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1. FC Köln im Check: Der FC hat mit Abstieg nichts zu tun

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1. FC Köln im Teamcheck  

Der FC hat mit dem Abstieg nichts zu tun

27.07.2015, 10:55 Uhr | Marc L. Merten, t-online.de

1. FC Köln im Check: Der FC hat mit Abstieg nichts zu tun. Neuzugang Philipp Hosiner soll für den FC auf Torejagd gehen. (Quelle: imago)

Neuzugang Philipp Hosiner soll für den FC auf Torejagd gehen. (Quelle: imago)

Von Marc L. Merten

"Jeder Fan träumt von der Europa League." Das hat Philipp Hosiner vor einer Woche in Kitzbühel gesagt. Der Neuzugang des 1. FC Köln wusste es wohl noch nicht besser. Dass man vorsichtig sein muss in der Domstadt mit dem E-Wort. Dass man im Verein noch immer das K-Wort bevorzugt. K wie Klassenerhalt. Dafür haben die Geißböcke im Sommer einiges getan – vor allem auf dem Transfermarkt. Die Neuzugänge lesen sich vielversprechend. Ein Versprechen, das aber auch ein Risiko in sich birgt. Eines, das man sich in Köln sehr wohl bewusst ist.

1. Personelle Situation

Der 1. FC Köln hat eine bemerkenswerte Transferperiode hinter sich. Spätestens die Verpflichtung von Leonardo Bittencourt von Hannover 96 hat in der Liga aufhorchen lassen. Die Kölner haben durch die Abgänge von Kevin Wimmer (nach Tottenham), Anthony Ujah (Bremen) und Daniel Halfar (FCK) zwar Substanz verloren. Den drei nennenswerten Abgängen stehen allerdings sechs Neuzugänge gegenüber, die es in sich haben.

Der 22-jährige Wimmer wurde durch den deutschen U21-Nationalspieler Dominique Heintz aus Kaiserslautern ersetzt. Für Zehn-Tore-Stürmer Ujah holten die Kölner den Hoffenheimer Strafraum-Spezialisten Anthony Modeste. Für Halfar, der sich nicht hatte durchsetzen können, stockte der Effzeh die lahmende Kreativabteilung im Mittelfeld mit Milos Jojic von Borussia Dortmund und eben jenem Bittencourt auf. Und oben drauf kam mit Frederik Sörensen noch ein hoch veranlagter Innenverteidiger von Juventus Turin als Back-up für den aktuell verletzten Abwehrchef Dominic Maroh.

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Für die Hollywood-reife Transfer-Geschichte des Sommers sorgte aber der Österreicher Hosiner. Der Stürmer hatte schon im Winter nach Köln wechseln sollen. Bei der medizinischen Untersuchung war aber ein Nierentumor festgestellt worden. Nach einer OP, langen Wochen des Bangens und neuerlichen Vertragsgesprächen im Juni klappte der Transfer des 26-Jährigen ein halbes Jahr später doch noch. Sportliche Randbemerkung: Hosiner schoss in der Saison 2012/13 Austria Wien mit 32 Saisontoren zur Meisterschaft. Sein damaliger Trainer bei der Austria: Peter Stöger.

2. Stärken und Schwächen

Eben jener Stöger geht ins dritte Jahr als Trainer der Geißböcke. Nach dem souveränen Aufstieg und einem soliden ersten Bundesliga-Jahr, in dem die Domstädter nie auf einem Abstiegsplatz standen, soll mit dem runderneuerten Kader "der nächste Schritt" gemacht werden, wie Stöger und Manager Jörg Schmadtke betonen. Wie dieser aussieht, ist einfach: die Klasse halten, die 40 Punkte aus dem Vorjahr mindestens wiederholen und die Schwächen aus den letzten Jahren abstellen.

Schwäche 1: Standards. Dafür wurden Jojic und Bittencourt als ausführende Kräfte sowie die kopfballstarken Heintz, Sörensen und Modeste verpflichtet. Schwäche 2: Ideen im Mittelfeld. Auch hierfür wurden Jojic und Bittencourt verpflichtet, zudem soll ein flexibles 4-1-4-1 künftig für mehr Offensivdrang sorgen als in der angriffsschwachen Saison 14/15.

Helfen dabei sollen die großen Stärken der letzten zwei Jahre unter Stöger: Stärke 1: die Defensive. Mit 40 Gegentoren hatte der FC die fünfstärkste Abwehr der letzten Saison gestellt – klar, dass Stöger diese Stabilität nicht gefährden will. Stärke 2: der Teamgeist. Auch nach den gerade erst getätigten Transfers ist die Mannschaft schon wieder als Einheit zu erkennen. Die Neuen wurden im Eiltempo integriert, Stöger hat seine Truppe im Griff.

3. Das Trainer-Gespann

Zusammen mit seinem Assistenten Manfred Schmid ist es Stöger gelungen, eine homogene Mannschaft zu formen, die seinen Vorgaben auf dem Feld folgt. Auch, wenn es weder für Spieler noch für Zuschauer mitunter attraktiv ist. "Wir haben nur eine Aufgabe: den Verein in der Bundesliga zu halten", betont Stöger. Dafür spielt er lieber dreimal hintereinander 0:0, als einen Sieg einzufahren, aber zweimal die Hütte voll zu kriegen. Die Defensivorganisation wird deswegen auch diese Saison wieder im Zentrum der Kölner Arbeit stehen.

Als seine größte Aufgabe sieht es Stöger an, die nun hinzugeholten Optionen in der Offensive gewinnbringend einzusetzen. Bittencourt und Jojic versprechen ebenso spielerische Qualität wie die Knipser Modeste und Hosiner vorne Tore versprechen. "Wir haben eine höhere Leistungsdichte", freut sich Stöger. "Jetzt ist es unsere Aufgabe, daraus das Beste für den Verein zu machen."

Sein Vertrag beim 1. FC Köln läuft noch bis 2017. Wie zufrieden man mit Stögers Arbeit bei den Geißböcken ist und welches Vertrauen man hat, zeigt, dass Manager Schmadtke bereits mit Stöger verlängern möchte. Stöger sitzt bombenfest im Sattel. So fest, wie man es in Köln jahrelang für unmöglich gehalten hat.

4. Die Prognose

Peter Stöger muss ein Spagat gelingen. Er will die defensive Stabilität der letzten zwei Jahre nicht aufgeben, aber offensiv endlich attraktiveren und erfolgreicheren Fußball spielen lassen. Weil ihm aber neben dem verkauften Wimmer nun auch der verletzte Maroh wochenlang fehlen wird, muss er mit einer komplett neuen Innenverteidigung in die Saison starten. Reihen sich Heintz und Sörensen nahtlos in die aggressive, bewährte Defensive der Kölner ein und schlagen Jojic und Bittencourt genauso ein wie Modeste und Hosiner, dürfte dem Effzeh eine sorgenfreie Saison im Bundesliga-Mittelfeld bevorstehen.

Kommt es aber zur ersten echten Ergebnis-Krise unter Stöger, muss sich zeigen, wie gefestigt die Kölner wirklich sind nach zwei erfolgreichen Jahren. Die Ansprüche sind nach dem für die finanziell noch immer klammen Geißböcke fast schon spektakulären Transfersommer sicher nicht geringer geworden. Von der Europa League sprechen zwar selbst unter den Fans nur die wenigsten – und schon gar niemand vom Verein, wenn man mal vom Köln-unerfahrenen Hosiner absieht. Doch die Erwartungshaltung ist gestiegen. Nicht nur beim Anhang, sondern auch beim 1. FC Köln selbst.

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