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Behindertensport: Deutsche wollen bei Paracycling-WM für Rio punkten

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Behindertensport  

Deutsche wollen bei Paracycling-WM für Rio punkten

27.07.2015, 07:50 Uhr | dpa

Behindertensport: Deutsche wollen bei Paracycling-WM für Rio punkten. Auf Andrea Eskau (r) und Dorothee Vieth ruhen die deutschen Hoffnungen bei der Paracycling-WM.

Auf Andrea Eskau (r) und Dorothee Vieth ruhen die deutschen Hoffnungen bei der Paracycling-WM. Foto (2012): Daniel Karmann Foto: Daniel Karmann. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Für Dorothee Vieth ist ein Radrennen wie ein Solo im Konzert. "Du übst täglich, du bereitest dich vor und dann kommt der eine Moment, wo du das Erarbeitete abrufen musst. Dann muss es funktionieren, eine zweite Chance gibt es nicht", erklärt die Behindertensportlerin aus Hamburg.

Als Athletin kämpft die 55-Jährige mit purer Kraft um Sekunden, in ihrem Beruf als Geigenspielerin und -lehrerin ist hingegen Fingerspitzengefühl gefragt. Dass das eine das andere nicht ausschließt, will sie wieder bei der am 28. Juli in Nottwil (Schweiz) beginnenden Paracycling-Weltmeisterschaft zeigen.

Auf dem anspruchsvollen Kurs wird sich Dorothee Vieth im Zeitfahren und im Straßenrennen wieder packende Duelle mit ihrer Dauerrivalin Andrea Eskau liefern. "Ich gehe davon aus, dass beide bei der WM um die Medaillen mitfahren werden", sagt Bundestrainer Patrick Kromer. Beim Heim-Weltcup am vergangenen Wochenenden endete das direkte Duell der beiden 1:1. Vieth gewann das Zeitfahren, Eskau das Straßenrennen. Insgesamt heimsten die Deutschen bei der WM-Generalprobe sieben Siege und zehn weitere Podestplätze ein.

In einem Jahr, in dem es um die Qualifikation für die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro geht, muss man vieles unterordnen. Seit Mai war Vieth nicht mehr zu Hause. Doch das hat sich bisher gelohnt: Vieth entschied bereits drei Weltcups für sich. "Ich bin tatsächlich sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist", sagt sie.

Ein Teil ihres Erfolges hat sicher auch mit dem neuen Handbike zu tun. Eine Videoanalyse von der letzten WM ergab, dass Vieth an Anstiegen immer wieder Boden verlor. Entscheidend ist, die Kraft aus dem Oberkörper ideal auf die Pedale zu bringen, dafür müssen Mensch und Maschine optimal aufeinander abgestimmt sein. Vieths vorheriges Rad war bereits sieben Jahre alt, es musste etwas passieren.

"Ohne neues Rad hätte ich keine Chance auf Rio gehabt", sagt sie. Also ließ sie sich ein neues Rad bauen. Exakt auf sie angepasst, absolute Maßarbeit: "Auf diesen Sitz passe nur ich." 20 000 Euro kostete das High-Tech-Sportgerät, ohne Sponsoren für Vieth kaum zu machen. "Die Alexander-Otto-Stiftung und mein Verein, der HSV, haben mir sehr großzügig geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar."

Die Magdeburgerin Andrea Eskau, die bei Paralympcis auch im Biathlon und Langlauf schon Gold gewann, war in den letzten Jahren immer ein bisschen erfolgreicher als Vieth. Sie holte Gold bei den Paralympics 2012 in London im Zeitfahren und auf der Straße, Vieth wurde Zweite und Dritte. In Peking 2008 siegte Eskau im Straßenrennen, Vieth holte Bronze. So war es meist - bis 2014. "Seitdem hat sich Dorothee noch einmal stark verbessert, das muss man absolut anerkennen", so Kromer.

Nun will sie Richtung Rio voll angreifen. Die Chancen für eine Nominierung stehen gut, mit 55 Jahren würde Vieth in Brasilien ihre dritten Paralympics erleben. Ist das nicht ein bisschen zu alt für eine Hochleistungssportlerin? "Man muss zwischen Lebensalter und Sportalter unterscheiden", erklärt Dorothee Vieth, die erst 2002 nach einem Unfall mit einem Motorroller und anschließender Lähmung der linken Bein- und Gesäßmuskulatur ins Handbike stieg. "Außerdem ist bei unserem Sport die Ausdauerleistung wichtig, und da sind ältere Athleten oft stark - auch bei den Nichtbehinderten." Auch Andrea Eskau ist bereits 44 Jahre alt.

Derweil räumt Bundestrainer Kromer beim Jahreshöhepunkt in der Schweiz zudem Paralympics-Sieger Michael Teuber, Denise Schindler, Erich Winkler und Christiane Reppe gute Medaillenchancen ein: "Wichtig ist, dass wir als Nation möglichst viele Punkte für Startplätze in Rio sammeln."

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