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Volleyball - DVV-Trainer Heynen: "Habe eine andere Art Unsicherheit"

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Volleyball  

DVV-Trainer Heynen: "Habe eine andere Art Unsicherheit"

07.10.2015, 04:51 Uhr | dpa

Volleyball - DVV-Trainer Heynen: "Habe eine andere Art Unsicherheit". Bundestrainer Vital Heynen würde gern mit den DVV-Männern bei der EM in Bulgarien einen Coup landen.

Bundestrainer Vital Heynen würde gern mit den DVV-Männern bei der EM in Bulgarien einen Coup landen. Foto: Bernd Thissen. (Quelle: dpa)

Sofia (dpa) - Nach WM-Bronze vor einem Jahr hofft Bundestrainer Vital Heynen bei der anstehenden EM auf einen ähnlichen Coup. "Eine Silbermedaille wäre natürlich unglaublich gut", sagte der Belgier der Deutschen Presse-Agentur im Interview.

Eine gewisse Unsicherheit verspürt Heynen vor dem Auftakt am Freitag gegen EM-Co-Gastgeber Bulgarien in Sofia aber doch.

Der ehemalige Volleyball-Bundestrainer der Frauen, Giovanni Guidetti, hat am vergangenen Wochenende EM-Silber mit den Niederlanden geholt. Sie haben Ihrem Kumpel dafür gratuliert. Würden Sie Glückwünsche von ihm zu EM-Silber annehmen?

Vital Heynen: Absolut, wir sind ja auch eine gute Mannschaft, wir glauben an uns. Aber in Europa gibt es noch sechs, sieben weitere gute Mannschaften. Alles ist möglich. Eine Silbermedaille wäre natürlich unglaublich gut.

Sie setzen sich und Ihrer Mannschaft immer wieder neue Ziele. Haben Sie sich sogar mit einem EM-Sieg auseinandergesetzt?

Heynen: Nö, darüber haben wir nicht geredet. Vor dieser EM haben wir nicht über ein klares Ziel gesprochen, wir haben uns vielmehr damit auseinandergesetzt, wie wir spielen wollen, nämlich erwachsener. Wir wollen wie eine Mannschaft sein, die es verdient oben mitzuspielen.

Ist das ein gutes Zeichen, nur noch über die Art und Weise zu reden und nicht mehr über grundsätzliche Ziele?

Heynen: Die Mannschaft ist erwachsener geworden. Sie akzeptiert, dass wir eine Topmannschaft sind. Letztes Jahr waren wir da noch unsicher. Heute habe ich das Gefühl, die Mannschaft versteht das. Die Mannschaft hat sich untereinander persönlich ein Ziel gesetzt, ich war da nicht dabei. Die Mannschaft braucht mich nicht, dass ich ihnen sage: 'Ihr könnt eine Medaille gewinnen'. Die glauben schon selbst daran, dass sie etwas gewinnen können.

Wie zeigt sich das?

Heynen: In den Tests gegen Russland zum Beispiel haben wir mit einer erstaunlichen Ruhe gespielt, selbst bei einem Rückstand. Vor einem Jahr noch hätten wir bei einem hohen Rückstand gegen eine große Mannschaft den Satz aufgegeben. Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht.

Worin besteht der Unterschied zwischen Ihrer Mannschaft von heute und jener, die 2014 sensationell WM-Bronze gewonnen hat?

Heynen: Wir sind zwar im Kopf erwachsener geworden, aber physisch waren wir zu diesem Zeitpunkt letztes Jahr besser drauf. Letztes Jahr war ich ganz nervös, weil ich wusste, die Medaille steckt in der Mannschaft drin, aber ich wusste nicht, holt die Mannschaft sie auch. Dieses Jahr bin ich nicht so nervös, weil ich sehe, dass die Mannschaft jedes Mal gut spielen kann.

Ist das Duell gegen EM-Co-Gastgeber Bulgarien für Ihre Mannschaft richtungweisend?

Heynen: Wir sind nun ein Stück in der Favoritenrolle. Wie geht meine Mannschaft damit um? Das erste Spiel gegen Bulgarien vor 14 000 Zuschauern wird nicht einfach sein. Ich habe jetzt eine andere Art Unsicherheit. Aber ich bin überzeugt, dass meine Mannschaft jedes Spiel ein gutes Niveau bieten wird. Der Unterschied zwischen den ersten sechs, sieben Mannschaften hängt an der Tagesform.

Worin besteht der Unterschied zwischen dem Vital Heynen von 2014 und heute?

Heynen: Wie meine Spieler immer besser werden wollen, will auch ich immer besser werden. Ich will ja ein sehr guter Trainer werden. Deshalb hoffe ich, dass es einen Unterschied zu mir vor einem Jahr gibt. Es wäre schade, wenn nicht. Ich habe abseits des Sports natürlich gemerkt, dass meine Meinung manchmal wichtiger geworden ist, die Leute hören ab und zu mehr zu.

Sie haben vor dem am Ende siegreichen Vorbereitungsturnier in Ludwigsburg gewarnt, Ihrer Mannschaft fehle noch rund zehn Prozent Leistung zur Idealform. Wie ist der Stand kurz vor dem EM-Auftakt?

Heynen: Gegen Russland hat die Mannschaft gezeigt, dass keine zehn Prozent mehr fehlen, vielleicht gerade mal fünf. Da hatte ich das Gefühl, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die EM kann beginnen.

Star-Diagonalangreifer Georg Grozer bringt sich immer mehr als Führungsfigur ein. In Ludwigsburg betonte er, wie wichtig es sei, dass die Mannschaft nach so viel Erfolg in der Vorbereitung auch mal verliere.

Heynen: Georg macht sich mittlerweile sehr viele Gedanken. Vor drei Jahren hat er das, denke ich, noch nicht so getan. Er wird immer erwachsener, er entwickelt sich immer mehr zu einer absoluten Führungspersönlichkeit.

ZUR PERSON: Vital Heynen (46) ist seit Februar 2012 Nationalcoach. Der Belgier feierte 2014 mit WM-Bronze den größten Erfolg seiner Trainerkarriere. Heynen ist verheiratet und hat drei Kinder.

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