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Formel 1 fährt in Ungarn auch nach Bianchi-Tod volles Risiko

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"Fahre wie immer"  

Formel 1 geht auch nach Bianchi-Tod volles Risiko

25.07.2015, 10:19 Uhr | dpa

Formel 1 fährt in Ungarn auch nach Bianchi-Tod volles Risiko. Wie immer Vollgas voraus: Lewis Hamilton beim freien Training im Ungarn. (Quelle: dpa)

Wie immer Vollgas voraus: Lewis Hamilton beim freien Training im Ungarn. (Quelle: dpa)

Die Formel 1 hat auch nach dem Tod von Jules Bianchi keine Zeit für langes Innehalten. Die Risikobereitschaft von Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Co. ist ungebrochen. Das zeigte auch der erschreckende Unfall des Mexikaners Sergio Perez beim Auftakttraining auf dem Hungaroring. "Ich habe keine Angst. Ich fahre wie immer", hatte Weltmeister Lewis Hamilton schon zu Beginn des Grand-Prix-Wochenendes in Ungarn gesagt.

Beim zehnten Saisonlauf geht es um die Pole-Position, den Sieg, eine maximale Punktausbeute oder wenigstens eine respektable Platzierung. Da entscheiden wie immer Sekundenbruchteile und eine optimale Strategie. Wer sich da nicht voll und ausschließlich auf das Fahren konzentrieren kann, hat schon verloren.

"Ich habe über die Jahre als Racer gelernt, dass ich alles hinter mir lasse, wenn das Visier unten ist", erklärte Rosberg. Das gilt auf dem Hungaroring speziell wegen der Tragödie um Bianchi, der vor einer Woche an den Folgen seines Renn-Unfalls in Suzuka im Vorjahr starb - aber auch ganz generell für jedwede private oder berufliche Probleme.

Perez kracht in die Leitplanke

Im Freitagstraining wurde die Formel 1 aber beim spektakulären Perez-Crash wieder voll mit dem unkalkulierbaren Risiko und der ständigen Gefahr konfrontiert. Force India verzichtete aus Sicherheitsgründen auf die Teilnahme am zweiten Training. Man wolle erst die Probleme mit der Aufhängung analysieren, teilte das Team mit.

Perez krachte mit seinem Force India in die Leitplanke, prallte auf die Strecke zurück, überschlug sich und blieb kopfüber liegen. Er hatte aber Glück im Unglück und blieb unverletzt. Die Schrecksekunde für alle Beteiligten verdeutlichte aber auf drastische Weise: Nur bei absoluter Fokussierung können die Hochgeschwindigkeitsexperten ihre rund 750 PS starken Geschosse bei über 300 Stundenkilometern sicher beherrschen. Schon aus Selbstschutz müssen die Piloten deshalb alle Nebenaspekte während Training, Qualifikation und Rennen ignorieren.

Kommt doch irgendwann das geschlossene Cockpit?

Bianchis Schicksal wird die Risikobereitschaft nicht verringern und den Fahrstil nicht verändern. Darin sind sich die Hauptdarsteller einig. "Des Risikos muss man sich bewusst sein", urteilte Nico Hülkenberg. "Daran wird sich nicht viel ändern." Familienvater Felipe Massa verriet: "Beim Fahren denke ich nicht daran, dass ich Vater, Mutter, Frau und Kind habe." Der Brasilianer formulierte als primäres Ziel eines jeden: "Man will gewinnen."

Aber ungeachtet aller Priorität auf das reine Rennfahren ist die Sicherheitsdebatte neu entflammt. Schon seit längerem gibt es immer wieder Diskussionen um eine Kuppel über dem Cockpit, um den besonders sensiblen Kopfbereich besser zu schützen. Ein geschlossenes Formel-1-Auto war wegen des Falls Bianchi auch in Ungarn ein Thema.

"Ich weiß nicht, ob das funktioniert oder nicht. Aber wir diskutieren ja immer über Sicherheitsverbesserungen. Und ich kann mir vorstellen, dass die Formel 1 das irgendwann ändert", sagte Lewis Hamilton. Der Weltmeister sei für alle Veränderungen offen, wenn sie denn die Sicherheit verbessern würden, vorausgesetzt, die Formel 1 bleibe spannend und unterhaltsam. "Wenn es sowas wie eine Sonntagsfahrt wird, als wenn man daheim auf dem Sofa sitzt, dann macht das keinen Spaß mehr", schränkte der Mercedes-Star ein.

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