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Was Sie über den Meldonium-Skandal wissen müssen

14.04.2016, 14:48 Uhr | sid

Was Sie über den Meldonium-Skandal wissen müssen. Der Meldonium-Skandal schlägt hohe Wellen. (Quelle: dpa)

Der Meldonium-Skandal schlägt hohe Wellen. (Quelle: dpa)

Die verbotene Substanz Meldonium ist viel länger im Körper nachweisbar, als bisher angenommen. Das hat eine bisher noch nicht veröffentlichte Pilotstudie ergeben.

Nach dieser sensationellen Kehrtwende tun sich jede Menge Fragen auf. t-online.de liefert Ihnen die Antworten.

WAS BEDEUTET DAS?

Einer der größten "Erfolge" der Anti-Doping-Kämpfer - bislang wurden laut Welt-Anti-Doping-Agentur WADA 172 Sportler mit Meldonium erwischt - basiert offenbar auf einer verhängnisvollen wissenschaftlichen Fehleinschätzung. Es ist eine gewaltige Blamage für die WADA und ein herber Schlag für die Glaubwürdigkeit des Anti-Doping-Kampfes - und das dreieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Rio.

WAS IST SCHIEF GELAUFEN?

Die WADA ging, wie zahlreiche Wissenschaftler weltweit, ursprünglich von einer Nachweisbarkeit des Mittels im Körper von wenigen Tagen aus. Im September 2015 informierte sie die Sportverbände weltweit darüber, dass das Herzmedikament ab dem 1. Januar 2016 als Dopingmittel gewertet und auf der Verbotsliste stehen würde. Nach den neuesten Erkenntnissen ist nun aber nicht auszuschließen, dass selbst Athleten, die das Ende 2015 noch nicht verbotene Mittel unmittelbar nach der Warnung der WADA abgesetzt haben, nach dem Jahreswechsel noch positiv getestet wurden.

WELCHE FOLGEN HAT DIE NEUBEWERTUNG?

Gut möglich, dass zahlreiche der mehr als 170 erwischten Sportler zu Unrecht als Doper gebrandmarkt wurden. Schadensersatzforderungen betroffener Sportler gegen die WADA wären wahrscheinlich. Russlands Sportminister Witali Mutko hatte der WADA zuletzt bereits mit rechtlichen Schritten gedroht.

WIE REAGIERT DIE WADA?

Sie ist bereits zurückgerudert. Am Mittwoch gab sie bekannt, dass Sportler, die bis zum 1. März 2016 mit weniger als einem Mikrogramm pro Mililiter erwischt wurden, auf Straffreiheit hoffen können. Sollte dem Athleten nicht bekannt gewesen sein, dass das Mittel ab Jahresbeginn verboten wurde oder sollte er durch Fehlinformationen angenommen haben, das Mittel bis zum 1. Januar 2016 abbauen zu können, sei der Fall neu zu bewerten. Ebenso bei Sportlern, deren Meldonium-Konzentration zwischen einem und 15 Mikrogramm lag. Die Erkenntnisse aus der neuen Studie erklären nun diese ungewöhnlich weitreichenden Zugeständnisse der WADA.

WAS SAGT DIE STUDIE AUS?

"Die Studie zeigt, dass es zwei Phasen der Ausscheidung gibt, eine sehr schnelle und eine sehr langsame bis zu mehreren Monaten. Das hat alle Experten überrascht, es war nicht so erwartet worden", sagte der Doping Forscher Professor Mario Thevis.

WAS BEDEUTET DAS FÜR MARIA SCHARAPOWA?

Die Tennis-Queen hatte in einer spektakulären Beichte am 7. März in Los Angeles zugegeben, Meldonium genommen zu haben, über den genauen Zeitraum aber keine Angaben gemacht. Sollte sie unter die Gruppe von Sportlern fallen, deren Fälle neu bewertet werden, ist eine Begnadigung und damit unter anderem eine Startberechtigung für die Olympischen Spiele nicht ausgeschlossen, vielleicht sogar wahrscheinlich. Denn sollten auch nur geringste Zweifel an der Schuld eines Sportlers bestehen, ist nach der neuesten Entwicklung ein Schuldspruch durch die WADA kaum vorstellbar - auch wenn die Agentur weiter betont: "Die Athleten sind selbst dafür verantwortlich, was sich in ihrem Körper befindet. Ihnen obliegt die Beweislast."

STEHT MELDONIUM WOMÖGLICH ZU UNRECHT AUF DER VERBOTSLISTE?

Nein! (Korrekte) Studien haben schon vor der Flut positiver Tests nachgewiesen, dass Sportler das Herzmedikament ohne medizinische Indikation zum Zweck der Leistungssteigerung benutzt haben. Deshalb wurde es völlig zurecht als Dopingmittel deklariert.

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