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Reinhard Grindel im Porträt: Vom DFB-Schatzmeister zum Präsidenten?

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Niersbach-Nachfolge  

Reinhard Grindel: Vom Schatzmeister zum DFB-Präsidenten?

17.11.2015, 19:31 Uhr | dpa, sid

Reinhard Grindel im Porträt: Vom DFB-Schatzmeister zum Präsidenten? . Reinhard Grindel (Quelle: dpa)

Reinhard Grindel (Quelle: dpa)

Für Reinhard Grindel könnte es der Weg in ein drittes berufliches Leben werden. Nach dem ersten als Journalist und dem zweiten als Politiker nun ein drittes als Topfunktionär im deutschen Fußball.

Im Abgeordnetenverzeichnis des Bundestages firmiert der 54 Jahre alte CDU-Mann noch als "Fernsehjournalist". Bevor Grindel 2002 erstmals ins Parlament gewählt wurde, war der studierte Jurist zehn Jahre beim ZDF: in Bonn und als Studioleiter in Berlin und Brüssel.

Grindel in mehreren Bundestags-Ausschüssen

Im Bundestag ist Grindel derzeit stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses, zudem sitzt er im Rechts- und Verbraucherausschuss. In der Diskussion um das kürzlich beschlossene Anti-Doping-Gesetz hatte er zunächst dafür geworben, in einem Gesamtpaket gleich ein Gesetz gegen Spielmanipulation mit in Angriff zu nehmen. Früher hatte er sich unter anderem mit Innen- und Medienpolitik beschäftigt.

Grindel ist seit fast 40 Jahren CDU-Mitglied. Er holte das Direktmandat im niedersächsischen Wahlkreis Rotenburg I/Heidekreis. Der gebürtige Hamburger ist katholisch und hat zwei Kinder.

DFB-Schatzmeister seit 2013

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist Grindel seit Oktober 2013 Schatzmeister. Dafür gibt er nach den Regeln des Bundestags Einkünfte der zweitniedrigsten Stufe an, also von bis zu 7000 Euro im Monat.

Im Umfeld des DFB wurde Grindel nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach schnell immer wieder als Top-Kandidat genannt. Viele scheinen ihm das Präsidenten-Amt bei dem durch die Affäre um die WM 2006 angeschlagenen größten Sport-Fachverband zuzutrauen.

Doppelrolle als Funktionär und Abgeordneter

Es gibt aber auch nicht wenige in der DFB-Zentrale, bei denen sich die Vorfreude in Grenzen hält. Und das nicht nur wegen seiner Doppelrolle als Funktionär und Bundestagsabgeordneter. "Grindel gilt als Mann, der stets über alle Abläufe umfassend informiert werden will und als Ehrenamtlicher auch operativ ins Geschäft eingreift. Als Mann also, der die kurze Leine bevorzugt und sehr fordernd auftreten kann", schrieb die "Frankfurter Rundschau". 

Kritik von der Opposition

Von der Opposition jedenfalls wird Grindel nicht geschont. Auf der Sitzung des Bundestags-Sportausschusses zum WM-Skandal in der vergangenen Woche attackierten Grünen-Politiker Özcan Mutlu und André Hahn von den Linken ihren Ausschuss-Kollegen.

Zweifel an der Aufklärung des WM-Skandals

Ob er die von vielen Seiten geforderte "lückenlose Aufklärung" des WM-Skandals mit all seinen Randerscheinungen vorantreiben wird, wird zumindest angezweifelt. "Noch ist gar nichts aufgeklärt und schon beginnt das Postengeschachere beim DFB", kritisierte Mutlu in der "Rheinischen Post" die Suche nach dem Niersbach-Nachfolger: "Die alten Funktionärszirkel müssen zerschlagen werden. Es bedarf dringend einer Neuaufstellung des DFB mit transparenten Strukturen."

Grindels Doppelfunktion - DFB-Mann hier, Politiker dort - hatte in der Opposition ohnehin schon für großen Unmut gesorgt. "Das ist höchst problematisch", sagte Mutlu. Im Sportausschuss habe der 54-Jährige "wenig Erhellendes" zur Aufklärung des WM-Skandals gesagt und eher "Nebelkerzen gezündet."

Als DFB-Präsident keine Doppelrolle mehr

Sollte Grindel tatsächlich neuer Präsident werden, würde er auf einen kniffligen Spagat zwischen DFB-Zentrale in Frankfurt und Bundestag in Berlin verzichten. "Sollte ich zum Präsidenten gewählt werden, werde ich meine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter aufgeben", sagte der CDU-Mann. Seinen Sitz im Sportausschuss des Deutschen Bundestages werde er bereits am Mittwoch niederlegen.

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