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Olympia 2016: Der IOC-Präsident und die Caipirinha

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Olympia  

Der IOC-Präsident und die Caipirinha

06.08.2015, 10:20 Uhr | dpa

Olympia 2016: Der IOC-Präsident und die Caipirinha. Thomas Bach absolviert in Rio ein straffes Programm.

Thomas Bach absolviert in Rio ein straffes Programm. Foto: Antonio Lacerda. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Thomas Bach im Meer. Thomas Bach beim Schießen eines Elfmeters am Strand. Der IOC-Präsident präsentiert sich bereits im Rio-Fieber. Doch bei der groß angekündigten Präsentation zum Stand der Vorbereitungen für die ersten Olympischen Spiele in Südamerika fehlt er.

Zum Warum gibt es zwei Versionen - bis zum Entzünden des olympischen Feuers müssen Organisatoren und IOC noch an einer etwas besseren Abstimmung arbeiten. Der Fall ist ein wenig bezeichnend.

"Ich habe gestern eine Caipirinha mit ihm getrunken", lässt Rios Bürgermeister Eduardo Paes die internationalen Journalisten in der für 16 000 Zuschauer geplanten Basketball-Halle Carioca 1 wissen. "Brasilianische Caipirinha macht die Leute müde", sagt Paes auf seine bisweilen flapsige, recht hemdsärmelige Art. Bach habe einen 30-Stunden-Flug und eine sehr anstrengende IOC-Vollversammlung in Kuala Lumpur hinter sich. Auch der Organisationschef von Rio 2016, Carlos Arthur Nuzman führt das Fehlen Bachs auf Müdigkeit zurück.

Liegt Bach also im Hotelbett und schläft mal so richtig aus? Obwohl er am Vortag doch recht agil wirkte? Das IOC will das nicht so stehen lassen, Bachs Teilnahme im Olympiapark sei überhaupt nicht geplant gewesen. "Der Präsident hat am Morgen Athleten getroffen", betont IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. Später bei einer Zeremonie zum Ein-Jahres-Countdown mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist Bach dabei. Offiziell ist das IOC zufrieden mit den Vorbereitungen.

Die Bauarbeiten sind so beschleunigt worden, dass 82 Prozent im Olympiapark von Barra, der 40 Kilometer von der Copacabana entfernt liegt, fertiggestellt sind. Aber das Velodrom ist noch im Rohbau, beim Tennisstadion ist auch noch viel zu tun. 16 Disziplinen finden hier statt - aber das Olympiastadion (60 000 Plätze) ist 16 Kilometer entfernt, hier gab es Bedenken, ob die Dachkonstruktion stabil ist. Und Eröffnungs- und Schlussfeier finden im Fußballstadion statt, das muss hier so sein, im Maracanã. Es ist kein Olympia kurzer Wege.

Rios Organisatoren sind genervt von den vielen Vorurteilen und dem Misstrauen, das ihnen entgegenschwappt; vom Eindruck, in Rio müssten Schwimmer, Ruderer und Segler in ekelhaften Kloaken, im Dreck um Gold kämpfen. Die deutschen Triathleten waren am Wochenende bei einem Test zufrieden mit der Wasserqualität vor Copacabana, auch für die Ruderer dürfte es in der malerischen Lagune Rodrigo de Freitas, die umgeben ist von Rio-typischen grünen Bergen, keine größeren Probleme geben.

Vor allem die Guanabara-Bucht, wo gesegelt wird, ist ein wirklich sehr großes Sorgenkind. "Die Probleme mit den hereingeleiteten Abwässern werden wir auf bestmögliche Weise behandeln", verspricht Nuzmann, der auch Chef des nationalen Olympischen Komitees ist. Eine als Plan B ins Spiel gebrachte Verlegung in das 190 Kilometer nordöstlich von Rio gelegene Buzios weist er allein schon aus logistischen Gründen zurück: "Man braucht mehr als Wasser und Wind." 

Aber dass auch das IOC auf Anraten der Weltgesundheitsorganisation eigene Tests der Wasserqualität in der Bucht durchführen wird, spricht schon Bände. Die Debatte drängt die vielen Chancen in den Hintergrund: Erstmals wird das Umweltproblem überhaupt ernsthaft angegangen, dutzende Schnellbuslinien, die auf exklusiven Fahrspuren unterwegs sind, entstehen - eine Verbesserung für viele Bürger in der 6,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt, die weniger Zeit in Staus verbringen. Und mit der Metro-Linie 4 soll es von der Copacabana nach Barra nur noch 21 Minuten statt über eine Stunde dauern. Über 300 000 Menschen soll sie am Tag befördern. Aber noch ist nicht sicher, dass sie fertig wird, dann gäbe es zu Olympia ein Transportchaos.

Rousseff betont, die öffentliche Sicherheit werde ebenfalls deutlich erhöht. 85 000 Polizisten sollen die Spiele sichern, doppelt so viele wie in London 2012. "Wir werden alle Gäste sehr herzlich empfangen", sagt sie. Und die Bilder werden großartig sein, das ist schon einmal sicher. Ebenso ein Rekord, dank der Aufnahme des Süd-Sudan in die IOC-Familie. "Erstmals werden 206 Verbände an Olympischen Spielen teilnehmen", frohlockt Guzmann. Damit sich alle wohlfühlen, bleibt viel zu tun. Gemessen am Optimismus der Organisatoren, sollte Bach bis zum August 2016 aber nicht allzu viele schlaflose Nächte haben.

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