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Beach-Volleyball - Brisanz am Ostsee-Strand: Beach-Kult soll Wogen glätten

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Beach-Volleyball  

Brisanz am Ostsee-Strand: Beach-Kult soll Wogen glätten

10.09.2015, 19:22 Uhr | dpa

Beach-Volleyball - Brisanz am Ostsee-Strand: Beach-Kult soll Wogen glätten. Timmendorfer Strand ist das Mekka des deutschen Beachvolleyballs.

Timmendorfer Strand ist das Mekka des deutschen Beachvolleyballs. Foto (2013): Malte Christians Foto: Malte Christians. (Quelle: dpa)

Timmendorfer Strand (dpa) - Deutschlands beste Sandwühler kämpfen an der Kultstätte Timmendorfer Strand um ihren guten Ruf.

Ein Nationalteam im Unfrieden getrennt, die Titelverteidigerin verletzt, der Traditions-Termin in den Frühherbst verschoben - die Meisterschaft an der Ostsee soll zumindest ein wenig die Wogen glätten. "Für jeden Fan ist Timmendorfer Strand das deutsche Beachvolleyball-Mekka", sagte Katrin Holtwick.

Zum 23. Mal werden die nationalen Titelkämpfe in dem kleinen Ort in Ost-Holstein ausgetragen. Die WM-Vierte will mit ihrer Berliner Partnerin Ilka Semmler den dritten Titel nach 2009 und 2012. Zum Turnierauftakt gewannen Holtwick/Semmler gegen Florentina Büttner und Valeria Fedesova (Lohhof) mit 2:0 (23:21, 21:15).

Neben den Courts diskutierte die Szene weiter über die Unruhe ein Jahr vor Olympia in Rio de Janeiro, wo an der Copacabana eines der größten Spektakel der noch jungen Sportart steigen soll. "Das ist sicher nicht ideal im vorolympischen Sommer", sagte Holtwick. Auch dass sich die Nationalteams in diesem Jahr im eigenen Land rargemacht haben, "geht natürlich zulasten der deutschen Tour", räumte die 31 Jahre alte Holtwick ein: "Aber in dem Falle müssen wir an uns denken." Denn nur auf der Welttour können die Top-Duos die nötigen Punkte in der Olympia-Qualifikation sammeln.

Dabei liegen die deutschen Frauen mit den Europameisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst an der Spitze bestens auf Olympia-Kurs und lassen für Brasilien sogar auf Edelmetall hoffen. Mit den Hamburgerinnen (5.), den Aufsteigern Chantal Labourer und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen/9.), Holtwick/Semmler (10.) sowie Karla Borger und Britta Büthe (Stuttgart/12.) rangieren gleich vier deutsche Duos derzeit unter den ersten 15 der Olympia-Ausscheidung, was am 13. Juni 2016 die Qualifikations-Voraussetzung ist. Allerdings dürfen pro Land nur zwei Teams starten.

Titelverteidigerin Borger fehlt an der Ostsee nach einer Bandscheiben-Operation. Ihre Partnerin Büthe gewann ihr erstes Spiel mit Lisa Arnholdt (Stuttgart) mit 2:1 (16:21, 21:7, 15:13) gegen Sandra Ittlinger und Yanina Weiland (Lohhof). Ludwig/Walkenhorst (Hamburg) setzten sich gegen Anne Friedrich und Anne Matthes (Hamburg/Seifersdorf) mit 2:0 (21:9, 21:13) durch. "Natürlich wollen wir um den Titel kämpfen", erklärte die fünfmalige Meisterin Ludwig.

Bei den Männern liegen drei Jahre nach dem spektakulären Olympiasieg von Julius Brink und Jonas Reckermann in London die Nerven ziemlich blank. "Ich werde um die Renditejahre betrogen", schimpfte Alexander Walkenhorst nach der unfreiwilligen Trennung von Partner Stephan Windscheif. Ohne Rücksicht auf die laufende Olympia-Qualifikation hatten unterschiedliche Ansichten um Professionalität und Charakterzüge zum K.o. der deutschen Nummer zwei geführt.

In Timmendorfer Strand geht Windscheif mit seinem neuen Partner Sebastian Fuchs sowie dem alten Trainer Andreas Künkler auf Titeljagd. Walkenhorst rückt durch einen Verletzungsausfall von Björn Andrae an die Seite von Routinier Marcus Popp. "Wir wollen das eine oder andere Team ärgern", sagte Walkenhorst, obwohl er am Donnerstag erstmals mit Popp trainierte. "Je länger wir im Turnier sind, umso gefährlicher sind wir." Den Frust über seine verpasste Rio-Chance will der 27 Jahre alte Walkenhorst in positive Bahnen lenken: "Es wird nicht so sein, dass man den Handschlag verweigert."

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