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Werder Bremen im Teamcheck: Saisonziel nach Di-Santo-Abgang gefährdet

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Werder Bremen im Teamcheck  

Di Santo bringt Werders Saisonziel in Gefahr

29.07.2015, 17:51 Uhr | t-online.de

Werder Bremen im Teamcheck: Saisonziel nach Di-Santo-Abgang gefährdet. Steht in den nächsten vier Jahren beim FC Schalke 04 unter Vertrag: Franco Di Santo. (Quelle: imago/Revierfoto)

Steht in den nächsten vier Jahren beim FC Schalke 04 unter Vertrag: Franco Di Santo. (Quelle: Revierfoto/imago)

Von Steffen Engesser

Selten traf den SV Werder Bremen ein Abgang so hart und - trotz monatelanger Vertragsverhandlungen - unvorbereitet. Nach dem Blitz-Transfer von Franco Di Santo zum FC Schalke 04 ist plötzlich das Saisonziel in Gefahr. Der von Manager Thomas Eichin ausgegebene "einstellige Tabellenplatz" scheint aufgrund des entstandenen Qualitätsverlustes und der fehlenden finanziellen Mittel für adäquaten Ersatz illusorisch.

Dabei sehnt man sich an der Weser nach einer turbulenten Saison, die man unter Viktor Skripnik letztlich auf Platz zehn beendete, vor allem nach sportlicher Kontinuität und einem ruhigen Umfeld, um den Nachwuchs bestmöglich zu integrieren.

1. Personelle Situation

Mit Di Santo (für 6 Millionen Euro zum FC Schalke 04) und Davie Selke (8 Mio./RB Leipzig) mussten die Hanseaten ihr Top-Sturmduo ziehen lassen. Beide Angreifer erzielten in der vergangenen Saison zusammen 22 Bundesliga-Tore, hatten so maßgeblichen Anteil am Happy-End einer Achterbahn-Spielzeit, die Werder nach einem Katastrophen-Start auf Platz zehn (43 Punkte) beendete. Auch für Sebastian Prödl (ablösefrei/FC Watford), Nils Petersen (2,5 Mio./SC Freiburg) und Keeper Koen Casteels (Leih-Ende, VfL Wolfsburg) endete das Kapitel Bremen in diesem Sommer.

Luca Caldirolas Zeit in der Hansestadt scheint ebenso abgelaufen. Der italienische Innenverteidiger wurde an Aufsteiger SV Darmstadt 98 verliehen, soll sich dort mit starken Leistungen in die Notizblöcke anderer Klubs spielen. Und auch die zuletzt verliehenen Ludovic Obraniak (Caykur Rizespor), Mateo Pavlovic (Ferencvaros Budapest) und Eljero Elia (FC Southampton) sollen von der Gehaltsliste verschwinden und - wenn möglich - noch eine Millionen-Ablöse einbringen.

In Sachen Neuzugängen ging es beim Nord-Klub, der sich seit Jahren auf Konsolidierungskurs befindet, eher übersichtlich zu. Mit Torwart Felix Wiedwald (ablösefrei/Eintracht Frankfurt), Stürmer Anthony Ujah (4,5 Mio./1. FC Köln) und Linksverteidiger Ulisses Garcia (ablösefrei/Grasshoppers Zürich) verpflichteten die Werderaner bislang gerade einmal drei Spieler.

Gleichzeitig unterstrich man mit der zurückhaltenden Einkaufspolitik das selbstauferlegte Credo: Denn statt fertige Profis für teures Geld unter Vertrag zu nehmen, will und muss sich der klamme Bundesligist auf die Jugendarbeit und die eigenen Talente fokussieren. Werder begreift sich wieder als Ausbildungsklub. Mit Maximilian Eggestein, Florian Grillitsch und Levent Aycicek besitzen die Grün-Weißen gleich mehrere Mittelfeldspieler mit enormem Potenzial. Auch Stürmer Melvyn Lorenzen könnte der Durchbruch gelingen.

2. Stärken und Schwächen

Werder scheint die Dauer-Baustelle auf der Torhüter-Position endlich behoben zu haben. Neuzugang Wiedwald, von 2009 bis 2011 bereits für die zweite Werder-Mannschaft aktiv, kehrte nach den Stationen MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt wieder nach Bremen zurück. Der 25-Jährige brillierte in den Vorbereitungsspielen und könnte sich zum großen Rückhalt der Grün-Weißen entwickeln. Der von Trainer Viktor Skripnik zum Saisonstart ausgerufene Zweikampf um die Nummer eins im Tor war schnell entschieden, auch weil Konkurrent Raphael Wolf mit Hüftproblemen wochenlang ausfiel.

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Auch die zweite Neuverpflichtung macht Werder stärker: Selke-Ersatz Anthony Ujah stellte seine Klasse in der Vorbereitung auf Anhieb unter Beweis. Nicht zuletzt wegen des 24-jährigen Nigerianers präsentierte sich Werder in passabler Frühform. Die Hanseaten gewannen acht von neun Testspielen, setzten sich dabei unter anderem eindrucksvoll gegen den FC Sevilla (3:1) und RB Salzburg (4:0) durch.

Die chronische Defensivschwäche wird Werder wohl weiterhin begleiten. Unter Skripnik und Vorgänger Robin Dutt kassierten die Werderaner in der vergangenen Saison zahlreiche Gegentore (65). Das Problem: Vor allem im defensiven Mittelfeld ist der SVW nicht adäquat besetzt. Mit Philipp Bargfrede steht nur ein Spieler mit Bundesliga-Format im Kader. Fällt der verletzungsanfällige Mittelfeldspieler aus, fehlt es an Alternativen.

Generell ist die zweite Reihe alles andere als üppig besetzt. Längerfristige Ausfälle einiger Leistungsträger können fatale Auswirkungen haben.

3. Der Trainer

Viktor Skripnik genießt Kult-Status bei den Werder-Fans und das uneingeschränkte Vertrauen der Vereinsführung. Der 45-jährige Ukrainer übernahm das damalige Schlusslicht Werder in der vergangenen Saison nach neun Spieltagen und führte das Team ins sichere Tabellenmittelfeld. Seine authentische Art kommt an in Bremen. Nach dem Intermezzo von Robin Dutt an der Weser scheint ein längerfristiges Engagement, das in Bremen dank Otto Rehhagel und Thomas Schaaf Tradition hat, durchaus realistisch.

Der Ex-Werder-Profi hat eine klare Spielphilosophie. Skripnik setzt wie in der Vorsaison auf ein 4-4-2-Rauten-System. Im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit soll sein Team allerdings mehr Dominanz ausstrahlen. In der Vorbereitung stand daher vor allem Ballbesitz und Spielkultur auf dem Trainingsplan.

4. Die Prognose

Werder Bremen kommt der Abgang von Top-Stürmer Di Santo teuer zu stehen. Da den Hanseaten die finanziellen Möglichkeiten fehlen, den Argentinier adäquat zu ersetzen, entsteht letztlich ein enormer Qualitätsverlust. Aufgrund der fehlenden Klasse in der Offensive, der chronischen Defensivschwäche und des qualitativ dünn besetzten Kaders rutschen die Grün-Weißen in den Tabellenkeller und verpassen das ausgegebene Saisonziel "einstelliger Tabellenplatz" deutlich.

Am Ende wird Werder jedoch die Klasse halten, nicht zuletzt wegen Trainerfuchs Skripnik, der schon in der Vorsaison bewiesen hat, dass er mit seinem Team im Abstiegskampf bestehen kann.

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