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Fußball - WM-Affäre: "verheimlicht, verharmlost"

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Fußball  

WM-Affäre: "verheimlicht, verharmlost"

04.03.2016, 17:53 Uhr | dpa

Fußball - WM-Affäre: "verheimlicht, verharmlost". DFB-Interimschef Rainer Koch ist um Aufklärung bemüht.

DFB-Interimschef Rainer Koch ist um Aufklärung bemüht. Foto: Arne Dedert. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Monatelang haben die Anwälte der Kanzlei Freshfields den Skandal um die Millionenzahlungen rund um das WM-Sommermärchen 2006 durchleuchtet. Doch der dicke Bericht der Fachleute wirft noch mehr Fragen auf - und wird den Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch lange beschäftigen.

Zuviel ist noch unklar, zu wenig ist über die Hintergründe der Affäre bekannt. Rainer Koch, derzeit Interimschef des DFB, will vor allem nach vorne schauen. "Entgegen vieler Kommentare", sagte Koch bei der Vorstellung des Berichts, sei in den vergangenen Monaten nichts vertuscht worden - und: "Der DFB ist auf einem guten Weg."

Eindringlich und in freier Rede mahnte der sichtlich besorgte Reinhard Rauball, derzeit wie Koch DFB-Interimspräsident, Glaubwürdigkeit und Vertrauen wieder herzustellen. Es gebe keine Institution, die eine solche Strahlkraft habe wie der Fußball. "Man muss in der Zukunft die Dinge so organisiert haben, dass so etwas nicht mehr vorkommt." Was nicht mehr vorkommen darf, ist klar: Millionenzahlungen über dunkle Kanäle an zweifelhafte Partner. 2024 will der DFB die EM ausrichten - bis zur Entscheidung muss die Weste weiß sein.

Das wird kein leichtes Unterfangen: Zwar wissen die Verantwortlichen des Fußballbunds nun, wann von wem die 6,7 Millionen Euro über verschiedene Stationen überwiesen wurden. Doch eins ist völlig offen: Warum? "Unter dem Strich bleibt: Der DFB hat zehn Millionen Schweizer Franken an Katar gezahlt", sagte Koch am Freitag bei der Vorstellung des Berichts der Kanzlei Freshfields. Was mit dem Geld passierte? Unklar. Wozu es diente? Offen. Eins ist klar: Franz Beckenbauer, einst Organisationschef der WM 2006, spielt eine Hauptrolle.

"Eine Zahlung wurde zehn Jahre verheimlicht und zehn Monate verharmlost", sagte Koch. Das dazu passende Schaubild mit den vielen Pfeilen zwischen diversen Konten musste Duve ausführlich erklären. Denn die verwirrenden Geldflüsse endeten im Dunstkreis eines der dubiosesten Funktionäre der FIFA-Geschichte - dem inzwischen lebenslang gesperrten Mohamed Bin Hammam. Der inzwischen entthronte FIFA-Boss Joseph Blatter schwieg zu den die Freshfield Fragen.

Duve und seine Kollegen hatten unter anderem 128 000 elektronische Daten beim DFB gesichert und viele Beteiligte befragt. Am Ende der Untersuchung des Sommermärchen-Skandals stand die schwammige Erklärung zu einem möglichen Stimmenkauf bei der Vergabe der Fußball-WM 2006: "Einen Beweis haben wir nicht, aber er ist auch nicht vollständig auszuschließen."

Die Präsentation des Berichts der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hatte am Freitag in einem Hotel am Frankfurter Flughafen für einigen Andrang gesorgt: 120 Medienvertreter waren akkreditiert. Die eigentlichen Protagonisten des Falls waren jedoch nicht im Saal: Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach. Zum "Kaiser", einst Präsident des WM-Organisationskomitees, gab es am Ende fast mehr Fragen als Antworten.

Der im November zurückgetretene DFB-Präsident Niersbach, das war in der eineinhalbstündigen Pressekonferenz schnell klar, hatte seit seiner Kenntnisnahme im Juni vergangenen Jahres viel dafür getan, die Geschichte mit der 6,7-Millionen-Euro-Zahlung zu verschleiern. Aktiv an dem Deal mitgewirkt hat er nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht. Gut zu sprechen ist die derzeitige Führungsriege auf den Ex-Chef aber nicht. Das Präsidium, so betonten Rauball, Koch und der designierte DFB-Präsident Reinhard Grindel, hätten nicht erst im Oktober nach der Anfrage des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über Vorgänge informiert werden dürfen.

Niersbach vertritt den DFB immer noch in der UEFA- und FIFA-Exekutive. Ob er noch tragbar ist? Ob man noch Vertrauen ihn in habe? Sportpolitische Konsequenzen würden in Ruhe besprochen, hieß es dazu. Für das weitere Vorgehen, antwortete Ligapräsident Rauball auch nach der dritten Nachfrage, "gibt es die Gremien".

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