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FIFA-Skandal: Druck auf Michel Platini wächst

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FIFA-Skandal  

Druck auf Platini wächst - Exko-Mitglied droht

13.10.2015, 18:12 Uhr | dpa

FIFA-Skandal: Druck auf Michel Platini wächst. Der Däne Allan Hansen (M.

Der Däne Allan Hansen (M.) fordert von Michel Platini Aufklärung. Foto: Andrea Merola. (Quelle: dpa)

Kopenhagen (dpa) - Im FIFA-Korruptionsskandal wächst der Druck auf den suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini. Kurz vor dem Notfalltreffen der Regierung der Europäischen Fußball-Union droht ein Exekutivmitglied so deutlich wie nie zuvor mit Vertrauensentzug für den Franzosen.

Sollte Platini dem Gremium keinen Vertrag über eine erhaltene Zahlung von dem ebenfalls für 90 Tage gesperrten FIFA-Präsidenten Joseph Blatter vorlegen können, "dann können wir ihn nicht länger unterstützen", sagte Allan Hansen dem "Ekstra Bladet".

Platini ist derzeit von der FIFA-Ethikkommission gesperrt, das Exekutivkomitee der UEFA trifft sich an diesem Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung in Nyon. Zunächst hatten die Exko-Mitglieder aufgrund des Einspruchs Platinis keinen Interimschef nominiert und stattdessen den amtierenden, aber suspendierten Präsidenten unterstützt.

Bis zum Treffen am UEFA-Sitz "soll Michel Platini Dinge ins Feld führen, die ihn entlasten", hatte bereits DFB-Präsident Wolfgang Niersbach betont. Durch seine Sperre darf der frühere Weltklassespieler derzeit offiziell aber keine Aktivitäten im Fußball ausüben, also auch nicht mit anderen Exko-Mitglieder reden.

Platini hatte für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten. 2011 unterstützten die UEFA-Verbände unter der Führung von Platini den Schweizer im Wahlkampf gegen den Katarer Mohamed bin Hammam, der Franzose trat selbst nicht an. Diese Vereinbarung gehe auf eine mündliche Absprache und kein schriftliches Dokument zurück, berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die nicht-öffentlichen Aussagen der beiden vor der Ethikkammer.

Nach Angaben des früheren Präsidenten Lennart Johansson hatte die UEFA keine Kenntnis über die anrüchige Millionen-Zahlung. "Platini hätte es der Exekutive berichten sollen", sagte der Schwede der Internetseite "Insideworldfootball.com".

Auf die Frage, ob die erhaltenen zwei Millionen Schweizer Franken somit als Schmiergeld zu werten seien, antwortete Johansson laut dem Portal: "Es muss so gewesen sein. Darauf deutet es hin. Warum sollte er zu diesem Zeitpunkt im Jahr Geld bekommen haben und es dann nicht dem UEFA-Exekutivkomitee berichten? Er ist der UEFA-Präsident."

Angesichts der Sperre für Blatter fordert der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper, dass der Schweizer das 2006 verliehene Bundesverdienstkreuz aberkannt werde. "Bei einer Straftat kann das Bundesverdienstkreuz entzogen werden. Das würde auch für Blatter gelten, und ich finde, das wäre dann auch angemessen", sagte der hauptamtliche Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes der "Sport Bild".

Entziehen könnte Blatter den Orden nur Bundespräsident Joachim Gauck. "In der Regel setzt die Einleitung eines Entziehungsverfahrens eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe voraus", erklärte das Bundespräsidialamt dazu. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte gegen Blatter ein Verfahren unter anderem wegen des Verdachts der Veruntreuung eröffnet, ihm droht eine Haftstrafe.

Platini wird noch lediglich als Auskunftsperson von den Behörden geführt. "Ich war tief enttäuscht, als die Geschichte von den zwei Millionen Franken auftauchte", sagte der frühere dänische Verbandspräsident Hansen. "Das führt zu einer Menge Fragen, auf die wir immer noch keine Antwort bekommen haben. So eine Ausbezahlung setzt einen Vertrag voraus, und sie muss außerdem aus den FIFA-Abrechnungen hervorgehen."

Auch der aktuelle Chef des Verbands aus Dänemark unterstützt seinen Vorgänger in dessen Kritik. "Ich bin sehr skeptisch, was da gerade abläuft. Und ich werde es weiter sein, auch wenn es eine gute Erklärung am Donnerstag beim UEFA-Treffen geben sollte", sagte Jesper Møller. "Alleine der Betrag der Zahlung zeigt, dass etwas falsch gelaufen ist. Wir können nicht für einen Mann stimmen, der suspendiert ist."

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