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Vettel vs. Pirelli: Formel 1 droht in Monza ein Donnerwetter

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Vettel gegen Pirelli  

In Monza droht ein heftiges Donnerwetter

01.09.2015, 16:15 Uhr | sid, t-online.de

Vettel vs. Pirelli: Formel 1 droht in Monza ein Donnerwetter. Bloß kein Reifenplatzer mehr in Monza: Seit dem Rennen in Belgien gibt es Streit zwischen Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und Reifenhersteller Pirelli. (Quelle: imago/LAT Photographic)

Bloß kein Reifenplatzer mehr in Monza: Seit dem Rennen in Belgien gibt es Streit zwischen Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und Reifenhersteller Pirelli. (Quelle: LAT Photographic/imago)

Über Monza sollen in den nächsten Tagen einige Gewitterschauer hinwegziehen. Das eigentliche Donnerwetter vor dem nächsten Formel-1-Rennen (Sonntag ab 13.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) auf der italienischen Traditionsrennstrecke dürfte es aber wohl zwischen Reifenhersteller Pirelli und den Teamchefs, allen voran Maurizio Arrivabene von Ferrari, geben.

Nach der heftigen Kritik von Sebastian Vettel beim letzten Rennen in Spa herrscht reichlich Redebedarf - zumal die Meinungen weit auseinandergehen.

Webber stärkt Vettel den Rücken

Mit seinem Rundumschlag gegen Pirelli hat Vettel, dessen rechter Hinterreifen kurz vor Schluss ohne Vorwarnung geplatzt war, die Formel 1 in zwei Lager gespalten. Zumal der viermalige Champion auch mit dem Abstand von zwei Tagen nicht von seiner Kritik abwich und auf seiner Homepage nachlegte.

Strategiefehler von Vettel? 
Reifen-Streit mit Pirelli wirkt bei Ferrari nach

Pirelli empfahl in Spa eine Zwei-Stopp-Strategie, Ferrari wollte nur einen Stopp. Video

"Das Team trifft keine Schuld", stellte der 28-Jährige klar und wies jegliche Zweifel an der Scuderia zurück: "Die Strategie war zu keinem Zeitpunkt eine riskante." Pirelli hat bereits angekündigt, in Monza die Ergebnisse der Untersuchung von Vettels Reifenplatzer zu präsentieren.

Unterstützung erhielt Vettel ausgerechnet von seinem ehemaligen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber. "Seb hat zu 100 Prozent Recht. Ein Reifenplatzer darf nicht die Strafe dafür sein, dass du mit dem Reifen zu lange fährst", sagte der Australier im Gespräch mit der Fachzeitschrit "auto, motor und sport". Pirelli habe "bis jetzt echt Glück gehabt", so Webber, der Spaß höre auf "wenn du nur noch Passagier bist aus einem Grund, den du nicht beeinflussen kannst".

FIA denkt über maximale Rundenzahl pro Reifensatz nach

Weil auch der Grund für Nico Rosbergs Reifenplatzer im Training nicht endgültig geklärt werden konnte, steht Pirelli erstmals seit dem Fiasko von Silverstone 2013 wieder am Pranger. Der ersten Retourkutsche von Pirellis Motorsportchef Paul Hembery, der Ferraris Ein-Stopp-Strategie schlichtweg als zu risikoreich und falsch kalkuliert bezeichnet hatte, schloss sich nicht nur Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff an. Ferrari müsse "sich auch selbst an die Nase fassen", sagte er: "Ich bin ganz klar der Meinung, dass man Pirelli in Schutz nehmen muss."

Aber so ganz waren die Zweifel an der Qualität der Reifen nach Rosbergs Malheur auch bei den Silberpfeilen nicht ausgeräumt, immerhin wurde sogar über eine Drei-Stopp-Strategie nachgedacht, um überhaupt kein Risiko einzugehen. Inzwischen erwägt der Weltverband FIA, in Zukunft eine maximale Rundenzahl pro Reifensatz vorzuschreiben.

Michelin liebäugelt mit Comeback

Besonders bitter dürfte den Verantwortlichen bei Pirelli Vettels Aussage, die Reifen seien "seit Jahren miserabel", aufgestoßen sein. Nach Silverstone 2013 hatten die Italiener schnell und kompetent reagiert, selbst von Vettel gab es dafür Lob. Und seitdem war das Reifenthema keines mehr in der Königsklasse, die Teams hatten vor allem mit den neuen Regeln und den komplizierten Turbo-Motoren zu kämpfen.

Mit Vettels Grundsatzkritik steht Pirelli nun wieder an der Wand, alles wird infrage gestellt. Auch die Zukunft des Einheitslieferanten in der Königsklasse. Bis 2016 läuft der aktuelle Vertrag, für den nächsten ausgeschriebenen Zeitraum von 2017 bis 2019 hat Pirelli erneut seinen Hut in den Ring geworden. Allerdings liebäugelt auch Michelin mit einem Comeback in der Formel 1.

Pirelli muss sich besser präsentieren

Pirelli muss sich überlegen, ob es auf Dauer wirklich Sinn macht, immer nur dann in der Öffentlichkeit zu stehen, wenn etwas schief läuft. Ähnlich ergeht es seit fast zwei Jahren Motorenlieferant Renault. Die Franzosen profitierten kaum von ihren vier WM-Titeln mit Red Bull und sind seit der Einführung der Turbo-Motoren praktisch zum Abschuss freigegeben.

Renault plant mit der Rückkehr zu einem Werksteam den Befreiungsschlag. Bei Pirelli könnte ein reinigendes Gewitter in dieser Woche zumindest die Wogen wieder ein bisschen glätten.

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