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Gewichtheben: Steiner mit 45 Kilo weniger zum "Wohlfühl-Ich"

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Gewichtheben  

Steiner mit 45 Kilo weniger zum "Wohlfühl-Ich"

19.10.2015, 10:45 Uhr | dpa

Gewichtheben: Steiner mit 45 Kilo weniger zum "Wohlfühl-Ich". Matthias Steiner gewann 2008 Gold bei Olympia.

Matthias Steiner gewann 2008 Gold bei Olympia. Foto: Uwe Zucchi. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Die Frau älteren Semesters schaut Matthias Steiner ungläubig an: "Herr Steiner! Wie haben Sie das gemacht? Wie viel haben Sie denn abgenommen?" Der einst stärkste Mann der Welt lächelt. 45 Kilo sind es genau.

Wie der Gewichtheber-Olympiasieger von 2008 das geschafft hat, darüber haben er und seine Frau Inge ein bemerkenswertes Buch geschrieben: "Das Steiner Prinzip. Vom Schwergewicht zum Wohlfühl-Ich."

"Ich muss nicht der Stärkste sein, nicht der Schönste sein - ich muss mich wohlfühlen", sagt der 33-Jährige aus Heidelberg heute. Vor sechs Jahren präsentierte der Schwergewichtler auf der Frankfurter Buchmesse sein erstes Werk: "Das Leben erfolgreich stemmen". Da ging es um seinen Triumph von Peking 2008, um die Geschichte mit seiner ersten Frau Susann, die ein Jahr zuvor bei einem Autounfall gestorben war. Das Foto von Steiner, wie er bei der Siegerehrung ein Bild seiner Liebsten zeigte, ging 2008 um die Sportwelt.

Der Matthias Steiner, der nun vor einem sitzt, ist fast nicht wiederzuerkennen. Immer noch ungemein muskulös, aber mit 105 statt 150 Kilo. Er trinkt Kaffee - ohne Zucker und Milch. Und es geht ihm "blendend". Mit einer Ernährungsumstellung und viel Bewegung hat er gewaltig abgespeckt. "Das hat nichts mit Leistungssport, sich kasteien oder Diäthalten zu tun", versichert seine Frau Inge, geborene Posmyk, eine Fernseh-Journalistin. "Meine Autorin", stellt Steiner die Mutter ihrer beiden Jungs Felix (5) und Max (3) vor. Da der gebürtige Österreicher nach eigenen Angaben gerne "Schachtelsätze über vier, fünf Zeilen" produziert, hat sie das Schreiben weitgehend übernommen.

"Das Steiner Prinzip" geht los mit dem Kapitel: "Wie ich zum 150-Kilo-Koloss wurde." Schon als Schwergewichtler wog Steiner 105 Kilo, hatte aber immer mehr Mühe, diese Grenze einzuhalten. So wechselte er nach den Sommerspielen 2004 ins Superschwergewicht, auf Dauer also in die Kleidergröße XXXL. Um da auch Chancen zu haben, mästete er sich. "Das war mit Disziplin und teilweise Qual verbunden, ich musste mich regelrecht vollstopfen." In Peking triumphierte der "Obelix aus Obersulz", wie er einst genannt wurde, mit 203 Kilo im Reißen und 258 Kilo im Stoßen.  

Ihm sei immer klar gewesen, dass er irgendwann wieder auf diese 105 Kilo zurückwolle. So wie Steiner selbst, der im Übrigen Diabetiker ist, kommt auch das Buch daher: sehr persönlich, leidenschaftlich, fast lustvoll mit seiner Freude an der gesunden Lebensweise. Der einstige Gewichtheber nennt es "ein Motivationsbuch". Er will seine Leser mitreißen, so wie er einst die Freunde der Schwerathletik mitgerissen hat.

Steiner wirbt für mehr Bewegung im Alltag ("Wir sind Weltmeister im Sitzen. Siebeneinhalb Stunden am Tag, das ist Wahnsinn!"), er rechnet vor, wie viele Zuckerstücke in verschiedenen Lebensmitteln stecken (in einem Eiskaffee 15, in einem Stück Schokoladenkuchen 24) und gibt Kochtipps.

Seine Inge betont, dass sie ihn nicht zum Abnehmen gedrängt habe. "Ich hab mich ja in den 150-Kilo-Mann verliebt. Da hat mir das Gesamtpaket gefallen", sagt die 45-Jährige. "Als er anfing, abzunehmen, habe ich gesagt: Um Gottes Willen! Da geht mir mein Bär verloren." Vom Tanzbär war schon bei der RTL-Show "Let's Dance" nichts zu sehen. Da hatte der überraschend flinke Steiner im Duett mit einer russischen Profi-Tänzerin den dritten Platz belegt.

"Viele Leute sagen: Mensch, jetzt müssen Sie ihren Mann ja toll finden, weil er so schlank ist. Wenn es nach mir ging, hätte er noch lange so aussehen können. Wenn man tagtäglich mit jemanden zusammen ist, sieht man die Veränderung ja gar nicht so", erzählt Inge Steiner, sagt aber auch: "Wenn ich heute die Fotos von damals ansehe, dann sage ich: da gefällt er mir jetzt viel besser." Matthias Steiner selbst sieht das so: "Ich bin kein Schmusebärchen. Ich bin ein Mann, ein Kerl."

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