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Formel 1: Reifenhersteller Pirelli droht mit Ausstieg

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Pirelli droht mit Formel-1-Ausstieg  

"Dann müssen sie sich anderen Ausrüster suchen"

06.09.2015, 13:36 Uhr | sid

Formel 1: Reifenhersteller Pirelli droht mit Ausstieg. Stein des Anstoßes: Der geplatzte Reifen von Sebastian Vettel in Spa. (Quelle: Reuters)

Stein des Anstoßes: Der geplatzte Reifen von Sebastian Vettel in Spa. (Quelle: Reuters)

Der Reifenstreit in der Formel 1 schwelt weiter. Nun hat sich Paul Hembery, der Chef des Reifenherstellers Pirelli, zu Wort gemeldet - und offen mit einem Rückzug als Ausrüster der Königsklasse gedroht. "Wenn die Teams es diesmal nicht verstanden haben, müssen sie sich ab 2017 einen anderen Ausrüster suchen", sagte Hembery.

Damit spielte der Engländer auf die heftige Kritik von Sebastian Vettel beim Rennen in Spa an. Der Vierfach-Weltmeister musste kurz vor Rennende wegen eines Reifenplatzers aufgeben.

Klare Forderungen von Hembery

Pirelli könne "nicht vernünftig testen, wir können keine Reifen auf ein aktuelles Formel-1-Auto packen und Entwicklungsarbeit betreiben. Das muss sich ändern in der Zukunft. Zudem müssen die Fahrer in unser Testprogramm involviert sein", so Hembery: "Das wird essentiell sein, wenn wir ab 2017 weitermachen wollen. Im Grunde können wir 2017 nicht weitermachen, wenn diese Dinge nicht passieren. Das wäre das Ende. Mit den angedachten größeren Reifen muss es die Möglichkeit für den Ausrüster geben, ein Produkt zu entwickeln, welches uns erlaubt, das zu liefern, was gefordert wird."

Die nach den Reifenplatzern von Vettel und Nico Rosberg in Spa geäußerten Zweifel und die öffentliche Kritik in den letzten zwei Wochen machen den Italienern schwer zu schaffen."Es kann manchmal ein sehr undankbarer Job sein", gab Hembery zu: "Aber die Formel 1 ist ein guter Sport, in dem vieles stimmt. Das heißt aber nicht, dass es keine Dinge gibt, die man ändern könnte und sollte. Die Erwartungen müssen viel realistischer sein, basierend darauf, was wir machen können und was nicht."

Unterstützung durch Ecclestone

Rückendeckung erhielt Pirelli von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der zudem in einer "Elefantenrunde" im Vorfeld des Großen Preises von Italien Teams und Topfahrer an die Kandare nahm. Für Hembery ist diese Unterstützung vor allem "wichtig für den Sport. Sollten wir nicht weitermachen, brauchen sie ja trotzdem einen Reifenausrüster. Und wenn sich andere Leute angucken, was hier manchmal passiert, könnten sie den Eindruck gewinnen, dass es nicht möglich ist, den Job so zu machen, wie man es möchte. Die Formel 1 muss zeigen, dass sie mit Partnern arbeiten kann."

Medienberichten zufolge soll sich auch Michelin für die Ausschreibung als Reifenausrüster der Formel 1 interessieren. Ab 2017, wenn auch der neue Vertragszyklus des neuen beziehungsweise alten Reifenausrüsters beginnt, sollen sich die Fahrzeuge nach dem Willen der Verantwortlichen drastisch verändern. Vor allem, um die Fans zurückzugewinnen. Hembery hat aber für die Zukunft nicht nur die Autos im Blick. "Die Autos werden anders aussehen, schneller sein. Das ist das, was die Leute wollen. Aber es geht nicht nur um die Autos, es geht auch um die Persönlichkeiten im Sport. Die Fahrer müssen mehr zu Stars werden, zu allgemein bekannten Superstars", so der Engländer.

Sein Landsmann, Weltmeister Lewis Hamilton, sei so ein Typ, "er ist sehr präsent, in den Medien, im Showbusiness. Davon brauchen wir mehr. Wir müssen dafür sorgen, dass wir 20 Superstars haben." Überhaupt müsse "der Fahrer der König sein. Die Leute wollen ihre Helden, die sie auf ein Podest stellen können."

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