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Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger fürchtet keine Konsequenzen

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Nach Razzia beim DFB  

Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger fürchtet keine Konsequenzen

03.11.2015, 18:21 Uhr | dpa

Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger fürchtet keine Konsequenzen. Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (r) und sein Anwalt Hans-Jörg Metz.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (r) und sein Anwalt Hans-Jörg Metz. Foto: Thomas Frey. (Quelle: dpa)

Diez (dpa) - Nur anderthalb Stunden nach dem Besuch der Staatsanwälte präsentiert sich Theo Zwanziger völlig tiefenentspannt.

Um kurz nach neun Uhr morgens durchsuchen acht Fahnder auch das Haus des früheren DFB-Präsidenten im beschaulichen Altendiez - mittags empfängt der 70-Jährige Journalisten zum schon vorher vereinbarten Hintergrundgespräch im Nachbarort Diez.

100 Minuten lang zeigt Zwanziger in der rheinland-pfälzischen Provinz Dokumente, Briefe und versucht seinen Standpunkt zu untermauern: Er mache sich keine Sorgen, bekräftigt der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes. Er wisse, "dass er keine Konsequenzen zu befürchten" habe.

Zwanziger bleibt bei seinem Credo: Über den Ursprung der ominösen Schlüsselzahlung von 6,7 Millionen Euro, die der damalige Organisationskomitee-Präsident Franz Beckenbauer als vermeintliche Provision verauslagt habe, hatte er keine Kenntnis. Damals gehörte Zwanziger dem OK noch nicht an. Als Zwanziger im April 2005 gemeinsam mit OK-Vize Horst R. Schmidt eine Zahlung an den Weltverband FIFA avisiert, geht er davon aus, dass es sich um eine Rückerstattung handele.

Das geht aus einem Brief hervor, den Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz an diesem Montag an den DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und Schatzmeister Reinhard Grindel geschickt hat und den die Deutsche Presse-Agentur einsehen konnte. In diesem Schreiben heißt es, dass der DFB unter anderem prüfen solle, ob diese Zahlung von Beckenbauer nun zurückgefordert werden müsse.

Inzwischen hat Zwanziger erhebliche Zweifel an der offiziellen DFB-Darstellung, dass die Zahlung von 6,7 Millionen Euro Voraussetzung für einen später von der FIFA gezahlten Organisationszuschuss von 170 Millionen Euro waren. Nicht zuletzt seine Darstellung eines Gesprächs mit Günter Netzer aus dem Jahr 2012, in dem dieser laut Zwanziger von einem vermeintlichen Kauf von Stimmen der Asiaten für die WM-Vergabe berichtet haben soll, brachte die Affäre richtig ins Rollen. Netzer will Zwanziger diese Aussagen gerichtlich verbieten lassen.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatte Zwanziger vor den externen DFB-Ermittlern der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer ausgesagt. Diese Untersuchung des Deutschen Fußball-Bundes kritisiert der Vorgänger des schwer angeschlagenen Amtsinhabers Wolfgang Niersbach wegen vermuteter mangelnder Neutralität deutlich. "Es bestehen erhebliche Zweifel, ob die vom DFB erst vor kurzem veranlassten Aufklärungsmaßnahmen objektiv und unabhängig sein können", heißt es in dem Brief.

Diesen Satz gibt er den Journalisten ausdrücklich zum Zitieren frei - doch nach Ende des als vertraulich gekennzeichneten Gesprächs liegen plötzlich alle vorher gezeigten Dokumente auf einem der hellbraunen Holztische. Darunter auch eine Gutachterliche Stellungnahme, die sein Anwalt rund um die Affäre im September 2015 angelegt hat.

Würde ein früherer Top-Jurist und gewiefter Fußball-Funktionär brisante Schriftstücke einfach vergessen? Handelt es sich um ein gezieltes Durchstechen von Informationen, um seine Position zu verdeutlichen? Zweifel sind angebracht.

Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main lässt Zwanziger inzwischen auch selbst rechtliche Schritte prüfen. Vor einer offiziellen Mitteilung hätten am Dienstag bereits Medien Kenntnis über die behördlichen Maßnahmen gehabt, teilte Zwanziger am Dienstag über seinen Anwalt Hans-Jörg Metz mit. "Wir behalten uns ausdrücklich vor, die näheren Umstände im Rahmen geeigneter Verfahren aufklären zu lassen. Die offensichtlich gezielten Indiskretionen im Vorfeld einer solchen Maßnahme sind in keiner Weise hinnehmbar."

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