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Dieter Hecking ist ratlos nach Lewandowski-Gala: "Keine Erklärung"

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Horror-Serie der Wölfe hat Bestand  

Hecking: "Für diese neun Minuten habe ich keine Erklärung"

23.09.2015, 14:57 Uhr | t-online.de

Dieter Hecking ist ratlos nach Lewandowski-Gala: "Keine Erklärung". Dieser Blick sagt alles: Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking ist "not amused". (Quelle: imago/EIbner)

Dieser Blick sagt alles: Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking ist "not amused". (Quelle: EIbner/imago)

Aus München berichtet Johann Schicklinski

Es war exakt eine Stunde in München gespielt, da stand Dieter Hecking mit versteinerter Miene und hochrotem Kopf am Spielfeldrand in der Münchner Arena. Der Trainer des VfL Wolfsburg bot damit das exakte Gegenbild zu seinem FC-Bayern-Pendant Pep Guardiola. Der katalanische Star-Coach hatte sich gerade zum Publikum abgedreht, den Kopf in beiden Händen und mit einer Grimasse im Gesicht, die ebenso surreal wie das gerade Erlebte wirkte.

Heckings Gefühlswelt war eine andere. Er hatte gerade mit ansehen müssen, wie der FC Bayern in Gestalt von Robert Lewandowski in nur 8:59 Minuten aus einem 0:1-Rückstand eine 5:1-Führung gemacht hatte. Bei diesem 5:1 im Duell zwischen dem Deutschen Meister und dem letztjährigen Tabellenzweiten blieb es auch am Ende. Damit hält die Wolfsburger Horror-Serie an: Im 22. Gastspiel beim FCB setzte es die 21. Niederlage, ein Spiel endete remis.

"Wie wir das Spiel herschenken, das geht nicht!"

Hecking war auch noch gut 30 Minuten nach Spielende ratlos. "Das waren neun Minuten, die ich absolut nicht erklären kann", sagte der Wölfe-Coach, um es dann doch zu versuchen. "Wir haben nach dem 1:1 die Ordnung verloren, das darf uns nicht passieren", analysierte er. "Bei aller Qualität des FC Bayern – wie wir das Spiel in dieser Phase herschenken, das geht nicht! Fünf Gegentreffer in neun Minuten sind indiskutabel."

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Vor allem der Doppelschlag – Lewandowski traf 60 Sekunden nach dem Ausgleich zur 2:1-Führung für den deutschen Rekordmeister (52. Minute) – machte Hecking zu Schaffen. "Das hat uns das Genick gebrochen", sagte er, "danach haben uns die Bayern hergespielt und abgewatscht."

Hecking hadert mit Guilavoguis Chance

Dabei war Heckings Plan bis zum 1:1 (51.) perfekt aufgegangen. Wolfsburg präsentierte sich mit zwei tief stehen Viererketten defensiv bissig und zweikampfstark, um mit Kontern Nadelstiche zu setzen. Einer davon führte zum Führungstreffer durch Daniel Caligiuri nach herrlicher Vorarbeit von Julian Draxler (26.).

In der 38. Minute hätte das 2:0 für die Niedersachsen fallen können. Nach einer Ecke von FCB-Mittelfeldspieler Xabi Alonso fing VfL-Keeper Diego Benaglio den Ball ab und leitete durch einen schnellen Abschlag den Konter ein. Bayern-Torwart Manuel Neuer leistete sich einen unnötigen Ausflug aus seinem Gehäuse und verlor den Ball, Wolfsburgs Sechser Joshua Guilavogui fasste sich ein Herz und zog aus über 50 Metern ab, doch der Ball drehte leicht ab und klatschte schließlich an den linken Außenpfosten.

"Haben die Bayern von unserem Tor weggehalten"

Den Hausherren fiel indes nicht fiel ein. Ein paar Abschlüsse aus der Distanz, das war es, im gegnerischen Strafraum fanden sie in Durchgang eins so gut wie nicht statt. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Uns ist es gelungen, die Bayern von unserem Tor wegzuhalten, sowohl im Zentrum als auf den Außenbahnen", befand auch Hecking. "Sie konnten ihr Tempo nicht entfalten. Wenn Guilavogui das 2:0 gelingt, hätten wir natürlich gute Karten gehabt."

Zu Beginn der zweiten Hälfte fand der Pokalsieger gut ins Spiel, ehe Lewandowski mit dem ersten Torschuss der Bayern im gegnerischen Sechszehner im gesamten Spiel der Ausgleich gelang. Und dem VfL Wolfsburg das Spiel entriss. Danach schauten sowohl Hecking als auch seine Mannen wie paralysiert zu, wie der Pole in den nächsten knapp acht Minuten fast alle Rekorde brach.

"Das war absolute Scheiße!"

Ebensowenig wie ihr Trainer hatten die Wolfsburger Spieler für diesen Einbruch eine Erklärung. "Wir waren nach dem 1:1 geschockt und mit den Köpfen nicht mehr auf dem Platz", analysierte Torschütze Caligiuri, während der eingewechselte Maximilian Arnold befand: "Ich verstehe das immer noch nicht. Das war absolute Scheiße!"

Wolfsburg dürfte sich angesichts eines schleppenden Saisonstarts und bereits sieben Punkten Rückstand auf den FC Bayern aus dem Kreis der Titelanwärter vorerst verabschieden. Die Kassen sind nach den Last-Minute-Verkäufen von Kevin De Bruyne und Ivan Perisic zwar randvoll, aber die sportliche Qualität ist aktuell geringer als in der Vorsaison. Neue Spieler wie Draxler, Max Kruse und Dante sind noch nicht komplett integriert.

Hecking flüchtet sich in Ironie

Auf Hecking wartet somit noch viel Arbeit. In München hatte er nach der ominösen 60. Minute genug gesehen. Stand er bis dahin die komplette Spielzeit in seiner Coaching Zone, wo er sich sogar ein Wortgefecht mit Matthias Sammer lieferte, ging er nach dem fünften Gegentreffer auf Tauchstation und setzte sich bis zum Spielende auf die Bank.

Immerhin hatte er bis zur Pressekonferenz seine Fassung wiedergewonnen und gratulierte dem Stürmer sowie FCB-Coach Guardiola zum Bayern-Sieg. Auch wenn der Wolfsburger Trainer die deftige Niederlage sicher noch nicht verdaut hatte und seine Stimmung noch lange kein Normalmaß erreicht hatte, war sie besser als in der 60. Minute. Letztendlich blieb Hecking nichts anderes übrig, als den historischen 8:59 Minuten von Lewandowski Tribut zu zollen. Was er dann auch tat. "Ein Weltklassestürmer hat fünf Mal aufs Tor geschossen und hätte sieben Mal treffen müssen. Was soll ich da noch sagen", fragte er mit einem Schmunzeln, ehe er sich verabschiedete.

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