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Sportpolitik  

Außenseiter Almaty: Kasachstan träumt von Olympia

29.07.2015, 07:51 Uhr | dpa

Sportpolitik - Außenseiter Almaty: Kasachstan träumt von Olympia. Experten finden für Almaty als Austragungsort der Winterspiele immer wieder lobende Worte.

Experten finden für Almaty als Austragungsort der Winterspiele immer wieder lobende Worte. Foto: Anatoly Maltsev. (Quelle: dpa)

Almaty (dpa) - Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew sparte nicht mit großen Worten, als er die Vorzüge von Olympia-Kandidat Almaty lobte.

Die Bewerbung der größten Stadt des Landes für die Winterspiele 2022 sei eine geradezu historische Mission, schwärmte der schon seit Sowjetzeiten amtierende Staatschef unlängst in der Hauptstadt Astana, wo 2017 die Weltausstellung Expo stattfinden wird.

Auch Experten finden für Almaty immer wieder lobende Worte: Die 1,6-Millionen-Einwohner-Stadt am Fuße des Thien-Shan-Gebirges besitze eine große Wintersporttradition mit imposanten Pisten, malerischen Bergen und einer sportbegeisterten Bevölkerung, meinen sie. Auf der Medeo-Eisschnelllaufbahn sind international wohl die meisten Rekorde gelaufen worden. Und die Sunkar-Sprungschanzen gehören für viele zu den spektakulärsten Wintersportstätten der Welt.

Dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat Almaty zugesagt, dass für die Spiele 2022 keine überdimensionierten Bauten inmitten der Winterlandschaft entstehen sollen. Olympia in Kasachstan werde nicht zum "Milliardengrab für Betonruinen", betont Timur Dossimbetow vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK) der früheren Sowjetrepublik.

Er verweist dabei auf die völlig neuen Anlagen, die für die Asien-Winterspiele 2011 entstanden seien und rege genutzt würden. Weitere Projekte seien für die Winter-Universiade 2017 bereits im Bau, sagt der Funktionär. Danach sollen dann 80 Prozent der möglichen Olympia-Arenen stehen, und der Rest soll nicht sehr teuer werden.

Erhalte Almaty den Zuschlag, müssten nur das Olympische Dorf sowie eine Halle für Eiswettbewerbe und eine Bob- und Rodelbahn gebaut werden, heißt es in Astana. Alle Sportstätten befänden sich in einem Radius von 35 Kilometern, sagt Behördensprecher Ilja Urassakow. "Es wären die wohl kompaktesten Winterspiele der Geschichte", meint er.

Dennoch bleiben Zweifel, denn dem Steppenstaat in Zentralasien werden Geldprobleme nachgesagt. Der Verfall des Ölpreises trifft das rohstoffreiche Land hart. Und da sich Kasachstan in einem Wirtschaftsverbund mit Russland befindet, beeinflusst die Talfahrt des russischen Rubels auch die Landeswährung Tenge. Als fürchte er die Kosten der Spiele, hielt sich Präsident Nasarbajew zuletzt auffällig zurück mit überschwänglichen Worten für Olympia 2022.

Politisch ist die Situation zwiespältig. Aus Sicht des Westens kommt Kasachstan auch wegen des Konflikts im nahen Afghanistan eine Sonderrolle als Stabilitätsfaktor in der unruhigen Region zu. Andererseits gilt die demokratische Entwicklung als höchst prekär. Menschenrechtler werfen Nasarbajew einen autoritären Amtsstil vor.

Kritik am Staat gilt in Astana jedoch als unerwünscht. Proteste etwa gegen Druck auf die Opposition oder eine zunehmende Zensur im Internet verhallen ohne Wirkung. Auch Appelle der Bundesregierung an Nasarbajew, die Menschenrechte zu stärken, blieben folgenlos. Zwar macht die Führung in Astana immer wieder blumige Reformversprechen. Doch statt zum Beispiel einer Lockerung des Mehrparteiensystems dominiert Nasarbajews Partei Nur Otan weiterhin klar das Parlament.

Weil viele Sportstätten bereits fertiggestellt sind, wirbt Almaty mit "kostengünstigen" Spielen. Beobachter fürchten aber Mehrausgaben, denn Korruption und Vetternwirtschaft ist auch in Kasachstan weit verbreitet. Zuletzt machte etwa die Unterschlagung von fünf Millionen US-Dollar für die Aids-Hilfe Negativschlagzeilen.

Zwar gelte Olympia als Chance, das Image des neuntgrößten Landes der Erde zu verbessern, meinen Zeitungen in Astana. Viele Beamte würden das Ringe-Spektakel aber wohl als Chance sehen, sich zu bereichern.

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