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Sportpolitik - DLV-Chef: "für eine Generation lang kein Thema mehr"

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Sportpolitik  

DLV-Chef: "für eine Generation lang kein Thema mehr"

30.11.2015, 12:48 Uhr | dpa

Sportpolitik - DLV-Chef: "für eine Generation lang kein Thema mehr". Für Clemens Prokop ist das Nein zu Olympia in Hamburg eine Riesenenttäuschung.

Für Clemens Prokop ist das Nein zu Olympia in Hamburg eine Riesenenttäuschung. Foto: Soeren Stache. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Als "Riesenenttäuschung für den Sport" hat DLV-Chef Clemens Prokop das Nein der Hamburger zu Olympia bezeichnet.

Olympische Spiele in Deutschland werden nun "für eine Generation lang kein Thema mehr sein", sagte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) dem Bayerischen Rundfunk. "Auf absehbare Zeit ist nach meiner Erwartungshaltung das Thema Olympische Spiele in Deutschland erledigt."

Das Nein in der Hansestadt habe viele Gründe gehabt: Misstrauen gegen internationale Sportorganisationen durch die Skandale der letzten Zeit, Angst und Misstrauen in Großprojekte generell sowie Sicherheitsfragen nach den Anschlägen in Frankreich. Dem Breitensport werde dies aber nicht schaden, sagte Prokop. "Die Sportbegeisterung in Deutschland ist groß, und der Breitensport wird davon sicher nicht tangiert." Im Gegenteil: Man erlebe derzeit einen großen Aufschwung in diesem Bereich.

Der Präsident des Deutschen Ski-Verbandes, Franz Steinle, befürchtet nach dem negativen Olympia-Entscheid einen Stimmungswechsel im Sport. "Leider zeigt das Abstimmungsergebnis, dass die aktuellen Diskussionen um sportliche Großereignisse die lange Zeit sehr positive Stimmung in der Bevölkerung zu Olympia gekippt haben", meinte der DSV-Chef.

"Mit dem vorliegenden nachhaltigen Bewerbungskonzept hätten der DOSB und die Organisatoren beweisen können, dass Olympische Spiele auch im 21. Jahrhundert ohne Gigantismus auskommen können", betonte Steinle. Es sei mehr als bedauerlich, "dass diese Kernbotschaft und die zahlreichen Argumente pro Olympia trotz der vielfältigen und hervorragenden Kommunikation in den vergangenen Monaten nicht bei allen Bürgern Gehör fanden".

51,6 Prozent der 651 589 Hamburger, die sich am Sonntag an dem Referendum beteiligt hatten, waren gegen Olympia in der Hansestadt. Nur 48,4 Prozent waren dafür.

Mit Bestürzung hat der Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Andreas Trautvetter, auf das Nein reagiert. "Das ist eine Katastrophe", sagte Trautvetter der Deutschen Presse-Agentur. "Ich verstehe das nicht. Wir billigen zweistellige Milliardensummen für Bankenrettung und Flüchtlingsunterbringung und wollen uns immer als weltoffenes Land präsentieren und dann wollen wir die Jugend der Welt zum wichtigsten Spitzensportereignis der Welt nicht einladen."

Eine neue deutsche Olympia-Bewerbung hält der ehemalige Thüringer Innenminister nur für chancenreich, wenn das Bürgerbegehren von der Basis kommen würde. Allerdings sieht er Abstimmungen oder ein Referendum kritisch: "Man muss nicht unbedingt abstimmen, da sind den basispolitischen Entscheidungsträgern trotz guter Arbeit die Hände gebunden."

Auch der Deutsche Handballbund reagierte mit Ernüchterung auf das Nein der Hamburger Bürger zur Olympia-Bewerbung. "Das heißt, dass ein demokratisch regiertes Land nicht zur Verfügung steht. Wir ziehen zwar über die Sotschis und Dohas dieser Welt her, sind aber nicht in der Lage, selbst Sportereignisse dieser Dimension auszurichten. Das ist die bittere Erkenntnis", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann der Deutschen Presse-Agentur.

"Es war mutig von Hamburg zu sagen, wir wollen beweisen, dass man auch in demokratischen Ländern Olympische Spiele ausrichten kann", meinte Michelmann und übte zugleich Kritik: "Offenbar ist die Bevölkerung so verunsichert und denkt so kleinteilig, dass es leichter ist, sie mit Angstsirenen einzuschüchtern als mit Visionen für die Zukunft zu begeistern." Der Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben sieht durch das Ergebnis im Referendum auch die künftige Stellung des deutschen Sports auf internationaler Ebene beschädigt.

Der DHB hatte erst kürzlich die Finalspiele der Frauen-WM 2017 an die Hansestadt vergeben. "Hamburg hatte nach meiner Meinung mit einem realistischen und zukunftsorientierten Konzept gute Chancen", erklärte der Verbandschef.

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