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Turnen: Deutsche Turner mit neuem Mut zur Olympia-Quali

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Deutsche Turner mit neuem Mut zur Olympia-Quali

03.04.2016, 18:51 Uhr | dpa

Turnen: Deutsche Turner mit neuem Mut zur Olympia-Quali. Marcel Nguyen wurde am Barren Erster, Lukas Dauser Dritter.

Marcel Nguyen wurde am Barren Erster, Lukas Dauser Dritter. Foto: Bernd Settnik. (Quelle: dpa)

Cottbus (dpa) - Ein Sieg von Marcel Nguyen am Barren und ein Erfolg für Sophie Scheder am Stufenbarren - die deutsche Turnriege fühlt sich nach dem 40. Turnier der Meister gerüstet für die entscheidende Olympia-Qualifikation in knapp zwei Wochen in Rio de Janeiro.

Die insgesamt fünf Podestplätze am Wochenende in Cottbus sollen Selbstbewusstsein geben, damit auch ohne Topstar Fabian Hambüchen bei der Ausscheidung am Olympia-Ort doch noch das Ticket für die olympischen Wettkämpfe im Sommer gebucht werden kann.

Medaillen-Primus beim mit 25 000 Schweizer Franken dotierten Traditions-Turnier in der Cottbuser Lausitz-Arena wurde die Chemnitzerin Sophie Scheder. Nach ihrem Sieg am Stufenbarren vom Samstag erturnte sie noch zwei weitere Podestplätze am Schwebebalken und Boden. "Sie hat sich doch arg gegrämt nach Glasgow und sich viele Vorwürfe gemacht. Doch das braucht sie nicht, das ist alles vergessen", sagte Cheftrainerin Ulla Koch und attestierte Scheder eine "sehr gute" Form. "Für mich war dieser Erfolg auch deshalb wichtig, weil er mir Rückenwind für die Olympia-Quali gibt", sagte Scheder: "Ich glaube jetzt noch mehr an mich."

Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Glasgow hatten beide deutsche Turn-Riegen die direkte Olympia-Qualifikation verpasst. Die Turnerinnen müssen am 17. April, die Turner bereits einen Tag zuvor in der Olympia-Stadt um eines von jeweils vier verbleibenden Tickets kämpfen. Nach den Leistungen von Cottbus hat Bundestrainer Andreas Hirsch die Hoffnung, dass seine Mannschaft den Ausfall des an der Schulter verletzten Hambüchen an der Copacabana wegstecken wird. "Denn wenn wir da als Leidensgemeinschaft auftreten, wird es wohl nichts", warnte Hirsch.

In den Männer-Finals in der Lausitz zeigte der Unterhachinger Marcel Nguyen erneut seinen spektakulären Tsukahara-Abgang am Barren, packte im Finale am Sonntag bei 15,666 Punkten sogar noch einmal einen Zehntelpunkt an Schwierigkeit (6,6) drauf. "Der Tsukahara ist wieder ein Alleinstellungsmerkmal", sagte Hirsch. Andere Turner hätten sich wieder von dieser Höchstschwierigkeit verabschiedet.

Noch mehr als über das gelungene Übungsteil freute sich Nguyen selbst über seine Wertung an den Ringen. "Ich habe meine Übung vollkommen umgestellt und endlich wieder eine 15er-Wertung bekommen. Hätte ich das schon vor Glasgow gemacht, wären das vielleicht die fehlenden vier Zehntel gewesen", sagte er. Nguyens Teamkollege Lukas Dauser, der am in der Qualifikation noch punktgleich mit Nguyen an der Spitze lag, konnte seine Leistung nur mit Abstrichen im Finale wiederholen und wurde Dritter (15,366).

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