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Fußball - DFB vor Neubeginn: Grindel als Krisenmanager gefordert

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DFB vor Neubeginn: Grindel als Krisenmanager gefordert

14.04.2016, 13:59 Uhr | dpa

Fußball - DFB vor Neubeginn: Grindel als Krisenmanager gefordert. Reinhard Grindel steht vor der Wahl zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes.

Reinhard Grindel steht vor der Wahl zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes. Foto: Arne Dedert. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Der Politprofi ist als Krisenmanager gefragt. Reinhard Grindel soll den Deutschen Fußball-Bund aus dem langen Schatten der WM-Affäre 2006 herausführen und den weltgrößten Sportverband im Zusammenspiel mit dem auf mehr Einfluss pochenden Profilager zukunftssicher aufstellen.

Nach seiner Kür zum jüngsten DFB-Präsidenten seit 90 Jahren auf dem außerordentlichen Bundestag an diesem Freitag im Congress Center Messe Frankfurt verspricht Grindel als Mittler zwischen Amateuren und Profis mehr Transparenz und bessere Kontrolle. "Der DFB ist ein demokratischer Verband und nicht mit der FIFA vergleichbar, wo in einigen Teilen über viele Jahre korruptionsanfällige Strukturen wachsen konnten", sagte Grindel.

Dennoch kommt auf den 54-Jährigen aus Rotenburg/Wümme viel Arbeit zu, bei der er als Macher mit Führungsqualitäten gefordert sein wird. Auf der Agenda ganz oben stehen: Die Wahrung des Verbandsfriedens, die Schaffung neuer und moderner Strukturen, die weitere Aufarbeitung des Sommermärchen-Skandals, der Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach das Amt gekostet hatte, und die Bewerbung um die EM 2024.

Letzteres sieht der bisherige Bundestagsabgeordnete, der sein Mandat nach der Wahl niederlegen will, als eine der größten anstehenden Herausforderungen an. "Der Zuschlag für die EM 2024 ist sicher kein Automatismus. Dass beispielsweise auch aus Skandinavien Interesse signalisiert wird, nehmen wir ernst", betonte Grindel, der zum zwölften Präsidenten in der 116-jährigen DFB-Geschichte gekürt werden wird.

Nicht so problematisch sieht er das Verhältnis zwischen Amateuren und Profis im Verband. Einen Dauerstreit mit den Vertretern des Spitzenfußballs befürchtet Grindel nicht. "Natürlich gibt es unterschiedliche Interessenslagen, aber das Verhältnis zur Liga empfinde ich aktuell als ausgesprochen gut", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Zumindest am Freitag sind ihm die mehr als 250 Stimmen aus den Landesverbänden wie der Profivertreter fest versprochen.

Aus dem Berliner Politikbetrieb kennt Grindel verbale Scharmützel, wie sie sich zuletzt die Interimschefs Reinhard Rauball und Rainer Koch um die Rolle des Profibereichs im DFB lieferten, nur zu gut und weiß diese einzuordnen. Rauball hatte indirekt sogar eine notwendige Bestätigung Grindels im Amt auf dem regulären Bundestag Anfang November an dessen Handeln im Sinne der Proficlubs geknüpft. "Ich bin sicher, dass es weiterhin eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit geben wird", meinte Grindel dazu unaufgeregt.

Der Grundlagenvertrag zwischen Deutschem Fußball-Bund und Ligaverband über gegenseitige Zahlungsflüsse läuft im Sommer 2017 aus. In Kürze stehen die Verhandlungen über eine Verlängerung an. "Wir wissen, dass wir nur gemeinsam so stark sind und einander brauchen", betonte Grindel.

Bis zum DFB-Bundestag am 3./4. November in Erfurt, auf dem Grindel dann für drei Jahre gewählt werden will, möchte der bisherige Schatzmeister die Voraussetzungen zur Einführung einer DFB-Ethikkommission schaffen. "Wir werden unsere Kontrollmechanismen stärken und mehr Transparenz in die Abläufe und die Organisation bringen", kündigte er an.

Das war unter Niersbach zuletzt nicht der Fall gewesen, was diesen schließlich im Zuge der WM-Affäre den Posten kostete. Die zentralen Fragen des Skandals sind aber noch immer unbeantwortet. Wozu flossen die ominösen 6,7 Millionen Euro über ein Konto in der Schweiz an eine Firma in Katar? Welchen Zweck hatten die dubiosen Deals der deutschen WM-Macher? Da muss Grindel dranbleiben.

Hinzu kommen die möglichen Folgen für den DFB, denn der Verband droht für das WM-Jahr 2006 nachträglich die Gemeinnützigkeit zu verlieren. Für diesen Fall muss er dann klären: Kann und will der Verband von den ehemaligen WM-Machern um Franz Beckenbauer Schadenersatz verlangen? Das könnte eine heikle Angelegenheit für Grindel werden.

Klare Kante zeigt der Jurist aus Norddeutschland bei der Profilbeschreibung seines künftigen Amtes. Ein von Niersbach angestrebtes hauptamtliches Engagement als DFB-Präsident lehnt der gebürtige Hamburger ab. "Ich würde aufgrund der Aufgaben und Vergütung aber auch nicht von einem Ehrenamt, sondern von einem Wahlamt sprechen. Es ist schon ein Unterschied, ob der DFB-Präsident einen Arbeitsvertrag bekommt oder von den Delegierten gewählt wird und auch abgewählt werden kann", sagte Grindel.

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