Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Fußball: FIFA-Chefaufseher Scala macht Reformplan öffentlich

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

FIFA-Chefaufseher Scala macht Reformplan öffentlich

10.09.2015, 15:42 Uhr | dpa

Fußball: FIFA-Chefaufseher Scala macht Reformplan öffentlich. Domenico Scala veröffentlicht das Reformprogramm für die FIFA.

Domenico Scala veröffentlicht das Reformprogramm für die FIFA. Foto: Ennio Leanza. (Quelle: dpa)

Zürich (dpa) - Mit der Veröffentlichung eines tiefgreifenden Acht-Punkte-Plans zur Runderneuerung des skandalumtosten Fußball-Weltverbandes hat FIFA-Chefaufseher Domenico Scala Bewegung in den stockenden Reformprozess gebracht.

Zündstoff birgt vor allem der Vorschlag, das Exekutivkomitee aufzulösen. Es soll in zwei verschiedene Organe unterteilt werden - ein Aufsichtskomitee, das sich um strategische Fragen kümmert und ein wachsames Auge auf die Vorgänge innerhalb der FIFA hat, und ein Managementkomitee. Dieses soll die Geschäfte führen.

"Der Reformprozess der FIFA ist für die Zukunft der Organisation von zentraler Bedeutung, deshalb muss er auch in Form einer breiten öffentlichen Diskussion aller Reformideen geführt werden", begründete der Vorsitzende der Kommission für Audit und Compliance seinen Schritt an die Öffentlichkeit. "Es besteht eine dringende Notwendigkeit, weitere Reformen vorzunehmen. Wenn sich die FIFA nicht bewegt, dann wird sich die öffentliche Meinung über sie nicht ändern."

Bereits am 2. September hatte Scala in Bern die FIFA-Reformkommission unter Leitung des Schweizer Juristen François Carrard über die aus seiner Sicht unverzichtbaren Reformmaßnahmen informiert. Dem von vielen wegen zu großer Nähe zur FIFA kritisierten Gremium gab er gleich noch mit auf den Weg, es möge den Reformprozess "so umfassend und transparent wie möglich" gestalten, "damit seine Glaubwürdigkeit gewahrt bleibt".

Im Detail fordert Scala, der auf ein sauberes Geschäftsgebaren des nach etlichen Skandalen in der Blatter-Ära mächtig angeschlagenen Weltverbandes achten soll, allerdings nicht nur Neues. Einige Punkte seines Forderungskatalogs standen in der Vergangenheit schon auf der Agenda - und wurden abgeschmettert.

Zum Beispiel die Beschränkung der Amtszeit des FIFA-Präsidenten auf maximal zwölf Jahre. Dieser Vorschlag scheiterte beim FIFA-Kongress 2014 in São Paulo krachend. Oder die verschärfte Integritätsprüfung aller Mitglieder des Exekutivkomitees und Inhaber anderer Positionen in zentralen FIFA-Gremien. Das war schon eine Forderung im FIFA-Demokratisierungsprozess von 2011 - sie scheiterte damals auch am Widerstand aus Europa.

Andere Forderungen wie die Direktwahl der Exekutivmitglieder durch den Kongress erscheinen wenig sinnvoll. Damit wäre ein Hauen, Stechen und Paktieren unter den 209 Mitgliedern programmiert. Bislang wählen die Konföderationen ihre Exko-Mitglieder für die FIFA. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ging diesen Weg.

Nach Ansicht von Scala müssen zudem sämtliche Personen, die in FIFA-Organe entsandt werden sollen, in ihren jeweiligen Konföderationen und Nationalverbänden strikte Integritätsprüfungen bestehen. Er mahnt ferner eine individuelle und detaillierte Offenlegung der Vergütungen des Präsidenten sowie aller weiteren Top-Funktionäre der FIFA an - allerdings nur intern.

Sinnvoll erscheint eine Verringerung von Anzahl und Größe der ständigen Kommissionen und die Stärkung deren Unabhängigkeit. Als bereits erfüllt sieht der Italiener die Revidierung des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens bezüglich der Vergabe der Ausrichtungsländer von Weltmeisterschaften an. Eine Doppelvergabe wie zuletzt für 2018 an Russland und 2022 an Katar wird es künftig nicht mehr geben, hatte die FIFA entschieden. Die beschlossenen Maßnahmen zur Verhinderung möglicher Korruption seien lediglich weiter umzusetzen, heißt es unter Punkt sieben.

Zu den geforderten organisatorischen Verbesserungen innerhalb des Weltverbandes zählen auch verstärkte Kontrollmechanismen, insbesondere in Bezug auf Entwicklungsgelder, sowie die Schaffung eines Wirtschafts- und eines Entwicklungskomitees. Beide Gremien sollen unabhängig arbeiten und für eine klare und strikte Trennung zwischen sportbezogenen Zuständigkeiten und wirtschaftlichen Vorgängen sorgen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal