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Fußball  

Infantinos Amtsantritt: "Muskelkater kommt noch"

29.02.2016, 16:45 Uhr | dpa

Fußball - Infantinos Amtsantritt: "Muskelkater kommt noch". Gianni Infantino nach dem Spiel: "Der Muskelkater kommt noch.

Gianni Infantino nach dem Spiel: "Der Muskelkater kommt noch." Foto: Ennio Leanza. (Quelle: dpa)

Zürich (dpa) - Seine erste sportliche Niederlage als FIFA-Präsident kann Gianni Infantino ganz gelassen mit einem Lächeln nehmen.

Zum Amtsantritt in der Zentrale des Fußball-Weltverbands lud der Schweizer zum Spaß-Kick auf den Zürichberg und versammelte zahlreiche Ex-Superstars wie Fabio Cannavaro oder Paolo Maldini um sich. Dass er an der Seite von Luis Figo bei ungemütlichem Schneeregen und Temperaturen knapp über Null die Erfolgserlebnisse den Gästen überließ, trübte seine Laune keinesfalls. "Die größte Herausforderung für mich war, das Spiel zu überleben", scherzte der 45-Jährige im Trainingsanzug. "Der Muskelkater kommt noch."

Wie er um 11.43 Uhr symbolträchtig mit einer schwarzen Sporttasche über der Schulter das FIFA-Hauptquartier betrat, passte zu seiner Inszenierung im Wahlkampf. "Ich wollte den Fußball zurück zur FIFA bringen", wiederholte Infantino das Mantra seiner Kampagne über das Mikrofon auf dem feinen Kunstrasen.

Die vom Nachfolger Joseph Blatters ausgerufene "Ära" der Transparenz begann bei der FIFA ausgerechnet im tiefen Nebel unter Flutlicht. Im Gegensatz zu einigen Gegenspielern wie Clarence Seedorf gab sich Infantino aber keine Blöße und stand die Partien trotz der Kälte im Kurzarm-Trikot durch. "Manchmal blitzt sein Können durch", bewertete der frühere Weltklasse-Trainer Fabio Capello den Auftritt vom Seitenrand.

Vergeblich versuchte Infantino zuvor noch Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa, seinen Haupt-Gegner bei der Kür zum FIFA-Chef, zum Mitspielen zu bewegen. Allerdings war es schon eine Überraschung, dass der Bahrainer ("Ich bin zu alt für Fußball") nach der knappen Wahlniederlage am Freitag überhaupt zum Antritt Infantinos erschienen war. Fast schon gelöst präsentierte sich FIFA-Vize al-Chalifa im legeren Freizeitoutfit mit schwarzen Turnschuhen und Kappe auf dem Kopf, schüttelte Infantino vor den Kameras die Hand und brauste noch vor dem ersten Anpfiff in der dunklen Limousine wieder davon.

Für seinen erfolgreichen Wahl-Kontrahenten beginnt nach dem lockeren Start schnell der Ernst. Binnen 60 Tagen müssen die beim Kongress verabschiedeten Reformen umgesetzt sein, auch bei der Vorbereitung der Vergabe der WM 2026 drückt Infantino aufs Tempo. "Es ist ziemlich dringend", sagte der bisherige UEFA-Generalsekretär. "Wir müssen den Bieterprozess in den nächsten Monaten starten, wahrscheinlich vor dem Kongress im Mai." Im Zuge des Korruptionsskandals hatte die FIFA die Entscheidung über den Gastgeber des Weltturniers 2026 auf den Kongress im Mai 2017 verschoben.

Obwohl das Präsidentenamt durch die Reformen zu einer Art Aufsichtsratschef umgewandelt wurde, pochte Infantino erneut darauf, nicht die Rolle eines Botschafters zu haben. "Ich würde nicht sagen, dass die Macht limitiert ist", betonte der Walliser. "Ich wurde gewählt, um der Anführer der FIFA zu sein. Und der Anführer setzt den Ton." Nach dem ersten Tag in der Zentrale aber voraussichtlich eher wieder neben dem Platz.

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