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Bundesliga-Teamcheck: Das Oberhaus ist kein Ausflugsziel für den FC Ingolstadt

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FC Ingolstadt im Teamcheck  

Bundesliga ist kein zeitlich begrenztes Ausflugsziel

23.07.2015, 20:27 Uhr | t-online.de

Bundesliga-Teamcheck: Das Oberhaus ist kein Ausflugsziel für den FC Ingolstadt. Elias Kachunga vom Absteiger Paderborn ist Ingolstadts teuerster Neuzugang. (Quelle: imago/Sven Simon)

Elias Kachunga vom Absteiger Paderborn ist Ingolstadts teuerster Neuzugang. (Quelle: imago/Sven Simon)

Von Marc L. Merten

Hallo Welt, wir sind da! Der FC Ingolstadt 04 – 2004! – stellt sich der Bundesliga vor. Als Zweitliga-Meister aufgestiegen, will das kleine Städtchen in Oberbayern mit den Großen mitmischen. Elf Jahre hat der Klub gebraucht, um aus der Bayernliga nach ganz oben zu kommen. Jetzt wollen sie dort auch bleiben. Wie bei jedem Aufsteiger gibt es Fragen hinter der sportlichen Klasse, um eben jene in der kommenden Saison halten zu können. Jetzt muss der Verein aus der Audi-Stadt beweisen, dass er wirklich mehr ist als ein Werksklub. Denn der will man schließlich nicht sein. 

1. Personelle Situation

Verantwortlich für die sportliche Machbarkeit des Unternehmens Klassenerhalt ist Ex-Bayern- und Schalke-Profi Thomas Linke. Zusammen mit Trainer Ralph Hasenhüttl hat er den Kader bislang nur minimal verändert. Auf der Abgabenseite stehen mit Spielern wie Christian Eigler und André Mijatovic ausschließlich Spieler, die sportlich kaum eine Rolle gespielt haben in der Aufstiegssaison. Geholt haben die Schanzer dagegen Spieler, die passen könnten. 

Der norwegische Nationaltorwart Orjan Nyland kam von Molde FK und kostete eine Million Euro, ist hinter Elias Kachunga vom SC Paderborn (1,5 Mio. Euro) der zweitteuerste Transfer des Sommers. Mit Markus Suttner kam von Austria Wien der Ersatz für den nach Kaiserslautern zurückgeschickten Leon Jessen. Und in Romain Bregerie hat Ingolstadt dem Mitaufsteiger Darmstadt 98 einen wichtigen Baustein des Lilien-Aufstiegs weggeschnappt. Linke bezeichnete alle Positionen mit diesen Transfers als "doppelt besetzt". Die Formulierung "Wir schauen uns weiter um" deutet aber darauf hin, dass der FCI es nicht bei diesen vier Neuzugängen belassen wird. 

2. Stärken und Schwächen 

Das wäre allerdings auch fahrlässig. Denn mitnichten ist der Kader des Aufsteigers bereits so besetzt, als dass man von einem durchweg erstliga-tauglichen Team sprechen könnte. Nicht ohne Grund gab Coach Hasenhüttl zu bedenken, dass es rein sportlich betrachtet "möglicherweise 16 bessere Mannschaften" geben könnte. Mit Nyland hat man zumindest auf der Torhüter-Position merklich nachgebessert und Platzhirsch Ramazan Özcan unter Druck gesetzt. Der 31-Jährige hatte schon in der Zweiten Liga mehrfach Böcke geschossen, hinter seiner Erstliga-Tauglichkeit stehen einige Fragezeigen. 

Die gibt es allerdings nahezu durch die Bank. Ob Marvin Matip, Danny da Costa oder Tobias Levels – im Ingolstädter Kader finden sich diverse Profis, die es im ersten Anlauf in der Bundesliga nicht geschafft haben und nun zeigen wollen, können und müssen, dass sie es doch können. 

Dabei helfen könnte ihnen nicht nur der enorme Zusammenhalt in der Mannschaft, der die Schanzer in einer holprigen Rückrunde ins Ziel gerettet hatte. Auch die mutige Ausrichtung, die Hasenhüttl beibehalten will, soll ihnen in den Spielen Kraft geben. "Sehr lebendig, sehr früh attackieren, den Gegner nicht in Ruhe lassen und zu Fehlern zwingen" – so beschreibt der Coach das Mantra, das er in einem sehr variablen 4-3-3 praktizieren lässt. Kombiniert mit rotierenden Angreifern, die allesamt für Treffer sorgen können, und einem starken Mittelfeld-Duo im Zentrum (Pascal Groß und Roger) soll der Klassenerhalt gelingen. Vor allem Groß dürfte dabei eine zentrale Rolle zukommen. Der Standard-Spezialist servierte in der abgelaufenen Saison überragende 23 Tor-Vorlagen. Bleibt Ingolstadt auch im Oberhaus derart gefährlich nach ruhenden Bällen, hätte der FCI einen Faustpfand im Kampf um den Klassenerhalt in der Hand. 

3. Das Trainer-Gespann 

Ein weiteres Faustpfand soll das Trainer-Gespann sein. Hasenhüttl wird bereits seit seiner Zeit beim VfR Aalen nachgesagt, das Zeug zum Bundesliga-Trainer zu haben. Entscheidend könnte aber vielmehr sein Co-Trainer sein: Es gibt wohl wenige Assistenten, die derart viel erlebt haben und derart erfolgreich waren und sind, wie Michael Henke. Der ehemalige Assi von Ottmar Hitzfeld kennt die Bundesliga aus dem Eff-Eff und wird Hasenhüttl ein wichtiger Ratgeber in dessen erstem Trainer-Jahr im Fußball-Oberhaus sein. Zusammen ist das Trainer-Gespann des FC Ingolstadt in jedem Fall schon erstliga-reif. Wenn sie es jetzt hinbekommen, auch die Spieler erfolgreich durch die Bundesliga zu führen, dann könnte es was werden mit dem Klassenerhalt. 

4. Die Prognose 

Der FC Ingolstadt hat sich unter Linke und Hasenhüttl kontinuierlich zu dem entwickelt, was er heute ist: ein solide aufgestellter, realistisch und perspektivisch arbeitender Aufsteiger, der das Abenteuer Bundesliga nicht mit der rosaroten Brille und als zeitlich begrenztes Ausflugsziel betrachtet. Die sportlichen Bedenken sind allerdings auf fast allen Positionen gegeben und gerechtfertigt. Nur, wenn es die Schanzer schaffen, als Einheit aufzutreten, werden sie dem direkten Wiederabstieg entgehen. Da sie aber eben gerade jenes Zusammengehörigkeitsgefühl in beeindruckender Manier in der vergangenen Saison an den Tag gelegt haben und sich auch von Rückschlägen nicht haben aus der Bahn werfen lassen, ist den Schanzern mit diesem Trainer-Team sogar der direkte Klassenerhalt zuzutrauen.

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