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SV Darmstadt 98 startet furios: "Wir können Bundesliga"

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Großes Spektakel zum Start  

Aufsteiger Darmstadt furios: "Wir können Bundesliga"

16.08.2015, 08:02 Uhr | Sebastian Schlichting, t-online.de

SV Darmstadt 98 startet furios: "Wir können Bundesliga". Kapitän Aytac Sulu (li.) klatscht mit Fabian Holland, Jerome Gondorf und Marcel Heller ab. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Kapitän Aytac Sulu (li.) klatscht mit Fabian Holland, Jerome Gondorf und Marcel Heller ab. (Quelle: Jan Huebner/imago)

Aus Darmstadt berichtet Sebastian Schlichting

Am Ende fand das spektakuläre Bundesliga-Comeback des SV Darmstadt 98 einen unspektakulären Abschluss. Ron-Robert Zieler war aufgerückt und wollte nah der Mittellinie den Freistoß ausführen. Doch dazu kam der Torwart von Hannover 96 nicht mehr. Schiedsrichter Felix Brych pfiff die Partie ab.

Am Spektakel am Böllenfalltor hatte der Aufsteiger großen Anteil. So großen, dass Mittelfeldspieler Marco Sailer nach dem 2:2 (1:0) sagte: "Es tut ein bisschen weh, dass wir nicht gewonnen haben." Er dürfte dabei vor allem an das Eigentor und die zwei Aluminiumtreffer gedacht haben. Doch es überwog die Zufriedenheit nach seinem ersten Bundesligaspiel: "Heute ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Gleich nach dem Aufstehen habe ich sofort an das Spiel gedacht. Ich bin einfach glücklich."

"Waren mit Hannover auf Augenhöhe"

Um kurz vor 15.30 Uhr hatte der Stadionsprecher am Böllenfalltor gerufen: "Bölle, ich will dich hören. So laut wie seit 33 Jahren nicht mehr." Dieser Aufforderung hätte es nicht bedurft. Schon als die Spieler nach dem Warmmachen in die Kabine gelaufen waren, hatten sich die Zuschauer auf der Tribüne erhoben und laut Beifall geklatscht. Der zuvor letzte Bundesliga-Auftritt datierte vom 29. Mai 1982, ein 1:6 bei Borussia Mönchengladbach.

Nicht nur wegen der wenigen erstligaerfahrenen Spieler - aus der Startelf haben nur die Zugänge Peter Niemeyer, Luca Caldirola und Konstantin Rausch mehr als 50 Partien absolviert – hatten sich viele gefragt, ob die Mannschaft, die die "Süddeutsche Zeitung" jüngst die "Galgenvögel der Liga" nannte, nach zwei sensationellen Aufstiegen in Folge auch im Oberhaus mithalten könne. Gut 90 Minuten später war die Antwort fürs Erste gegeben: "Wir haben bewiesen, dass wir Bundesliga können", sagte Kapitän Aytac Sulu. "Wir waren mit Hannover auf Augenhöhe", ergänzte Trainer Dirk Schuster.

Altbekannte Stärken bei den Darmstädtern

Nicht nur das. Sein Team besaß am Ende sogar die deutlich besseren Chancen. So lenkte Zieler einen Kopfball von Sailer per Glanztat an den Pfosten (70.), Dominik Stroh-Engel köpfte an die Latte (81.).  Dieser Offensivdrang überraschte sogar den Trainer: "Das hat man von uns nicht immer gesehen." Da auch Hannover unbedingt gewinnen wollte, war es nach einer verhaltenen ersten halben Stunde, in der bis auf einen Lattenkopfball von Hannovers Marcelo nicht viel passierte, "ein tolles Spiel mit offenem Visier", so 96-Trainer Michael Frontzeck.

Die Fülle an Darmstädter Chancen war ungewohnt, die weiteren Stärken dagegen altbekannt: Teamgeist und Kampf bis zum Umfallen. Bestens symbolisiert durch Marcel Heller. Der spätere zweifache Torschütze hatte in der 24. Minute nach einem Fehler von Mitspieler Jerome Gondorf "bestimmt zehn Meter Rückstand" (Trainer Schuster) im Laufduell mit Edgar Prib. Doch er holte Prib im Strafraum ein, grätschte den Ball fair weg und leitete den Aufbau ein. "Für mich war das die Szene des Spiels, und nicht seine zwei Tore", sagte Schuster: "Diese Szene hat gezeigt, dass jeder für den anderen da ist und Wege geht, die weh tun."

Heller mit Treffer Marke Tor des Monats

Auch die Treffer der Lilien waren ein Resultat des unbedingten Willens: Beim 1:0 rannte Heller in einem Höllentempo nach einer abgefangenen Ecke tief aus der eigenen Hälfte los, baute im gegnerischen Strafraum einen Schlenker ein und schickte den Ball mit Berührung der Latten-Unterkante ins Netz – ein Treffer der Marke Tor des Monats (31.). Solche Aktionen kenne er von Heller, sagte Schuster trocken: "Dass der Ball reingeht, ist jedoch eher selten."

Der Torschütze wusste sofort, was sein Trainer meinte und warnte: "Von den nächsten zehn Versuchen werde ich sieben oder acht neben das Tor setzen." Beim 2:1 – zuvor hatte Charlison Benschop für die Gäste ausgeglichen (48.) – erlief Heller eine zu kurze Rückgabe von Miiko Albornoz, spielte Zieler aus und schob ein, diesmal mit Berührung des Innenpfostens (54.).

Frontzeck warnt die nächsten Gegner

Dann ging es richtig los: Erst hielt Darmstadts Torwart Christian Mathenia einen kläglich geschossenen Foulelfmeter von Mevlüt Erdinc (59.), danach unterlief Sulu ein Eigentor zum 2:2 (62.). In der Schlussphase wären noch weitere drei oder vier Treffer möglich gewesen.  

Als das mitreißende Bundesliga-Comeback der Lilien beendet war, hatte Michael Frontzeck noch ein Anliegen. Er habe viel im Vorfeld darüber gelesen, wie schlimm die Bedingungen am Böllenfalltor seien: "Aber hier ist alles in Ordnung. Der Platz ist gut. Auch die anderen Mannschaften können sich freuen, hier zu spielen." Hannovers Trainer warnte aber schon einmal vor: "Einfach wird es nicht."   

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