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Olympia 2020: Ermittler prüfen verdächtige Zahlung

12.05.2016, 17:50 Uhr | dpa

Paris (dpa) - Französische Ermittler untersuchen eine verdächtige Millionenzahlung im Zusammenhang mit der Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tokio.

Im Juli und Oktober 2013 seien zwei Zahlungen mit dem Betreff "Tokio 2020 Olympia-Bewerbung" von einem japanischen Konto an die Firma Black Tidings in Singapur geflossen, teilte die Pariser Finanz-Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Insgesamt geht es um 2,8 Millionen Singapur-Dollar (derzeit rund 1,8 Millionen Euro).

Das Organisationskomitee der Spiele in Tokio wies jeden Verdacht zurück, es sei Schmiergeld geflossen. Die Sprecherin Hikariko Ono sagte: "Die Spiele gingen an Tokio wegen der besten Bewerbung."

Auch Regierungssprecher Yoshihide Suga betonte, die Bewerbung sei sauber gewesen. Es gebe keine Pläne, Ermittlungen zu beginnen. Natürlich werde bei Anfragen mit den französischen Behörden zusammengearbeitet.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, sagte am Donnerstag in London: "Das IOC hat alle Instrumente zur Hand und die Entschlossenheit, Korruption effektiv zu bekämpfen." Aber auch das IOC sei wie jede andere Organisation nicht immun gegen Fehlverhalten. Bach sprach bei einem Anti-Korruptions-Gipfel, den der britische Premierminister David Cameron organisiert hatte.

Der Inhaber von Black Tidings stand Papa Massata Diack nahe, dem Sohn des früheren Chefs des Leichtathletik-Weltverbands IAAF, Lamine Diack. Gegen beide ermittelt die französische Justiz bereits im Zusammenhang mit dem Doping- und Korruptionsskandal beim IAAF. Diack junior ist über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben.

Bei diesen Ermittlungen wurden die Franzosen auf die verdächtigen Zahlungen hingewiesen und eröffneten bereits im Dezember ein gesondertes Korruptionsermittlungsverfahren gegen unbekannt. Ziel sei es, zu klären, ob es bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2020 Korruption gegeben habe. Dies war bereits Anfang März bekanntgeworden - neu ist jedoch, dass verdächtige Transaktionen die Untersuchung ins Rollen brachten. Tokio hatte den Zuschlag für die Olympischen Spiele im September 2013 erhalten.

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