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VfB Stuttgart: Alexander Zorniger zieht den Kopf aus der Schlinge

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Remis als "glücklicher Sieg"  

VfB-Coach Alexander Zorniger zieht Kopf aus der Schlinge

05.10.2015, 12:32 Uhr | t-online.de

VfB Stuttgart: Alexander Zorniger zieht den Kopf aus der Schlinge. Alexander Zornigers VfB-Team kann ein Remis in Sinsheim retten. (Quelle: imago/Eibner)

Alexander Zornigers VfB-Team kann ein Remis in Sinsheim retten. (Quelle: Eibner/imago)

Aus Sinsheim berichtet Nico Herold:

Alexander Zorniger bringt so schnell nichts aus der Fassung. In letzter Minute hatte sein Team den Ausgleich beim 2:2 (0:1) bei 1899 Hoffenheim erzielt und den Kopf gerade noch so aus der Schlinge gezogen. Trotzdem wirkte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem Spiel gelassen und war sogar zu Scherzen aufgelegt.

Dass der Ausgleich am Ende mit einer Portion Glück verbunden war, wusste auch der 47-Jährige und gab zu: "Das war ein verdienter, aber auch glücklicher Sieg." Im Freudentaumel fühlte sich das Remis offensichtlich noch besser an - wie ein gefühlter Triumph.

In der 63. Minute hatte der Coach gleich drei Mal ausgewechselt. Diese Sonderheit erklärte der VfB-Coach hinterher so: "Da hab ich wohl was Blödes gemacht." Es sei ihm halt nichts Besseres eingefallen, als sein gesamtes Tauschkontingent auf einmal auszuschöpfen. Die Konsequenz dieser "Blödheit": Der eingewechselte Jan Kliment erzielte nur eine Minute später mit seinem ersten Ballkontakt den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Zorniger ist einfach so

Diese Lockerheit, dieses Direkte - beides war in den Katakomben der Sinsheimer Arena nicht nur dem späten Ausgleichstor geschuldet. Zorniger ist einfach so. Der gebürtige Schwabe lässt sich da nicht verbiegen. Nicht in seinem Spielstil und schon gar nicht in seiner Art. Als sein Kollege Markus Gisdol gefragt wurde, warum er beim 2:1 von Kevin Volland wie ein HB-Männchen abgegangen sei, murmelte der VfB-Trainer für alle hörbar: "Vielleicht sollten wir Trainer mal überlegen, ob wir auch Choreographien bei Toren machen."

Dabei weiß Zorniger, wie eng es in Sinsheim auch für ihn persönlich war. Die Schlinge um seinen Hals hatte sich bis in die 90. Minute hinein gefährlich stark zugezogen. Bis kurz vor Spielende sah es nach der siebten Pleite im achten Spiel aus. Erst der Kopfballtreffer des äußerst agilen Timo Werner brachte den Stuttgartern und damit Trainer Zorniger noch einen Punkt im Derby ein.

"Hut ab, dass wir da noch einmal zurückgekommen sind"

Seine Mannschaft, die kurzfristig auf die Leistungsträger Christian Gentner und den wohl für die gesamte restliche Hinrunde ausfallenden Daniel Ginczek verzichten musste, erhielt von ihm ein Sonderlob: "Hut ab, dass wir da noch einmal zurückgekommen sind."

Und das gleich zweimal. Volland hatte die TSG in der ersten Hälfte per Elfmeter in Front gebracht (33. Minute). Zuvor hatte Toni Sunjic im Strafraum Pirmin Schwegler gelegt. Nach dem Ausgleich durch Kliment war es erneut der bärenstarke Volland, der 1899 nach einem Konter in Führung brachte, bis Werner den Schlusspunkt unter eine besonders in der zweiten Hälfte unterhaltsame Partie setzte.

Seitenhiebe für Werner und Harnik

Ein Sonderlob erhielt Torschütze Werner von seinem Trainer dafür jedoch nicht. Auf den 19-Jährigen angesprochen, bemängelte Zorniger mit einem Augenzwinkern sofort, dass dieser in der Nachspielzeit ja auch noch den Siegtreffer auf dem Fuß hatte. "Aber der konnte den Ball gar nicht rein machen. Der war noch viel zu sehr mit Küsschen-Küsschen nach dem Ausgleich beschäftigt. Aber das muss man einem so jungen Stürmer auch mal zugestehen."

Werner war jedoch nicht der einzige, den Zorniger auf seine Art nach dem Spiel anstachelte. Auch Neu-Kapitän Martin Harnik bekam einen Seitenhieb vom Trainer. "Martin hat viel für die Mannschaft geackert. Es wäre jedoch auch schön gewesen, wenn er die erste Chance gemacht hätte." Im Chancenvergeben hat der VfB jedoch einen Ruf zu verlieren, das weiß auch Zorniger, der Harnik deswegen nicht böse ist: "Wir wollen ja nicht von unserem Weg abkommen."

"Er verlangt uns viel ab"

So viel Selbstironie hat nicht jeder, der nach acht Spielen auf dem letzten Tabellenplatz ist. Wer den Coach der Schwaben jedoch 90 Minuten am Spielfeldrand beobachtet, weiß, dass Zorniger nicht nur nach dem Spiel Sprüche raushaut. Auch auf dem Platz ist der VfB-Coach immer auf Trab. Die gesamte Partie lang stand Zorniger unter Strom, raufte sich die Haare, beorderte Spieler von A nach B und peitschte sein Team an.

Das wird auch von der Mannschaft realisiert. "Er verlangt uns viel ab und das ist sicher nicht schlecht", beschrieb Rechtsverteidiger Florian Klein seinen Trainer nach dem Spiel. Für Zorniger bleibt nach der Punkteteilung jedoch eines klar: Luft hat er sich nur ein wenig verschafft. Trotz seiner Art muss auch er nach der Länderspielpause anfangen regelmäßig zu gewinnen. Sonst könnte es bald vorbei sein mit den kessen Sprüchen.

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