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Sportpolitik - Menschenrechte: Hoffnung und Kritik nach Wahl Pekings

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Sportpolitik  

Menschenrechte: Hoffnung und Kritik nach Wahl Pekings

31.07.2015, 13:55 Uhr | dpa

Sportpolitik - Menschenrechte: Hoffnung und Kritik nach Wahl Pekings. Friedhelm Julius Beucher ist Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes.

Friedhelm Julius Beucher ist Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes. Foto: Sven Hoppe. (Quelle: dpa)

Frechen (dpa) - Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, erhofft sich durch die Vergabe der Olympischen Winterspiele und der Winter-Paralympics 2022 an Peking eine Verbesserung der Menschenrechtssituation in China.

"Es bleibt zu hoffen, dass durch die Entscheidung, die Olympischen und Paralympischen Spiele nach Peking zu vergeben, die positiven Wirkungen des Sports schrittweise dabei helfen, die Menschenrechte zu respektieren. Und zwar so, wie es sich für ein friedvolles Miteinander auf der Welt gehört", teilte der frühere Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses am Freitag mit.

Der einstige SPD-Bundestagsabgeordnete Beucher zeigte sich überzeugt, dass München eine bessere Alternative gewesen wäre. "Hinsichtlich der Nachteile beider Bewerberstädte wäre Deutschland mit München wohl eindeutiger Sieger gewesen, wenn die Bevölkerung uns im Rennen gelassen hätte", sagte er. In den beiden zuletzt verbliebenen Ländern China und Kasachstan mit Almaty seien "teils dramatische Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung".

Beucher konzedierte, dass durch die Sommer-Paralympics 2008 in Peking eine gute Entwicklung für Sportler mit Behinderung eingetreten sei. "Wir hoffen, dass sich dies durch die erneute Ausrichtung von Paralympischen Spielen auf alle Menschen mit Behinderung ausweitet. Das wäre ein hoffnungsvolles Zeichen", ergänzte Beucher.

Von Menschenrechtsorganisationen hingegen ist die Vergabe an Peking scharf kritisiert worden. In Reaktionen wurde vor verschärfter Verfolgung von Bürgerrechtlern und Unterdrückung von Minderheiten gewarnt. "Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erweist der olympischen Idee und den Menschenrechten in China damit einen Bärendienst", fand die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen.

"Hunderte Menschenrechtler in China werden diese Fehlentscheidung mit Haft oder sogar ihrem Leben bezahlen müssen, da die Volksrepublik vor den Spielen erneut ihre Verfolgung von Uiguren, Tibetern, Mongolen und Anhängern der Demokratiebewegung verstärken wird", sagte der GfbV-Experte Ulrich Delius. IOC-Präsident Thomas Bach müsse sich für verfolgte Journalisten, Blogger und Anwälte in China einsetzen und einen Missbrauch der Spiele für Pekings Propaganda verhindern.

"Das IOC hat die falsche Botschaft an die falschen Leute zur falschen Zeit gesendet", kritisierte die Tibet Initiative Deutschland. "Die chinesische Regierung hat es einmal mehr geschafft, dass die Welt ihre verheerenden Menschenrechtsverletzungen einfach so hinnimmt." Die Ehre, Olympische Spiele zum zweiten Mal austragen zu dürfen, sei "ein Propaganda-Geschenk" zu einer Zeit, wo Chinas Regierung eigentlich für ihre Menschenrechtspolitik abgestraft werden müsste.

Auch die Hamburger NOlympia-Bewegung hat die Vergabe an Peking scharf kritisiert. Die Entscheidung sei ein "Alptraum für die Menschenrechte", erklärte NOlympia-Sprecher Florian Kasiske in der Hansestadt. Würde das Internationale Olympische Komitee (IOC) es ernst meinen mit den in der Agenda 2020 beschlossenen Empfehlungen zur Wahrung von Menschenrechten, hätte es den Auswahlprozess aussetzen müssen, nachdem nur noch Peking und Almaty als Bewerber übriggeblieben waren, erklärte NOlympia.

Angesichts des fragwürdigen Demokratie-Verständnisses des IOC sei es wenig verwunderlich, dass Olympische Spiele immer wieder in autoritären Regimen ausgetragen werden. "Mit der Bewerbung Hamburgs legitimiert Hamburg das IOC, das sich immer wieder mit autoritären Regimen einlässt", sagte Kasiske.

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