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1899 Hoffenheim: Schicksal von Markus Gisdol hängt von Hopp ab

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1899-Coach darf wohl weitermachen  

Jetzt hängt Gisdols Schicksal von Hopp ab

24.10.2015, 13:09 Uhr | t-online.de

1899 Hoffenheim: Schicksal von Markus Gisdol hängt von Hopp ab. Zum Verzweifeln: Markus Gisdol steckte im zehnten Spiel die sechste Niederlage mit Hoffenheim ein. (Quelle: imago/Avanti)

Zum Verzweifeln: Markus Gisdol steckte im zehnten Spiel die sechste Niederlage mit Hoffenheim ein. (Quelle: imago/Avanti)

Aus Sinsheim berichtet Nico Herold
 
Das "Endspiel" verloren. Die sechste Niederlage im zehnten Spiel hinnehmen müssen. Eine Mannschaft auf dem Platz, die zutiefst verunsichert ist. Markus Gisdol, Trainer von 1899 Hoffenheim, hat nach der 0:1 gegen den Hamburger SV nicht mehr viele Argumente für eine Weiterbeschäftigung beim Bundesligisten.

Trotz des biederen Auftritts hat der TSG-Coach jedoch weiterhin zahlreiche Fürsprecher. Bereits vor der Partie wurde er von den Fans mit Sprechchören gefeiert, nach der Begegnung stellten sich seine Spieler vor Gisdol. Hoffenheims Torwart Oliver Baumann sprach stellvertretend für den Rest des Teams: "Wir hören total auf den Trainer. Er erreicht uns voll und wir vertrauen ihm."

Rosen steht zu Gisdol

Den größten Bündnispartner hat der Coach jedoch in seinem direkten Vorgesetzen: Manager Alexander Rosen sprach sich schon der vor Begegnung für Gisdol aus und blieb dabei. "Ich halte Markus für einen tollen Trainer und Menschen. Das wird auch so sein, wenn wir einmal nicht mehr miteinander arbeiten", sagte der 36-Jährige und fügte hinzu: "Ich hoffe aber, dass dieser Zeitpunkt noch weit entfernt ist."

Wer bei diesen Worten genau hinhört, erkennt, dass diese Entscheidung am Ende aber nicht von Rosen gefällt wird. "Ich habe Leute über mir in der Handlungsstruktur", erklärte der Manager. Ob Gisdol weiter Trainer bleibt, entscheidet ein anderer: Dietmar Hopp. Die große Frage lautet daher: Senkt der Mäzen den Daumen für den aktuellen Coach oder lässt er ihn noch am Ruder?

Gisdol darf wohl weitermachen

Immerhin: Auch wenn nach dieser Partie wenig für Gisdol spricht, darf er wohl vorerst weitermachen. Am Samstag leitete er das Auslaufen seiner Profis, nach SID-Informationen soll er auch im nächsten Spiel in Köln auf der Bank sitzen.

"Die Dinge prallen nicht an mir ab"

Aktuell denkt der Coach ohnehin nicht an Aufgabe - auch wenn ihn die sportliche Entwicklung durchaus angreift. "Wir Trainer sind auch nur Menschen. Die Dinge prallen nicht an mir ab", sagte der 46-Jährige, der einen Vertrag bis 2018 besitzt.

Von einem Rücktritt wollte Gisdol, der den Klub wenige Wochen nach seinem Dienstantritt im Mai 2013 vor dem Abstieg bewahrt hatte, aber nichts wissen: "Das kann ich mir aktuell nicht vorstellen, weil ich ein gutes Verhältnis zur Mannschaft habe. Wir wollen gemeinsam durch das Tal durch."

Ohnehin ist die Frage, wie viel von der schlechten Spielweise hausgemacht war. In der vergangenen Woche kam heraus, dass Hopp die Führungsspitze der Mannschaft zu einem Austausch gebeten hatte – hinter dem Rücken Gisdols. Die Geschichte sickerte an die Öffentlichkeit durch, das Medienecho war groß. So groß, dass sich die Spieler hinterher demonstrativ vor den Trainer stellten. Genügend Störfaktoren, die den Profis des Tabellenvorletzten anzumerken waren.

Förmlich bis unter das Tribünendach konnten die 30.000 Zuschauer in Sinsheim spüren, dass gegen den HSV eine Elf auf dem Platz ist, die mehr als nur gehemmt ist. "Man hat gemerkt, dass die Mannschaft einen Rucksack mit herum schleppt", befand Gisdol. Sie wollten für ihren Trainer spielen, verkrampften dabei jedoch total.

"Sie sind verunsichert"

Das war so deutlich zu spüren, dass es selbst am Gegner nicht vorbei ging. Ex-TSG-Profi Sven Schipplock, seit August in Diensten des HSV, besuchte nach dem Spiel seine ehemaligen Teamkollegen. Auch er konnte sich nicht erklären, was mit den Kraichgauern los ist. "Sie sind verunsichert. Das merkt man", beschrieb der Stürmer die Gefühlswelt der Hoffenheimer.

Denn in der Partie fehlte es 1899 an allem. Spielfreude? Fehlanzeige. Aggressives Pressing wie sonst unter Gisdol? Nicht vorhanden. Die Hamburger, sonst nicht gerade als das spielfreudigste Team in der Liga bekannt, beherrschten ihren eigentlichen Angstgegner nach Belieben.

Hamburger Sieg absolut verdient

Schon in der ersten Hälfte hätte Hamburg nach mehreren guten Gelegenheiten in Führung gehen können. Die beste Möglichkeit vergab Nicolai Müller, der am starken 1899-Keeper Baumann scheiterte. Auch im zweiten Abschnitt waren die Hanseaten das deutlich bessere Team, konnten ihre zahlreichen Strafraumaktionen jedoch nicht nutzen. Dass der Treffer von Pierre-Michel Lasogga dann so spät fiel, war am Ende zwar ein wenig glücklich - verdient war der Sieg aber allemal.

Das gestanden auch die Verlierer ein. "Die Mannschaft wirkte unter starker Anspannung. Ihnen fehlte die Leichtigkeit", befand Rosen. Eine Aufgabe, für die eigentlich der Trainer verantwortlich ist. Doch auch der schob das Auftreten seines Teams zumindest teilweise auf die turbulenten letzten Tage: "Die Ereignisse der Woche dienten nicht dazu, Sicherheit ins Trainerteam und die Mannschaft zu bringen."

Keine "blinde Loyalität" bei Rosen

Allen im Verein macht die aktuelle Situation zu schaffen. Auch Rosen. Er will mit Gisdol weiter machen, vertraut seinem Cheftrainer. "Wir haben eine Beziehung, die über das Berufliche hinaus geht“, sagte der Manager. Er sei in der Frage ein Überzeugungstäter, halte aber nicht "aus blinder Loyalität" am 46-Jährigen fest.

Nein, Rosen macht das, weil er an Gisdol und dessen Arbeit glaubt. Genau wie die Mannschaft, genau wie die Fans. Nur: Tut das auch Hopp?

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