Ouvertüre am Freitag im Deutschen Bundestag die Einhaltung der Menschenrechte in dem autoritär geführten Staat anprangern. Schon bevor Menschenrechtlern die Einreise verwehrt wurde, verlangte der UN-Sonderbeobachter die Freilassung von Aktivisten. Und auch der Deutsche Olympische Sportbund findet klare Worte.

"Man muss eben gerade die Chance solcher Spiele nutzen, um auf die unbefriedigenden und - je nach Thema - inakzeptablen Situationen hinzuweisen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Deutschen Presse-Agentur. Die Forderung von Athletensprecher Christian Schreiber nach Freilassung politischer Gefangener "entspricht vom Grundsatz her voll unserer Denk- und Geisteshaltung."

Fahnenträger und Turn-Star Fabian Hambüchen erklärte vor der Abreise, die Sportler würden sich "zusammensetzen und überlegen, was wir machen werden". Konkrete Aktionen sind aber nicht geplant. "Wir werden diese Veranstaltung nicht nutzen, um eine politische Demonstration durchzuführen", betonte der deutsche Chef de Mission, Dirk Schimmelpfennig. "Aber die freie Meinungsäußerung ist gegeben."

Zum zweiten Mal binnen drei Jahren blickt die Weltöffentlichkeit in die herausgeputzte Hauptstadt, deren glitzernde Fassade den Eindruck perfekter Moderne zu vermitteln scheint. 2012 fand in Baku der Eurovision Song Contest statt, schon damals gingen Hoffnungen einher, das Scheinwerferlicht könne die Dunkelheit in Bezug auf die Menschenrechte aufhellen.

"Alle Leute, die sich vor und nach dem ESC kritisch geäußert haben, sitzen jetzt im Gefängnis", berichtet indes der frühere Blogger Emin Milli, der selbst 16 Monate inhaftiert war und seit März 2013 in Berlin den Exil-Sender Meydan TV aufbaut.

In den zwölf Monaten vor den Europaspielen sei die Regierung von Staatspräsident Ilham Aliyev härter als je zuvor gegen kritische Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und Oppositionelle vorgegangen, beklagt Human Rights Watch. Dutzende von ihnen seien "aufgrund von fingierten, mit langen Haftstrafen verbundenen Anschuldigungen festgenommen" worden. Die Zahl politischer Gefangener im Land ist Menschenrechtlern zufolge auf mehr als 100 gestiegen.

Unter den teils seit Monaten ohne Urteil in Untersuchungshaft sitzenden Andersdenkenden sind etwa die international bekannte Bürgerrechtlerin Leyla Yunus und ihr Mann Arif Yunus sowie die regierungskritische Journalistin Khadija Ismayilova. Aserbaidschan verletzte seine Pflichten als Europaratsmitglied, beklagen internationale Organisationen. Der mit harter Hand regierende Präsident Aliyev weist solche Vorwürfe als Propaganda zurück.

Doch zumindest der verbale Druck erhöht sich. "Während die Vorbereitungen auf die Spiele in vollem Gange waren, haben die aserbaidschanischen Behörden ihre Bemühungen gesteigert, Menschenrechtler zu schikanieren, einzusperren, sie zu überwachen, sie am Reisen zu hindern und ihre Guthaben einzufrieren", sagte der Franzose Michel Forst, Sonderbeobachter der Vereinten Nationen, und forderte Freiheit für die aserbaidschanischen Aktivisten.

Die Ex-Sowjetrepublik jedoch will das Büro der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Baku schließen. Zudem wurde Amnesty International eigenen Angaben zufolge die Reise nach Aserbaidschan verweigert. Die Londoner Organisation Platform teilte mit, dass Menschenrechtlerin Emma Hughes an der Einreise gehindert, vorübergehend festgenommen und des Landes verwiesen worden sei.

Dass gemäß dem alten Mantra der Sport die Kraft hat, die Welt zu ändern, darf nicht nur aus Erfahrung der Winterspiele von Sotschi 2014 bezweifelt werden. Zwar würden durch die verstärkte Wahrnehmung die Probleme offengelegt und ins Bewusstsein gerückt, erklärt DOSB-Präsident Hörmann generell. "Ob es allerdings gelingt, erkennbare Verbesserungen umzusetzen, muss man an mancher Stelle seine Zweifel haben. Da darf man nicht zu hoffnungsvoll und euphorisch drangehen. Die Gefahr, dass die Dinge in diesen Ländern ähnlich weiter laufen, ist relativ groß."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal