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Kosovo-Frage entzweit UEFA vor der EM 2016

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UEFA in Bedrängnis  

UEFA vor EM in Schieflage: Präsidenten-Sehnsucht

03.05.2016, 14:38 Uhr | dpa

Kosovo-Frage entzweit UEFA vor der EM 2016. Angel Maria Villar Llona hofft auf einen Freispruch von Michel Platini.

Angel Maria Villar Llona hofft auf einen Freispruch von Michel Platini. Foto: Patrick B. Kraemer. (Quelle: dpa)

Budapest (dpa) - Große Sehnsucht nach dem alten Präsidenten, ernste Probleme mit dem neuen Mitglied Kosovo: Keine sechs Wochen vor dem Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft präsentiert sich die UEFA in einem bedenklichen Zustand.

Der 40. Ordentliche Kongress der Europäischen Fußball-Union in Budapest war nach dem Skandaljahr 2015 kein Signal zum Aufbruch in neue Zeiten. Im Gegenteil: Es manifestierte sich der Eindruck, dass die UEFA in ihrem Dilemma verharrt.

In praktisch jeder Rede wurde der Wunsch nach einer Rückkehr von Präsident Michel Platini geäußert und das Werk des mit einem Ethikbann von sechs Jahren belegten Franzosen beschworen. "Ich hoffe und wünsche mir, dass Michel in wenigen Tagen wieder unter uns sein wird", sagte sein Platzhalter Angel Maria Villar Llona.

Mit einem Funken Resthoffnung wartet die UEFA auf das Berufungsurteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS in der Causa Platini. Doch hinter den Kulissen muss man sich längst mit einer Neuordnung an der Spitze beschäftigen, die bei einem außerordentlichen Treffen des Exekutivkomitees in Basel am 18. Mai eingeleitet werden soll.

Vor dem CAS in Lausanne könnte auch die Kosovo-Frage landen. Denn die Aufnahme der Balkanrepublik mit exakt der notwendigen Mehrheit von 28 Stimmen sorgt für eine Riss quer durch die UEFA. 24 Mitglieder votierten gegen die Mitgliedschaft, zwei Stimmen waren ungültig.

Den Widerstand angeführt hatte in einer kontroversen Debatte Serbien. Verbandschef Tomislav Karadžić sprach von einem Bruch der UEFA-Regularien und zeichnete ein düsteres Bild von drohendem "Aufruhr in der Region". "Wir müssen konsequent die Grundsätze einhalten, damit der Fußball Sport ist und nichts anders als Sport", sagte Karadžić und sprach doch ständig selbst über Politik.

Fadil Vokkri, Fußball-Verbandschef des Kosovo, hatte in seiner Rede an die Funktionäre appelliert, der "Jugend seines Landes die Chance zu geben, Fußball zu spielen". Nach dem knappen Resultat sprach er von der Chance, die Geister der Vergangenheit hinter sich zu lassen.

In der kommenden Woche will das Kosovo, das bereits seit 2014 Testspiele bestreiten darf, nun beim FIFA-Kongress in Mexiko-Stadt zum Mitglied des Weltverbandes werden. Eventuell könnte das Team bereits an der Qualifikationsrunde zur Weltmeisterschaft 2018 teilnehmen, die im September beginnt.

Das Kosovo hatte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, ist aber noch kein Mitglied der Vereinten Nationen. Dies hatten die Gegner als Kernargument aufgeführt. Eine angedachte Änderung der UEFA-Statuten zur Präzisierung der Aufnahme-Bedingungen hatte vor der Abstimmung nicht die nötige Zwei-Drittelmehrheit bekommen. Die UEFA-Administration ist aber der Überzeugung, dass der Beitritt des Kosovo - für den auch der DFB mit seinem neuen Präsidenten Reinhard Grindel gestimmt hatte - dennoch rechtens ist.

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