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Turnen - Hambüchen: "Ein Sechskampf wird es in Rio nicht"

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Hambüchen: "Ein Sechskampf wird es in Rio nicht"

19.05.2016, 05:09 Uhr | dpa

Turnen - Hambüchen: "Ein Sechskampf wird es in Rio nicht". Fabian Hambüchen ist alles andere als fit.

Fabian Hambüchen ist alles andere als fit. Foto: Bernd Thissen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Bei den Turn-Europameisterschaften in Bern vom 26. bis 29. Mai ist Fabian Hambüchen nur Zuschauer. Die Probleme mit der entzündeten Schulter haben ihn in der Vorbereitung der Olympia-Saison weit zurückgeworfen.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht der deutsche Turnstar über seine Ungeduld, aber auch seine Zweifel und erteilt allen Hoffnungen seiner Fans auf einen Olympia-Start im Mehrkampf eine Absage.

Erleben Sie derzeit die schwierigste Phase ihrer Turner-Laufbahn?

Hambüchen:  Ich habe diese Probleme mit der Schulter schon seit Jahren. Aber noch nie war ich in einer Situation wie jetzt. Im Moment muss ich eine Bestrahlungs-Therapie wirken lassen. Leider gibt es noch nicht viele Fortschritte. Ich darf in dieser Phase keine Reize draufsetzen und muss mich zurücknehmen.

Die erste nationale Olympia-Qualifikation steht bei den deutschen Meisterschaften Ende Juni in Hamburg an. Ist das genügend Zeit, noch fit zu werden?

Hambüchen: Die Zeit rennt mir davon. Ich will unbedingt Gas geben und kann es noch nicht. Ich muss versuchen, in Hamburg einigermaßen gut drauf zu sein. Bei 100 Prozent der Leistung kann ich da noch nicht sein. Ich habe das offen mit Cheftrainer Andreas Hirsch besprochen.

Gibt es schon Konsequenzen?

Hambüchen: Ein Sechskampf wird es in Rio nicht. Der Kraftaufwand für die Ringe ist einfach zu hoch. Also konzentriere ich mich wahrscheinlich auf drei Geräte.

Bei der Qualifikation für die deutsche Riege müssen Sie doch aber eigentlich einen Mehrkampf anbieten?

Hambüchen: Ich muss sehen, was machbar ist. Wichtig ist jetzt erstmal, dass ich wieder schmerzfrei bin. Ich bin ungeduldig. Aber wenn ich nachts den Schmerz spüre, nur weil ich mal auf der Schulter liege, ist das schon blöd.

Wie haben sie die Zeit ohne das gewohnte Training verbracht? Auf Facebook sah man Sie strahlend am Hockenreimring?

Hambüchen: Ich muss es locker nehmen, darf nicht verdrießen. Und das ist eine schöne Abwechslung, wenn ich mal auf dem Hockenheimring ein paar Runden drehe oder Spiele des 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga anschauen kann.

Im Frühjahr haben Sie sich mit Ihrer Freundin Marcia eine gemeinsame Wohnung in Koblenz eingerichtet. Wo trainieren Sie dort?

Hambüchen: Der Umzug war schon der Plan für die Zeit nach Rio. Allerdings werde ich noch nicht viel Zeit in Koblenz verbringen: Bis Olympia trainiere ich weiter in Köln oder in Wetzlar.

Wie werden Sie Ihre Team-Gefährten bei der EM beobachten?

Hambüchen: Ich drücke Ihnen die Daumen und habe auch schon geplant, sie vielleicht mal in Bern zu besuchen.

Zur Person: Fabian Hambüchen ist der erfolgreichste deutsche Turner. Er gewann 2008 in Peking Olympia-Bronze am Reck und 2012 in London Silber. Neun WM- und elf EM-Medaillen stehen in seiner Bilanz. 38 Mal stand der 28-jährige Wetzlarer bei deutschen Titelkämpfen auf dem höchsten Treppchen des Siegerpodests. An der Sporthochschule Köln studiert er Sportwissenschaft.

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