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FIFA-Skandal belastet den WM-Traum von Russland

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Fußball-Weltmeisterschaft  

FIFA-Skandal belastet Russlands WM-Traum

24.07.2015, 15:52 Uhr | dpa

FIFA-Skandal belastet den WM-Traum von Russland. WM-Gastgeber Russland steht im Schatten des FIFA-Skandals.

WM-Gastgeber Russland steht im Schatten des FIFA-Skandals. Foto: Marcus Brandt. (Quelle: dpa)

Die alte Fußballwelt debattiert über Korruption und Amtsmissbrauch in der FIFA - WM-Gastgeber Russland will davon am liebsten nichts hören.

Vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen für das Turnier 2018 am Samstag (17.00 Uhr/MESZ) in St. Petersburg scheitern aber alle Versuche, den Skandal zu ignorieren. Wie ein Schatten liegt er über der Show im Konstantinpalast, wo einst die russischen Zaren große Politik machten.

"Wir möchten die Perle in der Krone der FIFA sein. Wir wollen die beste WM organisieren", betont Russlands Sportminister Witali Mutko vor der Auslosung. Die Schlagzeilen liefert an diesem regnerischen Juli-Tag aber FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke.

Der 54-Jährige sieht für sich selbst keine Zukunft mehr beim skandalumwitterten Weltverband. "Wenn ich ein neuer Präsident wäre, würde ich einen neuen Generalsekretär ernennen", sagt der Franzose. Der FIFA-Kongress wählt am 26. Februar 2016 einen Nachfolger von Präsident Joseph Blatter. Eine Verantwortung für den Korruptionsskandal weist Valcke zurück. Umstritten ist aber seine Rolle bei der von der US-Justiz untersuchten Überweisung von zehn Millionen US-Dollar des WM-Gastgebers 2010, Südafrika, an den Nord- und Mittelamerikanischen Verband und dessen Ex-Chef Jack Warner.

WM-Gastgeber Russland sieht seine Rolle als historisch erster osteuropäischer Gastgeber einer WM angesichts von Diskussionen über Vetternwirtschaft im Weltverband und Rassismus im Fußball unzureichend gewürdigt. "Wir wollen uns 2018 als offenes Land präsentieren", versichert Vize-Regierungschef Igor Schuwalow. Der Transport für Fans soll gratis sein und die Visumpflicht für Ausländer ausgesetzt werden.

Und inmitten einer Wirtschaftskrise betont Minister Mutko, dass die Rohstoff-Weltmacht Russland alles finanziell stemmen werde. "Die WM wird billiger als Olympia (in Sotschi), wo alles kompliziert in die Berge des Kaukasus gebaut werden muss", meint der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin. Bis zum Eröffnungsspiel am 14. Juni 2018 bleibt zwar viel Zeit - aber auch viel Arbeit. In allen elf Austragungsorten im europäischen Teil Russlands wird mit Hochdruck gearbeitet. Vor allem die Infrastruktur gilt als Sorgenkind.

Bei der Präsentation an diesem Samstag will Gastgeber Russland aber andere Schwerpunkte setzen. Vor dem Konstantinpalast knattern die Fahnen Russlands und der FIFA im Wind, neben einer Reiterstatue von Peter dem Großen verlegen Arbeiter eilig Kunstrasen. Und auch Gérard Depardieu lässt sich von Putin gerne als WM-Botschafter einspannen. Bei einer Präsentation in St. Petersburg schwärmt der französische Schauspieler ("Asterix & Obelix"), der seit 2013 den russischen Pass besitzt, vom Riesenreich.

"Ich freue mich auf die WM - und hoffe, dass die Politik den Fußball nicht verdeckt", meint der 66-Jährige. Im Umfeld einer solch hochpolitischen Auslosung dürfte Depardieus Wunsch jedoch ungehört verhallen. In wenigen Wochen will sich Mutko zum Chef des russischen Fußballverbands wählen lassen - ein weiteres Hinweis dafür, wie hochpolitisch die Fußball-Weltmeisterschaft in Putins Reich ist.

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