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Rudern - Herzschlagfinale ohne Happy-End: Achter wieder Zweiter

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Rudern  

Herzschlagfinale ohne Happy-End: Achter wieder Zweiter

06.09.2015, 17:23 Uhr | dpa

Rudern - Herzschlagfinale ohne Happy-End: Achter wieder Zweiter. Der deutsche Achter posiert bei der Siegerehrung als Vizeweltmeister.

Der deutsche Achter posiert bei der Siegerehrung als Vizeweltmeister. Foto: Olivier Anrigo. (Quelle: dpa)

Lac d'Aiguebelette (dpa) - Selbst Minuten nach dem Rennen verharrte die Crew noch immer regungslos im Boot. Und auch die Blumen von IOC-Präsident Thomas Bach und die Silbermedaille bei der anschließenden Siegerehrung spendeten dem Deutschland-Achter nur wenig Trost.

Bei allem Stolz über die starke Leistung im Finale der Ruder-WM überwog der Frust. Denn das lange Warten auf den ersten großen Triumph seit London 2012 geht nach der neuerlichen WM-Niederlage gegen die Briten weiter. "Natürlich ist man enttäuscht, weil es so knapp war", bekannte Trainer Ralf Holtmeyer, fügte aber trotzig an: "Dann schlagen wir sie halt im nächsten Jahr."

Für das Team um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) wird das Dauerduell mit dem Erzrivalen aus Großbritannien mehr und mehr zur unendlichen Leidensgeschichte. Zum dritten Mal in Serie musste sich das DRV-Paradeboot bei den Titelkämpfen mit Rang zwei hinter den Briten begnügen. Diesmal fehlten nur 18 Hundertstelsekunden zum Sieg. Der packende Zweikampf zum Abschluss der Regatta auf dem französischen Alpensee Aiguebelette begeisterte auch IOC-Präsident Bach: "Es war ein Herzschlagfinale. Zwischen beiden Booten geht es ja immer heiß her."

Der starke Schlussspurt brachte die Deutschen zwar noch einmal nah an den Titelverteidiger heran, verhalf aber nicht zur erhofften Revanche. "Es ist genau das passiert, was eigentlich nicht passieren sollte", kommentierte Olympiasieger Eric Johannesen (Hamburg) den unglücklichen Rennverlauf. Anders als geplant fuhren die Briten auf dem mittleren Streckenabschnitt einen Vorsprung heraus, der am Ende nicht mehr aufzuholen war. Schlagmann Ocik gab schon kurz nach dem Rennen die Richtung vor, wie den Dauersiegern der vergangenen Jahre in Rio 2016 beizukommen ist. "Wir müssen uns im physischen Bereich verbessern. Dann haben wir den letzten Meter mehr drin."

Die knappe Niederlage des Achters brachte die deutsche Flotte um eine noch bessere Gesamtbilanz. Mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze fiel die Ausbeute in den 14 olympischen Klassen aber immerhin etwas besser aus als vor einem Jahr in Amsterdam (1-1-1). Für den einzigen WM-Triumph hatte der Männer-Doppelvierer am Samstag gesorgt. Weiteres Silber ging an den Frauen-Doppelvierer, Bronze an den Frauen-Doppelzweier. "Wir sind auf gutem Kurs, müssen im kommenden Jahr aber noch etwas zulegen", kommentierte DRV-Präsident Siegfried Kaidel.

Nicht ganz im Soll lag die Flotte bei der Anzahl der Quotenplätze für Rio. Neun Teams buchten die Olympia-Tickets, fünf Boote müssen in die Nachqualifikation Ende Mai 2016 in Luzern.

Wieder auf Goldkurs steuerte der Doppelvierer. Nach den WM-Plätzen zwei in Chungju/Südkorea (2013) und drei in Amsterdam (2014) kehrten die Olympiasieger zurück auf das oberste Treppchen. Schon kurz nach der Zieleinfahrt verspürte Crew-Mitglied Philipp Wende Lust auf mehr. "Das hat richtig Spaß gemacht. Ich würde am liebsten gleich noch ein Rennen fahren", sagte der Leipziger im ersten Überschwang.

Als die Australier bei der 1500-Meter-Marke zum finalen Angriff ansetzten und nur noch eine Luftkastenlänge zurücklagen, schlugen die Deutschen eiskalt zurück und bauten den Vorsprung bis ins Ziel aus. Ähnlich euphorisch wie Wende kommentierte sein Berliner Teamgefährte Karl Schulze den Parforceritt: "Dass es solch eine Demonstration von uns wird, hätte keiner geglaubt."

Weniger Grund zur Freude gab es im Frauen-Doppelvierer. Ausgerechnet im WM-Finale mussten die Titelverteidiger die erste Saisonniederlage hinnehmen. Schon vor der 1000-Meter-Marke zog Außenseiter USA an den Deutschen vorbei und rettete den Vorsprung ins Ziel. Mit Silber konnte sich Schlagfrau Lisa Schmidla (Krefeld) nur wenig anfreunden: "Da ist ein bisschen Frust dabei, jeder von uns wollte Gold."

Für die aus deutscher Sicht größte Überraschung sorgte der Frauen-Doppelzweier. Mit Rang drei übertraf das Duo alle Erwartungen. "Schon mit unserem Finaleinzug hatten nur wenige gerechnet. Dass es dann auch noch mit einer Medaille geklappt hat, ist der Hammer", sagte Mareike Adams (Essen). Dagegen mussten sich die Doppelzweier-Europameister Marcel Hacker (Magdeburg) und Stephan Krüger (Rostock) wenige Minuten später mit Rang vier begnügen.

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