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Auch Jan Ullrich betroffen?  

Fuentes-Skandal: Blutbeutel müssen herausgegeben werden

14.06.2016, 14:41 Uhr | sid

Fuentes-Skandal: Blutbeutel müssen herausgegeben werden. Jan Ullrich hat Kontake zu Eufemiano Fuentes zugegeben. (Quelle: imago/Kicker Spreber)

Jan Ullrich hat Kontake zu Eufemiano Fuentes zugegeben. (Quelle: Kicker Spreber/imago)

Einer der größten Dopingskandale der Sportgeschichte wird womöglich doch noch aufgeklärt. Ein Gericht in Madrid hat entschieden, dass die vor etwa zehn Jahren im Zuge der "Operacion Puerto" gefundenen Blutproben nicht zerstört, sondern herausgegeben werden müssen.

Zuvor hatten Spitzenvertreter des spanischen Sports sowie unter anderem auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und der Radsport-Weltverband UCI gegen die 2013 durch ein Gericht angeordnete Vernichtung Einspruch eingelegt.#

Jurist glaubt nicht an Konsequenzen

Richter Alejandro Maria Benito ordnete jetzt an, dass die Blutproben unter anderem an den spanischen Radverband, die UCI, die WADA sowie die Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) ausgehändigt werden müssen. Ob noch Sanktionen gegen die betreffenden Sportler verhängt werden können, ist wegen der Verjährungsfristen derzeit noch offen.

Sportrechtler Michael Lehner glaubt jedenfalls nicht an rechtliche Konsequenzen durch die gerichtlich angeordnete Weitergabe. "Unabhängig von Verjährungsfragen stelle ich mir Ermittlungen schwierig vor. Es dürfte wohl kaum noch eine Verbands-Strafgewalt bestehen, weil die wenigsten damals enttarnten Profis noch eine Lizenz halten", sagte der Jurist. 

Fuentes freigesprochen

Die 211 Blutbeutel stammen von Spitzenathleten und wurden im Jahr 2006 beim spanischen Frauenarzt Eufemiano Fuentes sichergestellt. Fuentes soll eine Vielzahl von Top-Athleten mit leistungssteigernden Substanzen versorgt haben und wurde damals im Zuge von Razzien festgenommen. 2013 wurde der Mediziner wegen "Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" zu einem Jahr Haft und zu einem vierjährigen Berufsverbot als Sportarzt verurteilt.

Auch diese Entscheidung widerrief das Berufungsgericht und sprach Fuentes frei. In der Begründung hieß es, dass das Blut, das er damals für Transfusionen benutzt habe, keine Medizin sei und der Fall damit nicht durch das betreffende Gesetz gedeckt sei.

Ullrich bestätigte Kontakt zu Fuentes

Die Namen von über 50 verdächtigen Radsportler - darunter auch der einzige deutsche Tour-Sieger Jan Ullrich - wurden einen Tag vor dem Start der Tour de France am 30. Juni 2006 öffentlich. Doch auch Athleten aus anderen Sportarten, wie Fußball, Leichathletik oder Tennis, gehören angeblich dazu.

Ullrich erklärte im Zuge der Anschuldigungen am 26. Februar 2007 seinen Rücktritt. Wenige Monate danach bestätigte Ullrichs langjähriger Betreuer Rudy Pevenage Kontakt zu Fuentes. Im Februar 2012 räumte Ullrich erstmals selbst Kontakt zu Fuentes ein. Zuvor war er vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) wegen seiner Verwicklung in die Fuentes-Affäre gesperrt worden.

Fuentes: Affäre geht weit über den Radsport hinaus

Fuentes hingegen deutete schon kurz nach seiner Verhaftung im Mai 2006 an, dass sich die Affäre weit über den Radsport hinaus erstrecke. Im Prozess Anfang des Jahres 2013 hatte Fuentes bei einer Vernehmung davon gesprochen, auch Fußballer, Tennisspieler, Leichtathleten und Boxer behandelt zu haben und bot sogar die Herausgabe seiner Kundenliste an.

Ende April 2013 verurteilte Richterin Julia Patricia Santamaria Fuentes zu einem Jahr Haft auf Bewährung sowie zu vier Jahren Berufsverbot und 4500 Euro Geldstrafe. Die Richterin verfügte, dass die 211 Blutbeutel größtenteils zerstört werden müssten, um die Persönlichkeitsrechte der Sportler zu wahren. Richter Benito sah das nun anders.

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