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Sportpolitik - DOSB: Vom Olympia-Aus bis zu Reformen

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Sportpolitik  

DOSB: Vom Olympia-Aus bis zu Reformen

06.12.2015, 07:14 Uhr | dpa

Sportpolitik - DOSB: Vom Olympia-Aus bis zu Reformen. Auf der Mitgliederversammlung des DOSB wurde das Olympia-Aus besprochen.

Auf der Mitgliederversammlung des DOSB wurde das Olympia-Aus besprochen. Foto: Peter Steffen. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Auf der 11. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Hannover wurde das Kapitel der gescheiterten Hamburger Olympia-Bewerbung beendet und ein Signal zum Aufbruch in die Zukunft gegeben.

Zentrale Themen sind dabei die Reform des Leistungssports und das Projekt "Anstoß 2016", bei dem die Arbeitsstrukturen des DOSB geprüft wurden. Nicht unberührt blieb der DOSB-Konvent auch von den jüngsten Skandalen im Sport, die Auswirkung auf die Bewerbungspleite an der Elbe hatten.

OLYMPIA-AUS: Warum ist das Referendum für eine Olympia-Bewerbung gescheitert? Die Gründe reichen von der Unsicherheit der Finanzierung über die negative Wirkung der Skandale in den Fußballverbänden FIFA und DFB sowie der Doping-Affäre um die russische Leichtathletik und des Weltverbandes IAAF bis hin zur Frage, ob das Referendum selbst ein Fehler war. In den Mitbewerberstädten für die Spiele 2024 - Budapest, Rom, Paris und Los Angeles - verzichtet man auf eine solche Befragung der Bürger. Nach einer "Zeit des Innehaltens" ist DOSB-Präsident Alfons Hörmann zu einem anderen Hindernisgrund gekommen: Die Zeitspanne zwischen der Entscheidung für Hamburg und dem Referendum sei zu kurz gewesen. Hörmann geht nun davon aus, dass Deutschland im nächsten Jahrzehnt wohl keine Olympia-Kandidatur mehr auf den Weg bringt.

LEISTUNGSSPORTREFORM: Nach dem Olympia-Aus ist die Neustrukturierung des Leistungssports das große Zukunftsthema des DOSB. Nach einer neumonatigen Analyse der Schwächen und Stärken beginnt nun die Konzeptionsphase. Die Reform soll nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro vorgelegt werden. Dabei geht es um mehr Effizienz und eine straffere Steuerung. Ziel ist, den Abwärtstrend bei den Olympischen Spielen aufzuhalten und möglichst umzukehren. Ob dies nur durch Strukturveränderungen machbar ist oder es eine Aufstockung der staatlichen Fördermittel bedarf, ist offen.

ANSTOSS 2016: Mit diesem Projekt sollen auch die Arbeitsstrukturen des DOSB überprüft werden, um mit neuer Kraft ins zweite Jahrzehnt seit Gründung des Dachverbandes 2006 zu gehen. "Wir wollen ein Jahrzehnt nach der Gründung ein Fitnesscheck des DOSB machen", erklärte Hörmann.

GLAUBWÜRDIGKEIT: Die jüngsten Affären und Skandale in großen Sportverbänden haben der Glaubwürdigkeit des Sports geschadet. Zur Glaubwürdigkeit gehört für DOSB-Chef Hörmann die Integrität deutscher Funktionäre in internationalen Sportverbänden. Konkret nannte er Helmut Digel, der 20 Jahre im Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF saß und von den Missständen bis hin zur Korruption, die dem ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack vorgeworfen wird, nichts gewusst haben will. "Wie konnte es Professor Digel, der uns im Monatsrhythmus gesagt hat, was besser laufen kann, in einer Mischung aus Naivität und Gutgläubigkeit das nicht erkennen. Das ist keine verantwortungsbewusste Wahrnehmung der Funktion. So dürfen wir nicht repräsentieren", kritisierte Hörmann.

DFB-AFFÄRE: Der Deutsche Fußball-Bund steckt nach dem Vorwurf, mit Bestechungsgeld den Zuschlag für die WM 2006 bekommen zu haben, und dem damit verbundenen Rücktritt von Wolfgang Niersbach in der Krise. "Es ist bitter, dass das Sommermärchen Schaden nimmt, aber Wahrheit und Klarheit wird auch da siegen", meinte Hörmann. Es gehe nun um die Neuaufstellung des DFB. Dabei wird in dem Verband auch über die Bezahlung des zukünftigen Präsidenten diskutiert. Nachdem es Kritik daran gab, einem hauptamtlichen Chef mut 170 000 Euro Gehalt auszustatten, wollte man danach einem ehrenamtlichen Präsidenten das gleiche Geld als Vergütung zustehen. Hörmann kommentierte dies kritisch: "Ich warne davor, eine Mogelpackung zu beschließen. Wo Ehrenamt draufsteht, muss auch echtes Ehrenamt draufstehen."

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