Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Fußball: Platini-Nachfolge für UEFA noch Tabu-Thema

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

Platini-Nachfolge für UEFA noch Tabu-Thema

18.09.2015, 04:41 Uhr | dpa

Fußball: Platini-Nachfolge für UEFA noch Tabu-Thema. Wolfgang Niersbach hegt keine Ambitionen für eine Platini-Nachfolge.

Wolfgang Niersbach hegt keine Ambitionen für eine Platini-Nachfolge. Foto: Fredrik von Erichsen. (Quelle: dpa)

St. Julian's/Malta (dpa) - Beim Champions-League-Tippspiel mit seinen UEFA-Kollegen knackte Wolfgang Niersbach den Jackpot. Als Prophet in eigener Sache wollte sich der DFB-Boss beim Meeting im sonnigen St. Julian's auf der Mittelmeerinsel Malta jedoch nicht betätigen.

Alle Fragen zu einer möglichen Kandidatur für den Vorsitz in der Europäischen Fußball-Union für den Fall, dass UEFA-Chef Michel Platini im Weltverband die Nachfolge von Joseph Blatter antreten sollte, parierte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes in gewohnter Manier.

"Ich würde lügen, wenn ich sage, dass hier nicht darüber gesprochen worden wäre. Nicht in den offiziellen Sitzungen, aber natürlich hat man hier und da das Gespräch gesucht", räumte Niersbach am Ende des dreitägigen Meetings zwar ein. Aber: "Jede Frage mit würde, hätte und könnte verbietet sich, dass ich in einem ähnlichen Konjuktiv antworte. Das ist hypothetisch."

Im schicken Westin Dragonara Resort wurde hinter verschlossenen Türen viel geredet, öffentlich wird das Thema jedoch weiter  totgeschwiegen. "Es gibt hier keine Entscheidungen", hatte Niersbach schon vor dem Beginn der Sitzungen betont.

Vor seiner Abreise am Donnerstagabend, wenige Stunden vor der Suspendierung von FIFA-Generalsekretär Jeromé Valcke, bekräftigte er: "Wir sind uns völlig einig in dem Weg, dass man zunächst den 26. Oktober abwarten muss. Dann wird erst feststehen, wie viele Kandidaten stehen für die FIFA-Wahl bereit."

Derzeit will sich niemand die Finger verbrennen, denn das brisante Thema birgt noch zu viele Unwägbarkeiten. Allen voran die, ob Platini wirklich zum neuen FIFA-Boss gewählt wird. Zwar ist der ehemalige Weltklassekicker aus Frankreich derzeit heißester Anwärter auf den Posten, den Blatter am 26. Februar 2016 nach dann knapp 18 Jahren räumt. Sicher kann er sich aber nicht sein.

Das sieht auch Niersbach so. "Ich würde davor warnen, jetzt schon davon auszugehen, dass schon alles in Richtung Michel Platini gelaufen ist. Er ist der klare Favorit, hat die Unterstützung des DFB und aus ganz Europa. Aber man ist noch nicht am Ziel. Das andere schließt sich dann an und ist hier nicht vertieft worden."

Das ist ihm auch ganz lieb, denn Ambitionen auf das höchste Amt im europäischen Fußball hegt Niersbach nicht unbedingt. "Ich kann nur wiederholen, wie wohl ich mich fühle in meiner Position als DFB-Präsident. Das hat für mich absolute Priorität", beteuerte er.

Die Frage ist nur: Wie verhält sich der 64-Jährige, wenn er zu einer Kandidatur gedrängt werden sollte? Nicht nur Platini sähe seinen Freund gerne auf dem Chefsessel, sollte er von diesem auf den FIFA-Thron wechseln. Als Mitglied in den Exekutivkomitees der UEFA und FIFA ist Niersbach mittlerweile gut vernetzt, sein Wort hat Gewicht. "Ich brauche mich ja gar nicht in eine andere Richtung zu entscheiden. Ich bin beim DFB gewählt bis zum Bundestag 2016. Das sind die Fakten. Daran orientiere ich mich. Mir macht die Arbeit beim DFB unglaublich viel Spaß", konterte er.

Niersbach weiß nur zu gut, dass dieses Thema frühestens in fünf Monaten akut wird. Auch für die UEFA, die für den Fall von Platinis Wahl zum FIFA-Präsidenten schon einen alternativen Zeitplan in der Schublade hat. Der im März 2016 in Budapest geplante UEFA-Kongress würde verschoben, weil mögliche Platini-Nachfolger ihre Kandidatur drei Monate vor den Wahlen einreichen müssen. Auf jeden Fall soll die Kür des neuen Präsidenten vor Beginn der EM-Endrunde am 10. Juni 2016 über die Bühne gehen.

So oder so wird Niersbach im nächsten Jahr tatkräftige Unterstützung aus Deutschland erhalten, denn Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wird als festes Mitglied in die UEFA-Exekutive einziehen. Der Vorsitzende der europäischen Club-Vereinigung ECA, der am Donnerstag bereits seinen Einstand in dem elitären UEFA-Zirkel gab, wird künftig einen festen Sitz in dem Gremium erhalten. Die erforderliche Statutenänderung gilt als Formsache.

"Er ist jetzt schon über seine ECA-Tätigkeit in den Themen voll drin. Er weiß, wie international Mehrheiten entstehen", lobte Niersbach. "Das geht nicht immer so, wie man sich das in Deutschland vorstellt. Du kannst nicht immer mit der deutschen Brille und dem deutschen Hut rumlaufen. Du musst offen sein, den anderen zuhören, deren Sorgen und Nöte verstehen. Nur so wirst du international Akzeptanz finden." Das beherzigt auch Niersbach - egal, wohin sein Weg führen wird.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal