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Schwimm-WM 2015: Doping schwimmt in Kasan mit

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Schwimm-WM 2015  

Doping schwimmt bei der WM in Kasan mit

04.08.2015, 16:50 Uhr | dpa

Schwimm-WM 2015: Doping schwimmt in Kasan mit. Der Chinese Sun Yang wurde nur drei Monate lang gesperrt.

Der Chinese Sun Yang wurde nur drei Monate lang gesperrt. Foto: Valdrin Xhemaj. (Quelle: dpa)

Kasan (dpa) - Bei perfekten WM-Bildern mit Weltrekorden und Top-Rennen schwimmt mehr denn je der Doping-Zweifel mit: Gastgeber Russland mit knapp zwei Dutzend Fällen, auffallend kurze Sperren gegen ertappte Stars, die dann in Kasan vorne sind, Dopingfälle in bislang eher unverdächtigen Nationen.

All das wirft Fragen auf, auch innerhalb der Schwimmszene. "Es wird natürlich immer schwieriger, sich gegen andere, die nicht sauber arbeiten, zu behaupten", sagt etwa der deutsche Chefbundestrainer Henning Lambertz.

16 Athleten, die bereits positiv getestet worden sind, schwimmen nach einer Auflistung des renommierten Fachportals "swimvortex.com" bei dieser WM. Die Deutsche Presse-Agentur listet einige Brennpunkte auf.

WM-GASTGEBER RUSSLAND: Julija Jefimowa steht stellvertretend für den schönen Schein dieser WM. Die Weltmeisterin wurde im Oktober 2013 positiv auf ein anaboles Steroid getestet. Statt für zwei Jahre zog der Weltverband die Weltrekordlerin für 16 Monate aus dem Verkehr - so konnte Jefimowa prompt zur Heim-WM wieder starten. Die Begründung für die verkürzte Sperre: Absicht könne nicht unterstellt werden. Jefimowa hatte ein verunreinigtes Diätmittel als Grund für den positiven Test angegeben.

Nach ihrem vom russischen Publikum gefeierten Auftritt über 100 Meter Brust offenbarte Jefimowa eine eigene Sicht. "Ich vergleiche das mit Autofahren. Wenn man zu schnell ist, bekommt man ein Ticket und bezahlt das", sagte sie lächelnd im ZDF. Die Konkurrenz kann über das Thema grundsätzlich nicht schmunzeln. Litauens Olympiasiegerin Ruta Meilutyte etwa hat "jeglichen Respekt verloren".

CHINAS STAR: Sun Yang wurde im Mai 2014 positiv auf das Stimulanz Trimetazidin getestet. China machte das erst Ende November publik, unternahm zunächst nichts. Erst nach Einwand der FINA, die eine Strafe verlangte, sperrte China den Vorzeigeschwimmer für drei Monate - passenderweise in der wettkampflosen Zeit. Alle Schuld wurde Sun Yangs Arzt gegeben, der als Delegationsmitglied in Kasan dabei ist.

Der Doppel-Olympiasieger selbst zeigte sich in Kasan verärgert über Nachfragen. "Ich kann nicht verstehen, warum die Medien daraus so ein Thema machen. Es gibt keinen Grund an unseren Leistungen zu zweifeln. Das ist respektlos", sagte Sun Yang, Weltmeister über 400 Meter.

DER WELTVERBAND FINA: Streng genommen stand Kasan als WM-Gastgeber auf der Kippe. Nach einer FINA-Regel muss ein Verband für ein Jahr suspendiert werden, wenn innerhalb eines Jahres vier Athleten positiv getestet werden. 2014 waren es schon drei, seit der WM-Vergabe an Kasan vor vier Jahren fast zwei Dutzend. Doch ist schwer vorstellbar, dass ein Verband erst Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem höchsten Orden ehrt und dann die WM entzieht.

Auf dpa-Nachfrage, wie viel Dopingtests in Kasan durchgeführt werden, überraschte Generalsekretär Cornel Marculescu zunächst mit der Zahl 3000 - das wären mehr als Athleten starten. Nach Rückfrage per Handy nannte er dann knapp 1000 Tests, darunter 420 für angelegte Blutprofile.

Im Fall Sun Yang betonte Marculescu, dass die Chinesen erst nach FINA-Intervention eine Sperre ausgesprochen hätten. "Zuerst waren wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden, und sagten: Das ist nicht genug, überprüft das." Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hätte die Kürze der Sperre anfechten können, es aber unterlassen. Im Falle von Südkoreas Olympiasieger Park Tae-hwan habe die FINA nach dessen Testosteron- Einnahme mit 18 Monaten Sperre durchaus angemessen reagiert.

DEUTSCHE ZURÜCKHALTUNG: Offen zeigen deutsche Schwimmer nicht auf die Konkurrenz. "Ich werde im Monat mindestens einmal bis zweimal kontrolliert, halte mich an die Anti-Doping-Richtlinien. Bei solchen Sachen muss man erstmal auf sich selber gucken. Ich bin keiner, der über andere urteilt", sagt etwa Weltrekordler Paul Biedermann. Aber auch die DSV-Schwimmer wissen nicht erst seit den ARD-Recherchen zu flächendeckendem Doping in Russland oder Kenia, dass nicht nur die Leichtathletik betroffen sein kann. Dass bislang eher unverdächtige Vorzeige-Nationen im Anti-Doping-Kampf wie Australien in der Staffel-Olympiasiegerin Kylie Palmer nun ebenfalls prominente Fälle haben, hat allerdings auch Lambertz "schon überrascht".

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