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Gladbach nach Fehlstart im Keller  

Favre: "Die Spieler müssen bereit sein zu leiden"

24.08.2015, 10:40 Uhr | t-online.de, dpa

Borussia Mönchengladbach nach Fehlstart im Keller. Lucien Favre schimpft mit seinem Team bei der Niederlage gegen Mainz. (Quelle: imago/Eibner)

Lucien Favre schimpft mit seinem Team bei der Niederlage gegen Mainz. (Quelle: Eibner/imago)

Das haben sie sich in Gladbach ganz anders vorgestellt. Voller Vorfreude waren die Fohlen in die Saison inklusive Champions League gestartet. Nach dem 1:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 steht das Team von Trainer Lucien Favre am Tabellenende mit null Punkten.

Nach dem Abpfiff suchte der Schweizer Coach nach Gründen für die Heimpleite. "Wir machen viele individuelle Fehler in den unpassendsten Situationen. In der zweiten Halbzeit hatten wir drei, vier gute Chancen und kriegen das 1:2 aus dem Nichts. Einige Spieler sind noch nicht bei einhundert Prozent, das hat man heute gesehen", sagte Favre bei Sky.

Es klemmt in allen Mannschaftsteilen

Eine Woche nach dem 0:4-Debakel in Dortmund enttäuschte die Borussia erneut und legte den zweitschlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hin. Schlechter hatten die Fohlen erst einmal begonnen: 1993/1994 standen nach zwei Spieltagen ebenfalls null Punkte und sogar 2:8 Tore zu Buche.

Doch es sind weniger die Ergebnisse, sondern die Leistungen, die Sorgen bereiten. In allen Mannschafteilen klemmt es. Hinten fehlte die Kompaktheit, im Mittelfeld die Impulse und im Angriff die Durchschlagskraft. "Wir haben ein paar Spieler, die noch nicht bei 100 Prozent sind. Die Automatismen sind noch nicht da, trotzdem konnten wir mindestens einen Punkt machen. Wir machen noch zu viele individuelle Fehler", analysierte Favre.

Eberl redet sich in Rage

Derweil redete sich Sportchef Max Eberl ein wenig in Rage. Nein, Borussia Mönchengladbach werde sich jetzt nicht für die Champions League abmelden. Und man werde jetzt auch nicht aufhören, Fußball zu spielen. Und ja: "Wenn man einen Start nach zwei Spielen beendet - dann haben wir einen Fehlstart." Schon lange nicht mehr hatte Eberl so viel Erklärungs- und Redebedarf. Dazu lief es am Niederrhein zu perfekt, speziell mit Rang drei der Vorsaison und dem damit verbundenen erstmaligen Start in der Königsklassen-Gruppenphase.

Momentan sei alles etwas mühsamer, ließ der Borussia-Sportdirektor wissen. "Mit zwei Niederlagen in die Saison zu starten, ist extrem bitter", meinte Ersatzkapitän Tony Jantschke nach den Toren von Jairo (42. Minute) und Christian Clemens (79.) für den FSV sowie von Patrick Herrmann zum zwischenzeitlichen 1:1 (54.).

"Die Spieler müssen bereit sein zu leiden"

Ruhe bewahren, "nicht hektisch werden" (Eberl), sich darauf besinnen, was die Mannschaft kann - das wollen Favre und Co. nun tun. Auch der Schweizer hatte sich in seinem 150. Bundesligaspiel mit der Borussia Besseres gewünscht. Nun will - oder muss? - der 57-Jährige "positiv denken, auch wenn es momentan nicht so einfach ist".

Die Borussia-Verantwortlichen erklärten es fast schon für logisch, dass es noch nicht wieder so läuft wie in der wunderbaren vergangenen Spielzeit, als nur die Bayern und Wolfsburg besser waren als der fünfmalige deutsche Meister. Das Team wurde personell kräftig durchgemischt, "man sieht, dass es nicht mehr die gleiche Mannschaft ist", bemerkte Favre zu den zahlreichen Zu- und Abgängen.

Der Trainer richtete den Blick nach vorn und kündigte an, dass er mit seinen Profis "richtig viel Arbeit" leisten werden in den nächsten Wochen. "Die Spieler müssen bereit sein zu leiden", so der Schweizer.

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